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Dienstag, 30 November 2021 11:00

Alstom: Zusammenarbeit mit Liebherr zur Optimierung von Wasserstoff-Brennstoffzellen

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Fotos Alstom.

Alstom hat eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Liebherr - Aerospace & Transportation SAS - unterzeichnet, einem Unternehmen mit Sitz in Toulouse, das auf die Herstellung von Kompressoren spezialisiert ist, die für Brennstoffzellen geeignet sind. Ziel ist es, Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme zu optimieren und unter anderem die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit der Brennstoffzellen zu verbessern, ihre Leistungsmasse und -dichte zu erhöhen und die Kosten für solche Lösungen zu senken.

Die Kooperationsvereinbarung zwischen Alstom und Liebherr begründet keine Partnerschaft oder Joint Venture zwischen den beiden Parteien. Auch wenn sie beabsichtigen, wie in der Vereinbarung beschrieben zusammenzuarbeiten, erkennt jede Partei an, dass nichts in dieser Vereinbarung die eine oder andere Partei dazu verpflichtet, in Zukunft andere Vereinbarungen zu treffen.

"Alstom hat die nachhaltige Mobilität zu einer der Säulen seines strategischen Plans 'Alstom in Motion 2025' gemacht. Unser Ziel ist es, die Einführung von Wasserstoff in der Eisenbahnindustrie zu beschleunigen und innovative Lösungen im Rahmen der Begrünung der schweren Mobilität zu entwickeln, die Regionalzüge, Rangierlokomotiven und Güterzuglokomotiven umfasst", erklärte Jean-Baptiste Eyméoud, Präsident von Alstom Frankreich, und fügte hinzu: "Um eine Wasserstoffbranche zu entwickeln, insbesondere in Frankreich, müssen die Behörden und alle Akteure dieses Sektors mobilisiert werden. Wie in vielen Bereichen innovieren wir mit strukturierenden Partnerschaften: SNAM, Plastic Omnium, Hynamics (EDF), Eversholt und heute Liebherr".

Nach der Übernahme von Helion Hydrogen Power (einem Innovations-Prunkstück, das auf Hochleistungs-Brennstoffzellen spezialisiert ist und seinen Sitz in Aix-en-Provence hat) im April dieses Jahres entschied sich Alstom heute für eine Zusammenarbeit mit der Liebherr-Gruppe, die eine starke Präsenz in Okzitanien hat.

Unter Nutzung seiner umfangreichen Erfahrung in der Brennstoffzellentechnologie für Automobil- und Luftfahrtanwendungen wird Liebherr als Lieferant von Turboladern an Systemintegratoren für Brennstoffzellen eine wichtige Rolle im Prozess der Emissionsreduzierung im Schienenverkehr spielen.

Diese Zusammenarbeit zwischen Alstom und Liebherr ist ein weiterer Pluspunkt für die Entwicklung der Wasserstoffbranche von Alstom, die sich unter anderem auf den Alstom-Standort Tarbes, das weltweite Kompetenzzentrum für "grüne" Traktionssysteme, und den Alstom Hydrogen-Standort Aix-en-Provence stützt, der die gesamte Wertschöpfungskette für Hochleistungsbrennstoffzellen abdeckt und sich hauptsächlich auf die Energie- und Transportmärkte in Frankreich und auf internationaler Ebene konzentriert.

Darüber hinaus unterzeichnete Alstom 2020 eine Vereinbarung mit Snam (Società nazionale Metanodotti, Italiens größtes Erdgastransportunternehmen) geschlossen, um Wasserstoffzüge und die dazugehörige Infrastruktur zu entwickeln. Alstom wird für die Produktion und Wartung der (neuen oder modifizierten) Wasserstoffzüge verantwortlich sein, während Snam die Infrastruktur für die Produktion, den Transport und die Wasserstofftankstellen für diese Züge entwickeln wird.

Alstom gab außerdem letzten Monat bekannt, dass es eine Absichtserklärung mit Plastic Omnium, einem wichtigen Akteur im Bereich der Wasserstoffmobilität, über die Entwicklung von hochwertigen Wasserstoffspeichersystemen für den Eisenbahnsektor unterzeichnet hat.

Schließlich hat Alstom erst kürzlich mit Hynamics (einer Tochtergesellschaft der EDF-Gruppe) eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet, um die Betankung von Wasserstoffzügen zu optimieren. Ziel ist es, einen internationalen Standard für die Betankung festzulegen, um die Stillstandszeiten von Wasserstoffzügen während des Betankens zu verringern.

Alstom hat sich insbesondere ab 2013 für die Einführung eines Regionalzugs mit Wasserstoff-Brennstoffzellen mobilisiert: den Coradia iLint. Zwei erste iLint-Züge mit 100 % Wasserstoff wurden 2018 in Deutschland in den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Bisher wurden 41 Züge von zwei deutschen Bundesländern bestellt und erfolgreiche Experimente fanden in Österreich, den Niederlanden, Polen, Schweden und Frankreich statt.

Darüber hinaus hat Alstom für 2020 angekündigt, 6 Wasserstoff-Brennstoffzellenzüge auf Basis der regionalen Eisenbahnplattform Coradia Stream (mit einer Option auf 8 weitere) an FNM (Ferrovie Nord Milano), den wichtigsten Transport- und Mobilitätskonzern der Region Lombardei (in Italien), zu liefern.

Im Jahr 2021 wurde auch Frankreich in den Kreis der "Gründerstaaten" aufgenommen, indem die SNCF 12 Coradia Polyvalent Regiolis-Züge (+ 2 Optionen) mit zwei Betriebsarten (Elektro-/Oberleitungsbetrieb und Wasserstoff/Brennstoffzellen) für die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Bourgogne-Franche Comté, Grand Est und Occitanie bestellte.

Schließlich gab Alstom kürzlich die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit Eversholt Rail, dem größten britischen Bahnbesitzer und -investor, bekannt, um die allererste wasserstoffbetriebene Zugflotte in Großbritannien zu liefern. Diese Flotte von zehn Zügen, die aus drei wasserstoffbetriebenen Wagen mit mehreren Einheiten bestehen, wird von Alstom in Großbritannien hergestellt und stützt sich auf die neuesten Entwicklungen der Alstom Aventra-Plattform. Die endgültigen Verträge für diese wasserstoffbetriebenen Züge sollen Anfang 2022 unterzeichnet werden.

WKZ, Quelle Alstom

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