english

Mittwoch, 11 Mai 2022 10:00

UIC: Auftaktveranstaltung zum 100jährigen Jubiläum der UIC

Am 5. Mai 2022 eröffnete die UIC vor rund 230 zugeschalteten Teilnehmern online die Feierlichkeiten zu ihrem 100jährigen Jubiläum. Auf der Tagesordnung standen Reden des UIC-Präsidenten sowie des UIC-Generaldirektors, und die UIC-Mitglieder hatten Gelegenheit, ihre Wünsche und Botschaften zu übermitteln. Ferner wurden die Mitglieder über das im Juni 2022 erscheinende Manifest der UIC informiert, in dem sowohl bestehende als auch künftig umzusetzende Lösungen aufgeführt werden.

Eröffnet wurde die Zeremonie durch Simon Fletcher, Direktor Europa der UIC, der durch die Veranstaltung führte und zunächst die beiden Hauptredner, Kzysztof Mamiński, CEO der polnischen Staatsbahnen PKP (Polskie Koleje Panstwowe) und UIC-Präsident, sowie François Davenne, UIC-Generaldirektor, vorstellte.

In seiner aufgezeichneten Ansprache gratulierte Krysztof Mamiński der UIC zu ihrem Jubiläum und beschrieb, wie sie sich weiterhin für den Bahnsektor einzusetzen gedenkt. Im Besonderen ging er darauf ein, wie wichtig die Förderung der Bahn neben anderen Verkehrsträgern als Keyplayer im Transportsektor ist. In diesem Zusammenhang verwies er auf das Dokument „Vision of Rail 2030“, das dem Sektor bei der Erreichung der Ziele in den Bereichen Interoperabilität, Digitalisierung und Umwelt als Leitfaden dienen soll. Er dankte den UIC-Mitgliedern für ihre Mitarbeit und betonte, der Sektor müsse geschlossen im Sinne der Grundwerte der UIC - Einigkeit, Solidarität, Universalität - vorgehen.

Vor der zweiten Rede wurden die Botschaften verschiedener CEOs von UIC-Mitgliedern aus Schweden, Korea, Djibouti und der Tschechischen Republik gezeigt, die der UIC zu ihrem Jubiläum gratulierten und ihre besten Wünsche für weitere Jahre der Kooperation und Innovation aussprachen.

François Davenne wies in seiner Rede auf den Symbolwert dieses Jubiläums hin, das ein Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der UIC darstellt. Ferner ging er auf die Vision 2030 als roten Faden für die nächsten 10 Jahre ein. Der Sektor sei sich einig, dass Handlungsbedarf besteht und die Bahnen sich zu dieser Vision bekennen müssen. Zu den wesentlichen Herausforderungen gehörten die Reduzierung der Emissionen weltweit bis 2030, die Dekarbonisierung, die Förderung von Verkehrsverlagerungen und die zielführende Zusammenarbeit mit anderen Verkehrsträgern, die einen Teil der Lösung darstellen, sowie die Transformation der Städte und die Verbindung der Gemeinschaften, die Beschleunigung von Innovationen mit Hilfe von Technologien und neuen Lösungsansätzen, nahtlose Verbindungen für den Personen- und Güterverkehr, E-Ticketing und bahnbrechende Kundenerfahrungen.

Das im Juni erscheinende Manifest der UIC wird diese Vision ergänzen und die UIC-Strategie zielführend ergänzen. Es stellt die konkrete Fortsetzung der Vision 2030 und der Diskussionen unter den Mitgliedern im Rahmen des Ende 2021 organisierten Symposiums dar. Es ist zukunftsgerichtet sowie innovationsorientiert und wird Ende des Jahres in einem Dreijahresplan für die Zeitspanne 2023-2025 münden. Um sich all diesen Herausforderungen zu stellen, hat die UIC über das gesamte Jubiläumsjahr thematische Veranstaltungen zu diesen Zielsetzungen geplant, u. a. die Sustainable Railway Awards, den internationaler Tag zur Förderung von sicherheitsbewusstem Verhalten an Bahnübergängen ILCAD, den Weltforschungskongress der Bahnen WCRR, den UIC-Securitykongress und den weltweiten Schulungskongress WCRT. Darüber hinaus ist Ende des Jahres die Beteiligung an der COP27 eingeplant.

François Davenne dankte allen Mitgliedern für ihre Beiträge zur Vision und zum Manifest. Er betonte, die Erfolge und Verbesserungen seien dank ihrer Arbeit und Beiträge erzielt worden, und er wies ferner nochmals darauf hin, dass den Werten der UIC insbesondere in den heutigen Zeiten ein besonders hoher Stellenwert zukomme, damit eine Zusammenarbeit auch in den nächsten Jahren möglich sei.

Darauf folgte eine weitere Reihe von Aufzeichnungen mit Glückwünschen aus China, Spanien, Norwegen, den Vereinigten Staaten und Kamerun, bevor Kevin Smith, Herausgeber des International Railway Journal (IRJ), die Frage-und-Antwort-Session mit François Davenne zum Manifest und zur Bedeutung des Jubiläums einleitete.

Der UIC-Generaldirektor reflektierte zunächst über die ereignisreiche Geschichte der UIC, wobei er auf diverse Herausforderungen und Errungenschaften einging, welche die Bahnen und die UIC während der letzten hundert Jahre miterleben durften, und hervorhob, dass es der UIC gelungen sei, die Bahnen aus aller Welt um einen Tisch zu versammeln und damit ein Forum zu schaffen, im Rahmen dessen sie sich austauschen können.

Im Hinblick auf die Verwirklichung der Vision 2030 arbeitet die UIC an gemeinsamen, weltweiten Spezifikationen, an einem weltweiten Betriebsleitkonzept sowie an der Erhöhung der Kapazitäten des Systems Bahn, um aktiv auf eine Verkehrsverlagerung hinzuwirken und somit zur Kohlenstoffneutralität beizutragen. Für ihn wird der Bahnsektor mit Zeithorizont 2050 noch vernetzter und vielseitiger sein, wobei leichteren Zügen, neuen Straßeninfrastrukturen und autonomen Fahrzeugen eine Schlüsselrolle zukomme.

Im Anschluss daran zeigte Simon Fletcher eine dritte Reihe von Danksagungen und Ermutigungen aus dem Iran, Spanien, Kroatien, der Schweiz, der Türkei, Malaysia, Ungarn, Japan, Marokko und Italien, bevor er das Wort an den Abschlussredner Francisco Cardoso Dos Reis, Vorsitzender UIC Europa und Vertreter des portugiesischen Netzbetreibers IP, übergab. Francisco Cardoso Dos Reis erinnerte die Teilnehmer daran, dass 2022 auch das Europäische Jahr der Jugend ist. Die Arbeit mit den jüngeren Generationen sei ein Schlüsselelement für die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene. Die UIC sei gegründet worden, um die Kooperation zwischen den Bahnen aus aller Welt zu fördern. Es sei nun an uns, das Erbe unserer Großväter fortzuführen und die Bahn von morgen zu gestalten, hierfür seien wir allerdings auf die Hilfe der jüngeren Generationen angewiesen.

Abschließend dankte François Davenne allen Teilnehmern an dieser Auftaktveranstaltung, nicht ohne nochmals daran zu erinnern, dass die Bahnen eine gemeinsame grenzüberschreitende Vision ihrer Zukunft teilen. Der Bahnsektor dient einem Zweck, erbringt eine Leistung für die Öffentlichkeit und mithin einen wertvollen Beitrag zum Nutzen unserer Gesellschaft und unserer Städte. Die Schiene muss unter Beweis stellen, dass sie die beste Option ist. Hierfür müssen die Bahnen einen größeren Marktanteil erkämpfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und Spezifikationen bzw. gemeinsame Standards entwickeln, mit Hilfe derer ihr Beitrag effizient umgesetzt werden kann.

Die Botschaften und Videos der Zeremonie können auf der speziellen UIC-Website eingesehen werden: https://uic.org/centenary

Pressemeldung UIC

Zurück