IRU/UITP: Nur ein zweckmäßiges Emissionshandelssystems ETS II kann den Green Deal unterstützen
Straßenverkehrsunternehmen und öffentliche Verkehrsbetriebe fordern gemeinsam den Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) auf, die Ausweitung des Emissionshandelssystems (ETS) auf den Straßenverkehr (ETS II) nur dann zu unterstützen, wenn es zweckmäßig ist.
Die IRU (International Road Transport Union), die die gewerblichen Straßenverkehrsunternehmen vertritt, und die UITP (International Association of Public Transport), die die Betreiber und Behörden des städtischen, vorstädtischen und regionalen öffentlichen Verkehrs vertritt, haben im Vorfeld der anstehenden wichtigen Entscheidung des ENVI über das ETS II einen gemeinsamen Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments unterzeichnet.
Beide Organisationen sehen die potenziellen Vorteile eines gut strukturierten ETS II, sind jedoch besorgt über die Entwicklung des ETS II im Rahmen von ENVI und insbesondere über den möglichen Ausschluss von Privat- und Leichtfahrzeugen, so dass in der ersten Phase nur Nutzfahrzeuge und schwere Nutzfahrzeuge für die Zwecke des ETS II in Frage kommen.
Raluca Marian, IRUs EU-Direktorin für Interessenvertretung, sagte: "Die Straßenverkehrsunternehmen sind sehr besorgt darüber, dass die ETS-II-Diskussionen im Rahmen von ENVI in eine Richtung gehen, bei der es nicht mehr um Dekarbonisierung geht. Ein zweckmäßiges ETS braucht einen universellen CO2-Preis, um die Ökologisierung aller Fahrzeuge im Straßenverkehr zu fördern.
"Ein ETS II, das nur Nutzfahrzeuge und schwere Nutzfahrzeuge einbezieht und in einer ersten Phase Pkw und Kleintransporter ausschließt, wird das Gegenteil bewirken und ein starkes kontraproduktives Signal an die Bürger und Unternehmen in der EU aussenden, das die entscheidende Rolle des öffentlichen Verkehrs, der kollektiven Mobilität und des effizienten Gütertransports bei der Ökologisierung unserer Straßen negiert. Noch mehr Autos und Lieferwagen auf den bereits überlasteten Straßen der EU: Ist es das, was der ENVI-Ausschuss des Parlaments wirklich will?", fügte sie hinzu.
Thomas Avanzata, Sprecher des EU-Ausschusses der UITP, sagte: "Der öffentliche Verkehr kommt nicht nur dem Klima zugute, sondern wirkt sich auch positiv auf Staus, Luftverschmutzung und die Lebensqualität in den Städten aus.
"Ein wirksames EU-ETS II sollte diese Vorteile vervielfachen und nicht nur eine starke finanzielle Unterstützung und Sicherheit für unseren Sektor bieten, sondern auch dazu beitragen, die öffentlichen Verkehrsnetze neu zu beleben, damit die schwächsten Bevölkerungsgruppen und Verkehrsteilnehmer nicht zurückgelassen werden."
WKZ, Quelle IRU




