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Mittwoch, 16 Mai 2018 12:20

UIC: 10. Hochgeschwindigkeitskongress in Ankara

Die 10. Ausgabe des gemeinsam von der UIC - dem Internationalen Eisenbahnverband mit seinen rund 200 Mitgliedern aus über 100 Ländern - und den Türkischen Staatsbahnen (TCDD) organisierten Hochgeschwindigkeitskongresses wurde am 8. Mai im Kongresszentrum Congresium von Ankara im Beisein von rund 1000 Teilnehmern aus 30 Ländern eröffnet.

Nach dem Kongress 2015 in Japan war die Türkei als Veranstalter der 10. Ausgabe des Kongresses ausgewählt worden, da sie an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Mittleren Osten liegt und der Schienenverkehr dort insbesondere im Bereich der Hochgeschwindigkeit zügig und dynamisch vorangetrieben wird.

Die Eröffnung des weltweit einzigen, ausschließlich der Schienenhochgeschwindigkeit gewidmeten Kongresses stand unter der hohen Schirmherrschaft des Premierministers der türkischen Republik Binale YILDIRIM und fand ferner im Beisein des Ministers für Verkehr, Schifffahrt und Kommunikation, Ahmet ARSLAN, statt. Seitens der UIC waren UIC-Präsident Renato MAZZONCINI, CEO der Italienischen Bahnen FS, UIC-Generaldirektor Jean-Pierre LOUBINOUX und der Gastgeber des Kongresses, Isa APAYDIN, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der TCDD und UIC-Vizepräsident, anwesend.

Ferner wurde der Kongress durch zahlreiche internationale Organisationen und Verbände unterstützt, deren Führungsspitzen und Vertreter sich aktiv an den Podiumsdiskussionen und anderen Veranstaltungen beteiligten. Hierzu zählten u.a. die Zwischenstaatliche Organisation für den Internationalen Eisenbahnverkehr (OTIF), die Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSEC), der Internationale Verband für Öffentliches Verkehrswesen (UITP) und der Verband der Europäischen Bahnindustrie (UNIFE). Darüber hinaus entsandte die UNECE einen Redner, und auch das Weltverkehrsforum der OECD unterstützte die Veranstaltung.

Der Kongress in Ankara wendete sich an alle Akteure, die sich mit der Entwicklung und dem Betrieb von Hochgeschwindigkeitssystemen der Schiene weltweit beschäftigen, wie auch an internationale Organisationen und Finanzinstitute, Regierungen, UIC-Mitgliedsbahnen, Hersteller, Forschungsinstitute, Partner und Dienstleister.

Thema 2018 war der Austausch zu nachhaltigem und wettbewerbsfähigem Handeln: ‚Sharing knowledge for Sustainable and Competitive Operations‘.

UIC-Präsident Renato MAZZONCINI erklärte in seiner Eröffnungsrede: „In Ländern, die bereits in Hochgeschwindigkeit investiert haben, ist diese Art von Verkehrs bekannt und angesehen. Bei anderen Stakeholdern ist dies jedoch noch nicht immer der Fall. In dieser 10. Ausgabe unseres Weltkongresses soll daher erörtert werden, warum die Schienenhochgeschwindigkeit ein innovatives, effizientes und umweltschonendes Verkehrssystem ist, das durchaus als DAS Verkehrssystem der Zukunft bezeichnet werden kann.

Hohe Geschwindigkeit bedeutet gleichzeitig hohe Leistung. Die hohe Leistungsfähigkeit ist in erster Linie auf die Komplexität des Systems zurückzuführen, das die Bereiche Infrastruktur, Bahnhöfe, Fahrzeuge, Betrieb, Instandhaltung, Strategie, Finanzierung, Marketing und Management umfasst und auf deren Optimierung abzielt. All diese Aspekte werden im Rahmen unserer Veranstaltung im Zuge paralleler Sessions und Podiumsdiskussionen beleuchtet, im Rahmen derer Redner und Teilnehmer ihr Wissen, ihre Technologien und ihre Erfahrungen austauschen können. Die weltweite Dimension des Kongresses spiegelt die Globalisierung wider, der das Bahnsystem sich stellen muss.“

Der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor der TCDD sowie UIC-Vizepräsident Isa APAYDIN betonte: „In einer Welt, in der Mobilität, Geschwindigkeit und Pünktlichkeit Trumpf sind, gewinnt die Entwicklung und Verbreitung von Technologien für einen sicheren, schnellen und umweltfreundlichen Hochgeschwindigkeits-Schienenverkehr, der gleichzeitig hohe Kapazität für die Beförderung von Reisenden bietet, täglich an Bedeutung.

Zurzeit werden weltweit 41.000 km Hochgeschwindigkeitsstrecken betrieben, die in Kürze auf 98.000 km anwachsen werden, wenn die geplanten und im Bau befindlichen Strecken fertig gestellt sind.
Während unseres Kongresses, der unter dem Motto „Sharing Knowledge for Sustainable and Competitive Operations” steht, werden wir uns in erster Linie damit beschäftigen, wie die Kosten für Bau und Instandhaltung gesenkt werden können bzw. wie die Lebensdauer der HG-Strecken erhalten werden kann.

Im Rahmen der Thematik des nachhaltigen Betriebs werden wir uns ferner damit befassen, wie nachhaltiges Instandhaltungsmanagement aussieht, und wie wir im preislichen Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern bestehen können.“

UIC-Generaldirektor Jean-Pierre LOUBINOUX hob in seiner Eröffnungsrede hervor: „Dieser alle zwei bis drei Jahre stattfindende Hochgeschwindigkeitskongress stellt – unabhängig davon, ob sie bereits Hochgeschwindigkeitssysteme betreiben oder deren Einführung erst in nächster Zukunft planen – eine einzigartige Gelegenheit für unsere Mitglieder dar, sich mit anderen Bahnen, Stakeholdern und Partnern aus der Industrie, der Finanzbranche oder der Geschäftswelt über Best Practice und die künftige Optimierung eines schnellen, sicheren, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Verkehrssystems auszutauschen. Dieses Treffen in Ankara ist für die weltweite Gemeinschaft der Bahnen gedacht und veranschaulicht die Werte Einheit, Solidarität und Universalität, denen sich die UIC verschrieben hat, im Geiste unseres Mottos „Share, Open, Connect“. Hochgeschwindigkeit ist das Schaufenster und der Innbegriff von Spitzentechnologie. Sie zeigt, welche Ambitionen und Visionen die Nationen in der Raumplanung verfolgen und wie sie auf die demographischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in heutigen Zeiten reagieren. In Zeiten, in denen die Uhren immer schneller ticken und Raum zur Mangelware wird, kann die Hochgeschwindigkeit einen Beitrag zur Mobilität, zur schnellen Verbindung zwischen Städten, zur Entlastung anderer Infrastrukturen, zur Erfüllung der gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsziele und zur Vereinigung von Regionen bieten und somit in gewissem Sinne sogar zur Knüpfung friedlicher Bande zwischen Ländern beitragen.“

Beendet wurde der erste Teil der Eröffnungsveranstaltung mit dem Besuch der Messe (über 50 Aussteller) aller offiziellen Vertreter und Teilnehmer.

Überblick über die Hochgeschwindigkeit weltweit

Im zweiten Teil der Eröffnungsveranstaltung wurde zunächst das Programm vorgestellt, das papierlos und extrem interaktiv gestaltet war, insbesondere durch den Austausch zwischen Rednern und Teilnehmern per Smartphone. Durch die Präsentation führten der Ehrenvorsitzende des UIC-Hochgeschwindigkeitskomitees Michel LEBOEUF und der Stellvertretende Leiter der Abteilung für Modernisierung der TCDD, Dr. Fatih SARIKOÇ.

Anschließend gab Marc GUIGON, Direktor der Abteilung Personenverkehr der UIC, einen Überblick über die bedeutendsten Hochgeschwindigkeitsprojekte weltweit.

Nach Diskussionen mit hochrangigen Bahnvertretern folgten dann parallele Sessions sowie drei Podiumsdiskussionen im Plenum unter Leitung führender Persönlichkeiten aus der internationalen Bahn- und Transportwelt zu folgenden Themen:

- Podiumsdiskussion I, 9. Mai: „Auswirkungen des neuen Wettbewerbs und der Kooperation auf das Hochgeschwindigkeitsgeschäft“
- Podiumsdiskussion II, 10. Mai: „Lokale und regionale (Neu-)Gestaltung durch Hochgeschwindigkeit auf der Schiene“
- Podiumsdiskussion III, 10. Mai: „Nachhaltigkeit des Hochgeschwindigkeits-Schienenverkehrs: Erfahrungen und Perspektiven“

Am Abschlusstag des 10. Mai ging es neben der Präsentation ehrgeiziger Hochgeschwindigkeitsprojekte in der ganzen Welt insbesondere um die Perspektiven der Digitalisierung, um die Kooperation mit Start-ups und Studenten und um Partnerschaften mit Universitäten.

Abgerundet wurde das Programm des 10. weltweiten UIC-Hochgeschwindigkeitskongresses durch eine Messe, die ebenfalls im Kongresszentrum Congresium von Ankara stattfand, sowie die technische Besichtigung des Hochgeschwindigkeitsbahnhofs von Ankara, des HG-Instandhaltungswerks von Etimesgut in der Provinz Ankara und eine Fahrt auf der HG-Strecke Ankara-Konya im türkischen Hochgeschwindigkeitszug YHT (Yüksek Hızlı Tren).
Näheres über die Tätigkeiten der UIC im Bereich Schienenhochgeschwindigkeit lesen Sie in der Sonderausgabe der UIC-eNews.

Pressemeldung UIC

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