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Mittwoch, 23 Mai 2018 10:19

Setlog: Data Sharing-Projekt für internationales Supply Chain-Navigationssystem

Die Setlog GmbH hat ein Supply Chain-Navigationssystem für weltweite Transportketten angekündigt. Auf der Basis eines umfangreichen Daten-Sharings werden die anonymisierten Frachtdaten des Softwarehauses mit öffentlichen Daten zusammengeführt. Ziel ist es, mithilfe von dynamischen Simulationsmodellen internationale Supply Chains über alle Verkehrsträger transparent und planungssicher zu machen. Die Plattform für die Fusion und Analyse der Daten bietet der auf der Hannover Messe vorgestellte Telekom Data Intelligence Hub (DIH).

„Das Sharing und die Analyse von Frachtdaten nimmt teure Puffer und Unwägbarkeiten aus dem Spiel. Komplexe internationale Supply Chains lassen sich so in Zukunft sicher und transparent für alle Partner planen“, erläutert Ralf Düster, Managing Director der Bochumer Setlog GmbH.

Bisher sind Daten aus verschiedenen Quellen größtenteils nicht kompatibel und müssen bei einer Verarbeitung in den Systemen des jeweils anderen Geschäftspartners aufwändig übersetzt und angepasst werden. Über den neuen Datenmarktplatz der Telekom lassen sich Geschäftsdaten beispielsweise aus einer individuellen Supply Chain mit öffentlichen Daten wie Staumeldungen oder Wetterdaten zusammenführen und analysieren. Der DIH basiert auf dem unter Führung des Fraunhofer-Instituts entwickelten Industrial Data Space-Standard. Der Datenverkehr wird dabei ausschließlich zwischen Unternehmen, die Daten bereitstellen und seinen Partnern abgewickelt – eine externe oder zentrale Datenspeicherung ist nicht mehr erforderlich. Datenliefernde Unternehmen behalten zudem die Kontrolle über ihre Daten und können steuern, an wen welche Daten in welchem Umfang weitergegeben werden.

Das Bochumer Softwarehaus verfügt durch seine cloudbasierte SCM-Software OSCA über die Businessdaten von 35.000 Nutzern in 92 Ländern, darunter alle wichtigen Logistikdienstleister weltweit. Bereits zum Zeitpunkt der Bestellung wären Unternehmen in der Lage, für jeden Auftrag die optimale Supply Chain zu wählen. Darüber hinaus könnten Ankunftszeiten exakt vorhergesagt und Verzögerungen durch Staus oder Wetterbedingungen allen Supply Chain-Partnern automatisiert für ihre Dispositionssysteme zur Verfügung gestellt werden.

Den Anfang macht in der zweiten Jahreshälfte die Seefracht. In der Container-Linienschifffahrt hat die Pünktlichkeit im vergangenen Jahr stark nachgelassen. Nur noch 74,5 Prozent aller Containertransporte kommen nach einer Analyse von Sea Intel rechtzeitig an. „Auf den vielbefahrenen Containerrouten sind die Ankunftszeiten oft ein Ratespiel. Wetterbedingungen oder lange Abfertigungszeiten können die Ankunftszeiten um bis zu 15 Tage verzögern und den Kostenvorteil wieder zunichtemachen“, weiß Düster.

Auf der Hannover Messe zeigten Setlog, Outdoorausrüster Jack Wolfskin und T-Systems bereits einen Use Case für eine der meistbefahrenen Containerrouten der Welt von Shanghai nach Hamburg. Jack Wolfskin ist dabei über die Schnittstellen des DIH in der Lage, aus den OSCA-Fahrzeiten der vergangenen Jahre, den aktuellen Wetterdaten und den Suez Kanal Traffic Daten automatisiert die Estimated Arrival Time (ETA) taggenau zu prognostizieren.

In der zweiten Jahreshälfte soll der ETA-Service zunächst für die Nutzer der SCM-Software OSCA verfügbar sein. In einem zweiten Schritt werden die Daten auch Dritten zur Verfügung stehen. Das Supply Chain-Navigationssystem soll kontinuierlich um Daten aus der See- und Luftfracht sowie Straßengüter- und Schienengüterverkehr erweitert werden.

Pressemeldung Setlog GmbH

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Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Mai 2018 10:36