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Freitag, 08 Juni 2018 07:10

KolejDEPL: Entscheidungen zum Deutsch-polnischen Bahngipfel überfällig

Am 11. Juni 2018 findet in Potsdam der bislang dritte deutsch-polnische Bahngipfel statt, nachdem dieses Format 2015 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenver-kehr begrüßt dieses Zusammentreffen, verweist jedoch auf die große Anzahl bestehender Defizite im grenzüberschreitenden Verkehr, für die in den nächsten Jahren Lösungen gefunden werden müssen.

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich polnische und deutsche Entscheidungsträger aus Politik und Bahnsektor erneut zu einem Gipfeltreffen zusammenfinden. Seit dem letzten Zusammen-treffen dieser Art ist – jedoch – bedauerlich wenig geschehen.

Außer Fortschritten bezüglich eines Ausbaus und der zweigleisigen Elektrifizierung auf dem Abschnitt Angermünde bis Szczecin sind seit 2016 keine weiteren tiefgreifenden Entscheidungen getroffen wor-den, die den grenzüberschreitenden Verkehr entscheidend voranbringen.

Auf der deutschen Seite wurden vor allem Entscheidungen über den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahninfrastruktur verschleppt. Ohne klare Aussagen zur Finanzierung kamen Planungsprozesse kaum voran, während in der Zwischenzeit auf polnischer Seite rasch weiter ausgebaut wurde.

„Dass die Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen Zgorzelec und Görlitz noch etwa zehn Jahre dauern soll, ist weder den polnischen Partnern noch der Bevölkerung der Region zu vermitteln“, urteilt KolejDEPL-Sprecherin Anja Schmotz. Reisende müssten sich dann darauf einstellen, künftig auf dem Weg von Dresden nach Wrocław in Zgorzelec umzusteigen. Dies ist wesentlich unkomfortabler als in Görlitz.

Hier müssen Lösungen gefunden werden, wie Planungsprozesse gerade bei Ausbaustrecken beschleu-nigt werden können. Dazu gehört ein zügiger Abschluss der Bewertungen der BVWP-Ausbauverfahren auch im Falle der Strecken Cottbus – Görlitz sowie Cottbus – Forst (Lausitz).

Auf polnischer Seite scheitern Verbesserungen oftmals an der zu geringen und zu kurzfristigen Mittel-zuweisung an den Regionalverkehr. „Grenzüberschreitende Bahnverbindungen werden erst interes-sant, wenn man sich auf sie verlassen kann. Von den Gipfelteilnehmern erwarten wir daher, dass sie auch die Realisierung langfristiger Verkehrsverträge bei grenzüberschreitenden Verbindungen auf ihre Agenda setzen.“, erklärt Schmotz.

Pressemeldung Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenverkehr (KolejDEPL), c/o Fahrgastverband PRO BAHN

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Letzte Änderung am Freitag, 08 Juni 2018 06:52