

Fotos Vossloh Rolling Stock, IMATEQ.
Auf der InnoTrans 2024 präsentiert sich Vossloh Rolling Stock gemeinsam mit IMATEQ unter dem Messemotto „Unleash our potential“ (Unser Potenzial freisetzen). „Treffender kann ein Messemotto aus unserer Sicht nicht sein“, freut sich Henrik Egeter, Geschäftsführer Vossloh Rolling Stock, auf die zahlreichen Begegnungen während des Branchenevents.


„Bei uns gibt es viel zu entdecken“: am gewohnten Standort im Freigelände Süd (Stand O/330) können Besucher umweltfreundliche und zukunftsweisende Lokomotiven gepaart mit europaweiter Servicekompetenz erleben und sich erstmalig im InnoTrans Campus in Halle 7.2c am Stand 217 über vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten im mittelständischen Umfeld bei Vossloh Rolling Stock und IMATEQ informieren. Auf der Talentstage informierten wir am 25.09.2024, zwischen 9:30 und 10:00 Uhr über Entwicklungsmöglichkeiten in technischen Berufswelten.
Modula-Plattform jetzt mit vier zukunftsweisenden Varianten

Gleichzeitig steht das Motto „Unleash our potential“ auch für das Selbstverständnis, mit Kunden und Partnern die Zukunft der grünen Mobilität aktiv zu gestalten. Für die Entwicklung erfolgreicher Lokomotiven sind enge Partnerschaften und ein tiefgreifendes Verständnis der Marktbedürfnisse essenziell.
Den Beweis liefert die revolutionäre Modula-Hybridlokomotiven-Plattform, die Kunden und Betreibern höchste Anpassungsfähigkeit und Zukunftssicherheit bietet. Neben der Nutzung emissionsarmer Technologien, können Energiequellen flexibel kombiniert werden, um den spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden. Sowohl für Rangieraufgaben als auch schwere Gütertransporte konzipiert, bieten sie eine robuste und zuverlässige Leistung. Die konsequente Ausrichtung an heutigen sowie zukünftigen Kundenanforderungen spiegelt sich in der Tatsache wider, dass inzwischen alle vier Modula-Varianten von Kunden bestellt wurden bzw. ein LOI unterzeichnet wurde. Die Prototypen befinden sich in der Montage und Prüfung; exemplarisch wird die Modula EBB zu sehen sein, die seit April 2024 die für die Zulassung notwendigen Typentests durchläuft, während die fahrdynamischen Tests sehr vielversprechend verlaufen.
Das strahlende Highlight ist jedoch die Modula BFC als gemeinschaftliche Weltprämiere von Vossloh Rolling Stock und duisport rail. Dipl.-Ing. Hans-Georg Christiansen, Geschäftsführer von duisport rail ist stolz auf das Erreichte: „Mit der Batterie-Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lokomotive setzen wir gerade in diesen herausfordernden Zeiten ein wichtiges Signal für den Verkehrsträger Schiene und im Besonderen den Schienengüterverkehr auf dem weiteren Weg der Dekarbonisierung.“ In enger Zusammenarbeit wurden Lösungen für die Kapazität der Kohlefasertanks, das Druckniveau des Systems sowie die Stoßempfindlichkeit gefunden. Auch die Erfahrungen der Muttergesellschaft CRRC ZELC aus mehreren erfolgreich umgesetzten Projekten mit deren Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie, waren wegweisend. Die wasserstoffbetriebene Modula BFC soll u.a. am neuen Duisburg Gateway Terminal (DGT) zum Einsatz kommen, dem größten KV-Terminal im europäischen Hinterland, das mit Hilfe einer eigenen Photovoltaikanlage und Wasserstoff vollkommen klimaneutral betrieben wird.
Welche der vier Varianten – EBB, EDD, BDD oder BFC – für die jeweiligen Kundenbedürfnisse das ideale Paket darstellt, lassen sich Energieverbrauch, Kosten und Laufzeiten anhand von Kundendaten – auf Basis zukünftiger Streckencharakteristika, Fahrpläne und Zuggewichte – simulieren und analysieren, um eine genau abgestimmte Variante zu ermitteln.
Neue Service-Dimension
Serviceseitig sind die Modula-Lokomotiven mit einem intelligenten Zugsteuerungssystem (TCMS) ausgestattet, welches die Daten von mehr als 100 Sensoren sammelt und auswertet. Diese in der Cloud gespeicherten Informationen können für die zustandsbasierte Wartung sowie das Flottenmanagement genutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist das neue Steuerungssystem. Damit wurde die Basis geschaffen um die Lokomotiven in den nächsten Jahren mit neuen Funktionen aufzurüsten. Da neue Marktanforderungen im Raum stehen, sind viele davon bereits in der Plattform berücksichtigt worden. So kann bspw. eine digitale automatische Kupplung nachgerüstet werden, oder eine Kamera zur Hinderniserkennung. Auch ein höheres ATO-Niveau wird möglich sein. Die Modula-Plattform wird kontinuierlich weiterentwickelt, wenn neue Techniken verfügbar werden. Auch Augmented-Reality- Funktionen für Serviceeinsätze und Support sind möglich.
Zudem können durch das modulare Antriebsstrangkonzept Antriebsquellen auch nach einigen Betriebsjahren durch neue Systeme ersetzt werden, sollte sich das Betriebsprofil ändern oder neue Entwicklungen zur Verfügung stehen, wie z.B. Batterien mit höherer Kapazität.
Second-Life-Batteriekonzept
Mit dem Second-Life-Batteriekonzept wurde mit spezialisierten Second-Life-Partnern ein Kreislaufsystem für die Traktionsbatterien initiiert. Dadurch werden Lokomotiven von Vossloh Rolling Stock im Sinne des Leitgedankens „Sustainability in motion“ noch nachhaltiger und umweltfreundlicher.
DE 18 SmartHybrid neu ausgerichtet

Davon profitiert zu Beginn vor allem die DE 18 Lokomotive in der SmartHybrid-Variante. Durch die unterflur verbaute Batterie ist emissionsfreies Rangieren für eine Stunde möglich. Darüber hinaus setzt das leistungsstarke Antriebssystem neue Maßstäbe in der Eisenbahnbranche. Dank der intelligenten Betriebsmodi und der Möglichkeit, umweltfreundlichen HVO-Kraftstoff nutzen zu können, um bis zu 90 % CO2 einzusparen, bietet sie erhebliche Vorteile in Bezug auf Effizienz, Betriebskosten und Umweltschutz. Diese Aspekte waren u. a. entscheidend für den Kauf von zehn emissionsarmen Lokomotiven dieses Typs durch die SPITZKE SE. Auch Mark Fisher, CTO der SPITZKE SE, bestätigt dies und betont: „Mit unserer Entscheidung für die Universallokomotive entsprechen wir dem konkreten Bedarf, unsere Kapazitäten für die Instandhaltung und Revitalisierung der schienengebundenen Infrastruktur zu erhöhen. Denn noch nie war eine verlässliche Bahninfrastruktur so wichtig und das Volumen an anspruchsvollen Großprojekten so groß wie heute. Ausschlaggebend für die Entscheidung, die DE 18 von Vossloh Rolling Stock zu erwerben, sind neben der vertrauensvollen Zusammenarbeit über viele Jahre und der herausragenden Leistungswerte der DE 18 vor allem die hohe Qualität der Lokomotiven und deren flexiblen Einsatzmöglichkeiten sowie die zeitnahen Lieferoptionen“, betont Mark Fisher.
Roland Pauli, Geschäftsführer der SLG SPITZKE LOGISTIK GmbH, fügt hinzu: „Die DE 18 Stage V-Lokomotiven, die ab Sommer 2025 ausgeliefert werden sollen, werden künftig bei der SLG SPITZKE LOGISTIK GmbH als Tochtergesellschaft der SPITZKE SE im Einsatz sein und eine zentrale Rolle im innerdeutschen Versorgungsverkehr für Bauvorhaben der Unternehmensgruppe SPITZKE sowie bei der Realisierung von Transportleistungen für Kunden der SLG aus der Branche spielen.“
Während das Nachrüstangebot für ETCS L2 in der Entwicklung ist – Zulassung für die Länder Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland in 2025 erwartet – wird die DE 18 SmartHybrid ihren Erfolgskurs nun auch außerhalb Europas fortsetzen.
Pressemeldung Vossloh Rolling Stock GmbH