Diese Seite drucken
Mittwoch, 16 Oktober 2024 10:30

EVB: Schienengüterverkehr in der Fläche für Verkehrswende- Preis nominiert

evb güterzüge auf eigenem netz (foto christoph grimm) medium 10evb güterzüge auf eigenem netz (foto christoph grimm) medium 9
Fotos Christoph Grimm.

Zehn Monate nach seinem Start kann das Projekt „Schienengüterverkehr in der Fläche“ der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) nicht nur zahlreiche neu gewonnene Verkehre vorweisen – sondern auch die Nominierung zum bundesweit ausgeschriebenen Verkehrswendepreis der Allianz Pro Schiene e.V. Die Preisverleihung findet am 4. November 2024 in Berlin statt.

evb güterzüge auf eigenem netz (foto christoph grimm) medium 8

Ausdrückliches Ziel des vom Umweltbundesamt geförderten Preises ist es, „die Umsetzung der Verkehrswende zu beschleunigen. Dafür möchten wir erfolgreiche Vorbilder vorstellen, an denen sich andere orientieren können und die zur Nachahmung anregen“, so die Allianz Pro Schiene. Neben der evb haben 16 weitere Projekte den Schritt in die finale Auswahl geschafft. Elf davon – auch das der evb – konkurrieren um den Hauptpreis, sechs um den Sonderpreis Baukultur.

Nachhaltigkeit als Ziel

Mit ihrem im Januar 2024 angestoßenen Projekt möchten die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) den Beweis antreten, dass auch abseits der Ballungszentren signifikante Verkehre von der Straße auf die Schiene transferiert werden können – und helfen, CO2 zu sparen. Dabei ist eine Wiederbelebung des Einzelwagenverkehrs ebenso Projektbestandteil wie Zubringerverkehre zu Hub- Terminals im Norden im Kombinierten Verkehr (KV) und individuelle Ganzzuglösungen.

Die evb agiert dabei nicht nur als Transporteur und Infrastruktur-Anbieter mit 235 Kilometern eigenem Streckennetz, sondern als zentraler Ansprechpartner, der Akteure vernetzt, zwischen Anschließern, Verladern und EVUs vermittelt und Unternehmen bei der Erstellung von Förderanträgen sowie der Reaktivierung oder Neuerstellung von Gleisanschlüssen unterstützt.

Inzwischen sind die ersten Neugeschäfte fest vereinbart – und weitere stehen in Aussicht. Zu den neu gewonnenen Partnern der evb zählt das Landhandels- Unternehmen RAISA aus Stade.

„Nach zwei Jahrzehnten reinem Lkw-Verkehr hat sich die RAISA entschlossen, den Transport auch auf der Schiene wieder aufzunehmen“, so Ingo Heine, Inhaber der 2023 neu geschaffenen Position für den Vertrieb der evb-Infrastruktur.

Erste Düngemittelzustellungen und -Entladungen am Bahnhof Bremervörde sind bereits erfolgt; in Zukunft sollen sowohl Dünge- als auch Futtermittel in Bremervörde und zu weiteren Zielbahnhöfen auf dem Streckennetz der evb wie Fredenbeck, Selsingen und ggf nach Osterholz-Scharmbeck und Gnarrenburg zugestellt werden.

Transporte u.a. ab Fredenbeck, Selsingen oder Bremervörde

Bereits Ende Juli nahm mit der HANSA Landhandel ein weiterer evb-Partner den Kombinierten Verkehr mit Düngemittel-Ganzzügen auf. „Nur wenige Betonteile mussten bei der HANSA entfernt werden – schon stand die Verbindung zwischen dem HANSA-Betriebsgelände in Sittensen und den Gleisen der evb-Infrastruktur“, schildert Ingo Heine. Ein Teil der Ladung wurde mittels Transportband direkt in die Lagerräume vor Ort befördert – der Rest ging per Lkw in Richtung weiterer Niederlassungen. Zustellungen in Weertzen und Geestenseth sind in Planung.
Auch die Manfred Ende GmbH aus Westerstede nutzt u.a. evb-Infrastruktur für die Zustellung von Schotter aus Sachsen-Anhalt zur evb-Ladestraße in Waffensen. Die Ende GmbH bedient mit dem Schotter die im Bau befindlichen Stromtrassen der Tennet-Gruppe als Stabilisierung, auch für Strommasten.

Schotter für den Stromtrassenbau

In naher Zukunft erwartet die evb weitere Abschlüsse: „Unser Konzept ist klimafreundlich, wirtschaftlich und flexibel – und das auch außerhalb der großen Ballungsgebiete“, betont Ingo Heine.

Für die Zustellung der Züge sowie anfallende Rangierarbeiten arbeitet die evb neben dem eigenen Geschäftsbereich Logistik auch mit weiteren Partner-EVUs zusammen, etwa der EGP (Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH), der HLG (Holzlogistik und Güterbahn GmbH) Bebra, LokRapid (Roland Sandkuhl) sowie der HHPI (Heavy Haul Power International GmbH) und der Raildox GmbH & Co KG in Erfurt.

„Mit der Unterstützung der evb Logistik und weiterer erfahrener Teams aus dem Bahnbereich sind wir zuversichtlich, dass sich die Neugeschäfte herumsprechen – und dass weitere Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum auf den ‚fahrenden Zug aufspringen‘“, ist Ingo Heine überzeugt.

Pressemeldung EVB

Zurück