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Donnerstag, 26 Juli 2018 07:05

CNA: Siemens AG Mobility Division erhält Innovationspreis für das Projekt X-EMU

Foto 1 CNA Innovationspreis Siemens

Foto CNA/Fuchs.

Der Center for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V. (CNA) / Cluster Bahntechnik hat in diesem Jahr zum 16. Mal den Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik“ vergeben. Prämiert wurde dieses Jahr das Unternehmen Siemens AG für das Projekt Hochleistungs-Brennstoffzellen-Batterie- Antrieb für Hybrid-Triebzüge in einem Traktionsbaukastensystem (X- EMU).

Rund 80 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft waren zusammen mit einer Reihe von Medienvertretern bei der Preisverleihung in den Räumen des DB Museum in Nürnberg zu Gast.

Norbert Schäfer, Vorstandsvorsitzender CNA e.V., lobte bei der Überreichung des Preises an Sabrina Soussan, CEO der Siemens Division Mobility, das hohe ökonomische und ökologische Potenzial durch das innovative Konzept. Die Entwicklung X-EMU vereint beide Technologien – Wasserstoff und Batterien in einem flexiblen Traktionsbaukastensystem. Siemens kann damit im Vergleich zu all seinen Wettbewerbern nicht nur die komplette vorgelagerte Erzeugungskette sicherstellen, sondern auch als einziger Anbieter Fahrzeuge in zwei Ausprägungen – Batterie und H2 – anbieten.

In ihrer Laudatio würdigte Bayerns Bau- und Verkehrsministerin Ilse Aigner die Innovation: „Siemens leistet mit dieser alternativen Antriebstechnik einen spannenden und wichtigen Beitrag zu mehr Emissionsfreiheit im Schienenverkehr und unterstreicht damit wieder einmal die Leistungsstärke des Unternehmens und der bayerischen Bahntechnik-Branche. Wir wollen gerade auch im Bahnland Bayern Diesel-Züge so schnell wie möglich in die Rente schicken, damit Energie und Emissionen einsparen und den ohnehin umweltfreundlichen Schienenverkehr vor allem für die Strecken-Anrainer deutlich verträglicher gestalten. Meilensteine wie die X-EMU-Entwicklung liefern die hierfür notwendigen Möglichkeiten.“

Ausgangsbasis

In Deutschland sind ca. 50 % des Streckennetzes nicht elektrifiziert. Dabei handelt es sich überwiegend um Nebenstreckenabschnitte des Regional- bzw. Personennahverkehrs. Diese Strecken werden zum Großteil mit dieselelektrischen Triebzügen befahren.

Nutzen

Um den zukünftigen Vorgaben und Anforderungen für emissionsfreie Fahrzeuge gerecht zu werden, legt Siemens den Schwerpunkt auf die Entwicklung eines modularen, skalierbaren Traktionsbaukastensystems zur flexiblen Integration von Brennstoffzellen und Batterien in hocheffiziente Triebwagen als alternative Antriebstechnologie.

Die technische Realisierbarkeit der einzelnen Teilsysteme wie Brennstoffzelle, Batterie und Gleichspannungssteller ist unabhängig voneinander bereits heute gegeben.. Durch Systemintegration, Optimierung und Simulation soll in dem geplanten Vorhaben die – bisher noch nicht nachgewiesene – Machbarkeit einer Systemlösung mit der Leistungsfähigkeit eines Elektrotriebzugs validiert werden.

Innovativität

Erstmalig wird ein Ansatz verfolgt, in dem das Fahrzeug und dessen Traktionssystem um die neuen Antriebskomponenten – Batterie und Brennstoffzelle – aufgebaut wird und nicht umgekehrt. Die Entwicklung, die in diesem Vorhaben durchgeführt wird, unterscheidet sich somit stark von bisherigen Projekten. So werden nicht in vorhandene Diesel- oder Elektrotriebzüge alternative Antriebssysteme verbaut, sondern der Zug in einem nachfolgend beschriebenen systematischen Verfahren neu entwickelt, getestet, optimiert und anschließend ein flexibles Traktionsbaukastensystem auf Basis der Antriebsanforderungen definiert und dimensioniert. Diese Flexibilität erlaubt es, unter Berücksichtigung streckenspezifischer, infrastruktureller und betrieblicher Rahmenbedingungen verschiedene Technologielösungen (Brennstoffzelle und/ oder Batterie) anbieten zu können.

Die Siemens AG bringt mit dieser neuartigen Innovation eine nachhaltige und flexible Produktlösungen für den Austausch konventioneller Dieselantriebe bereitzustellen. Dabei fußt das Projekt auf enger Zusammenarbeit mit der Universität RWTH Aachen als renommierte Wissenschaftseinrichtung sowie auf einer zukunftsweisenden Kooperation mit dem Nationalen Innovations- programm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Entwicklungsstadium / Stand der Einsetzbarkeit

Die Projektstruktur basiert auf mehreren Work-Streams mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklungsarbeit des beschriebenen Hochleistungsbatteriesystems sowie des Brennstoffzellensystems der nächsten Generation. Alle Work-Streams sind bereits planmäßig im Jahr 2016 angelaufen. Nach dem Abschluss der ersten Konstruktionsarbeiten eines prototypischen Batteriefahrzeuges auf Basis eines Siemens Desiro ML. Mitte des Jahres 2018 werden Ergebnisse auf der Fachmesse Innotrans der Öffentlichkeit präsentiert. Schließlich münden die oben genannten Entwicklungsströme auf Basis eines flexiblen Traktionsbau- kastensystems in die Siemens Fahrzeug-Plattformen.

Pressemeldung CNA

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Letzte Änderung am Mittwoch, 25 Juli 2018 17:06