english

Freitag, 12 Oktober 2018 09:49

FH St Pölten: Projekt Railcheck - Ein Roboter, der Schienenbrüche erkennt

schienenroboter c fhstp mark hammer (5)schienenroboter c fhstp mark hammer (6)

v. l. n. r.: Vanessa Spatzierer, Stefanie Mulaj, Patrick Pastler, Noah Kalmar, Mario Rogler, Gregor Kauscheder, Klemens Hofer, Hirut Grossberger. Fotos  FH St. Pölten / Mark Hammer.

SchülerInnen der PTS Mistelbach entwickelten im Rahmen der niederösterreichischen Science Fair gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Fachhochschule St. Pölten einen Roboter, der Brüche in Bahnschienen frühzeitig erkennen kann. Diese Woche wurde das Projekt bei der Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich ausgezeichnet.

schienenroboter c fhstp mark hammer (12)

Bei der Science Fair Niederösterreich entwickeln Schulen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen Projekte. Im Rahmen der Science Fair Niederösterreich 2017 entwarfen SchülerInnen des Fachbereichs SMART Techtronics der Polytechnischen Schule Mistelbach im Zusammenarbeit mit Forscherinnen und Forschern des Departments Bahntechnologie und Mobilität der FH St. Pölten einen Roboter, der mittels Infrarot Schienenbrüche in einem frühen Stadium erkennt.

Mittwochabend wurde das Projekt bei der Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich mit dem ersten Preis für Science-Fair-Projekte ausgezeichnet.

Steuerung über App

„Schienen können durch hohe Belastung, Materialermüdung und Witterungseinflüsse brechen. Diese Bruchstellen haben ein hohes Gefährdungspotential. Es ist wichtig, Brüche früh ausfindig zu machen und zu reparieren. Das ist ein essentieller Sicherheitsvorteil bzw. Zeitvorsprung, um mögliche Zugsunglücke zu verhindern“, sagt Hirut Grossberger, Forscherin am Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten, die das Projekt gemeinsam mit Student und Junior Researcher Martin Kalteis begleitet hat.

Entstanden ist im Projekt ein voll funktionsfähiger Detektionsroboter, der Ansätze von Brüchen mittels Infrarot erkennt: Er schickt ein Infrarotsignal aus, das an der Schiene reflektiert und mittels Infrarotempfänger ausgewertet wird. Der Roboter überträgt die Daten auf eine App und wird über diese gesteuert. Zum Auffinden der Brüche haben die SchülerInnen auch Lichtschranken und Ultraschall getestet, die sich aber als nicht praxistauglich erwiesen haben.

"Die größten Herausforderungen bei der Entwicklung des Roboters waren, den Prototyp so zu gestalten, dass der laufende Zugverkehr nicht behindert wird und der Roboter Hindernisse wie Bahnübergänge und Weichen überfahren kann. Die SchülerInnen haben dafür ein spezielles Fahrgestell entwickelt“, erklärt Fachlehrer Klemens Hofer von der PTS Mistelbach.

Kooperation von Forschung und Schule

Die FH St. Pölten hat die Projektgruppe mit bautechnisch-wissenschaftlichem Wissen zu Schienenbrüchen unterstützt und die Umsetzbarkeit des Prototyps überprüft. „Den Schülerinnen und Schülern ist eine hohe Qualität in der technischen Ausarbeitung und der Darstellung der Projektergebnisse gelungen. Das ist beeindruckend“, sagt Grossberger.

Ein Vorläuferprojekt, ebenfalls unter dem Titel Railcheck, wurde im Jahr 2017 bereits beim NÖN-Leopoldpreis in der Kategorie „Unsere Zukunft“ ausgezeichnet.

Science Fair NÖ

Die Science Fair NÖ ist ein Projekt des Forschungs-, Technologie- und Innovationsprogramms des Landes Niederösterreich. Bei dem schulischen Wettbewerb stellen SchülerInnen im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung vorwissenschaftliche Projekte vor. Die Projekte werden im Unterricht gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern niederösterreichischer Forschungseinrichtungen umgesetzt. Im Rahmen einer großen Science Fair präsentieren die SchülerInnen ihre Projekte. Eine Jury zeichnet die besten Projekte aus. Die Science Fair fand dieses Jahr im Mai an der FH St. Pölten statt, die Übergabe der Preise erfolgte diese Woche bei der Wissenschaftsgala des Landes NÖ.

Pressemeldung FH St. Pölten

Zurück

Letzte Änderung am Freitag, 12 Oktober 2018 09:58