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Freitag, 07 Dezember 2018 07:10

Deutsche Bahn: DB Systemtechnik präsentiert den 500. Messradsatz

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Fotos Deutsche Bahn AG/Martin Loibl.

DB Systemtechnik, der Prüf- und Ingenieurdienstleister der Deutschen Bahn (DB), hat in Minden ihren 500. Messradsatz vorgestellt. Das neueste Modell ist das Ergebnis einer über 40-jährigen Technologieentwicklung.

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Neue Technologie: keine mechanische Änderung am Radsatz notwendig

Die innovative Technologie macht die Ausrüstung von beliebigen Radsätzen mit Messtechnik ohne konstruktive Änderung möglich. Bisher war es notwendig zur Prüfung von Schienenfahrzeugen oder von Eisenbahnstrecken die erforderlichen Messradsätze durch eine Bohrung zu verändern. Nur so konnten die Signalleitungen vom Sensor zum Messverstärker geführt werden. Das neueste Modell vermeidet diese Bohrung durch die neue berührungslose Signalübertragung. Das senkt Kosten und Zeitaufwand, um einen normalen Radsatz zu einem Messradsatz umzurüsten.
„Unsere Kunden müssen zukünftig nicht mehr zwingend zusätzliche Radsätze bereitstellen. Darüber hinaus unterstützt die neue Technik eine schnelle Zulassung“, sagt Hans Peter Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der
DB Systemtechnik.

Kurzer Exkurs: Historie der Messradsätze

Rad-Schiene Kräfte sind eine wichtige Messgröße bei der Zulassung von neuen und konstruktiv veränderten Schienenfahrzeugen. Für die Freigabe von neugebauten oder modernisierten Eisenbahnstrecken sowie deren regelmäßige Inspektion müssen diese Kräfte erfasst werden. Dies geschieht während des Fahrbetriebes und erfordert den Einsatz von Messradsätzen.

In den 50er Jahren wurde erstmals mit Dehnungsmessstreifen an Radsätzen gearbeitet. Diese Messungen waren aber sehr unpräzise. In den 70er Jahren erfolgte dann eine Signalübermittlung mit Hilfe von einem sogenannten Schleifringübertrager. Gerade bei Fahrten in Gleisbögen waren die Ergebnisse jedoch fehlerhaft.

Etwa zehn Jahre später wurde das Welle-Radscheiben-Kombinationsverfahren eingeführt, das eine beachtlich hohe Messgenauigkeit erzielte. Unter anderem wurden jetzt nicht nur Messungen über die Radsatzwellen erfasst, sondern auch mittels Sensoren an den Rädern. Nachteil dieses Verfahrens war, dass anschließend regelmäßig aufwendige Prüfungen durchgeführt werden mussten, um sicherzustellen, dass bei den genutzten Radsätzen durch die Bohrung für die Signalleitungen keine Risse entstehen.

Seit 2014 entwickelten die Mindener daher eine induktiv arbeitende Telemetrie, die „berührungslos“ funktioniert. Die neue Technologie, die jetzt beim 500. Messradsatz angewendete wurde, ermöglicht Radsätze in unveränderter Form zu Messradsätzen umzugestalten. Eine Bohrung ist weder in Radsatzwellen noch an Rädern notwendig.

500 Radsätze: ein Zahlenspiel

Die bisherigen Radsätze haben bei ihren Messfahrten rund 30 Millionen Zugkilometer zurückgelegt. Damit fährt man rund 750 Mal um die Erde. Oder: Man könnte zehn ICE 4 nur mit Messradsätzen ausrüsten. Stellt man die Radscheiben der 500 Messradsätze hintereinander auf, sind es genau 1.000 Stück. Ein Messradsatz besteht aus zwei Rädern.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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