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Montag, 17 Dezember 2018 08:51

UIC: 93. Generalversammlung des Internationalen Eisenbahnverbandes

Am 7. Dezember tagten das Exekutivkomitee und die 93. Generalversammlung des Internationalen Eisenbahnverbandes am Sitz der UIC in Paris. Den Vorsitz führte Gianluigi Vittorio Castelli, Ferrovie dello Stato Italiane (FS) und UIC-Präsident, im Beisein des UIC-Generaldirektors Jean-Pierre Loubinoux und Isa Apaydin, Vorstand der Türkischen Bahnen (TCDD) und UIC-Vize-Präsident. Jean Todt, Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), war zu einem einleitenden Vortrag eingeladen.

UIC-Generaldirektor Jean-Pierre Loubinoux betonte: „Die diesjährige 93. Generalversammlung am Sitz der UIC findet in Verbindung mit den Regionalversammlungen Afrika und Europa sowie zwei weiteren Sonderveranstaltungen statt. Zum Einen tagte eine Hochrangige Gruppe, die sich aus renommierten Vertretern der Mitgliedsunternehmen und Partner zusammensetzt, u. A. Nancy Vandycke, Programm-Managerin, Sustainable Mobility for All & Wirtschaftsberaterin der Weltbank, Young Tae Kim, Generalsekretär des Weltverkehrsforums (ITF), Don Upson, Mitgründer der CES Las Vegas, Bebop Gresta, Vorstand von Hyperloop Transportation Technology, Gianluigi Vittorio Castelli, UIC-Präsident, und Jean-Daniel Tordjman, Präsident des Club of Ambassadors. Gleichzeitig fand die Digital-Konferenz der UIC statt, an der die Digital Awards vergeben wurden. Diese Preise, die parallel zu den Innovations- und Forschungspreisen der UIC verliehen werden, würdigen den Einsatz und die Arbeit von Studenten oder jungen Start-ups, die ihr Fachwissen und ihr Interesse an der Entwicklung der Schiene in die UIC einbringen. Die Mitglieder, Partner und Mitarbeiter der UIC nutzen diese Veranstaltungen vom 6. und 7. Dezember, um ihr Wissen zu teilen und zu vernetzen, um so gemeinsam ein Stück auf dem Weg zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele unseres Verbandes für die weltweite Gemeinschaft der Bahnen zurückzulegen.“

UIC-Führungsspitze

Die UIC-Generalversammlung wählte Gianluigi Vittorio Castelli zum UIC-Präsidenten. Sie bestätigte die Erneuerung der Mandate von FS und TCDD (2019-2020) und garantiert somit die Stabilität und nahtlose Weiterführung der Geschäfte. Nachfolger von Jean-Pierre Loubinoux als Generaldirektor der UIC ab Mitte 2019 (nach einer sechsmonatigen Übergangszeit) für die kommenden vier Jahre wird François Davenne, der erklärte, sein Ziel sei die kollektive Definition der Perspektiven der Bahn. Dabei will er die intern und extern vorhandene Erfahrungen nutzen. Abschließend dankt er den Mitgliedern für ihr Vertrauen.

Bericht des UIC-Präsidenten

„Zunächst möchte ich mich bei meinem Vorgänger Renato Mazzoncini bedanken, der alles daran setzte, die weltweite Zusammenarbeit im Rahmen der UIC zu fördern. Ich war sehr stolz, sein Mandat im August übernehmen zu dürfen und kann das weitere Engagement der FS bestätigen. Auch für mich steht das Ziel, Mehrwert für die Mitglieder über unseren Verband zu erzeugen, an höchster Stelle. Ich übernehme dieses Amt in einer Zeit des Umbruchs, da bald auch ein neuer Generaldirektor sein Amt antreten wird. Jean-Pierre Loubinoux zeigt seit über 10 Jahren höchsten Einsatz und herausragendes Engagement. Die Wahl seines Nachfolgers war daher keine einfache Aufgabe. In der letzten Generalversammlung kamen wir überein, dass François Davenne nach einer Übergangszeit von sechs Monaten für vier Jahre ernannt werden soll.
Die Erneuerung der Mandate von FS und TCDD für 2019-2020 gewährleistet einen nahtlosen Übergang und eine stabile Geschäftsführung im Einklang mit den Statuten der UIC. Bei unserem Treffen im September in Berlin kamen Herr Apaydin und ich überein, diesen Übergang sorgfältig zu überwachen”.
Ferner fügte er hinzu, 2018 sei es der UIC und ihren Mitgliedern gelungen, eine Reihe von Aktivitäten und Veranstaltungen zu organisieren, im Rahmen derer mit allen Stakeholdern aus dem Bereich Mobilität und Umwelt zusammengearbeitet wurde, wie beispielsweise die Global System Conference on Signalling & Telecom, der 10. weltweite Hochgeschwindigkeitskongress, der Internationaler Tag zur Förderung sicherheitsbewussten Verhaltens an Bahnübergängen (ILCAD) und die 6. Gobal Rail Freight Konferenz.

Weiteres Vorgehen

Gianluigi Vittorio Castelli unterstrich, all dies zeige, wie vital und kreativ die Eisenbahnverkehrsunternehmen und Netzbetreiber in der ganzen Welt seien. Die Gemeinschaft der Bahnen sei bereit, sich neuen und noch ehrgeizigeren Herausforderungen zu stellen, auf die er im Weiteren näher einging.

Digitalisierung und digitale Transformation

„Die gerade beschriebenen Aktivitäten und Ergebnisse zeigen, dass sich die Gemeinschaft des Nutzens der Digitalisierung bewusst ist und bereits sichere, zuverlässige digitale Technologien in ihren Geschäftsprozessen einsetzt. Digitalisierung nur um der Digitalisierung willen macht allerdings keinen Sinn. Sie sollte als Verlagerung auf eine andere Technologie gesehen werden, ähnlich wie der Übergang vom Dampfbetrieb zu elektrifizierten Strecken im letzten Jahrhundert. Die Digitalisierung unterstützt die anderen technischen Errungenschaften im Bereich der Automatisierung, der intermodalen und logistischen Integration, des Betriebs- und Energiemanagements oder kundenorientierter Lösungen im Personen- und Güterverkehr, die von einigen UIC-Mitgliedern in verschiedenen Regionen bereits eingesetzt werden, wie wir gesehen haben. Die Digitalisierung muss uns jedoch mehr als das bringen. Sie muss uns neue technische, organisatorische und geschäftsorientierte Fähigkeiten verleihen, die erforderlich sind, um den Kundenbedarf zu antizipieren und maßgeschneiderte Dienstleistungen zu bieten. Sie muss es uns ermöglichen, neue Geschäftsmodelle zu planen und zu vermarkten. Sie muss uns helfen, im Wettbewerb mit den Digital Natives zu bestehen. Sie muss uns Zugang zu neuen Finanzierungsquellen und -instrumenten verschaffen, die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte für neue Organisationsmodelle und die Schaffung und Pflege innovativer Partnerschaften unterstützen, um nur einige Aspekte zu nennen.

Mit anderen Worten: Wir müssen die Digitalisierung nutzen, um einen umfassenden humanen und industriellen Wandel der Bahnen herbeizuführen, der sie zu leistungsfähigen Akteuren der digitalen Wirtschaft macht, in der Bürger und Geschäftswelt zunehmend Mobilität generieren, da sie sich bereits in einem digitalen Umfeld bewegen.

Die Förderung und Beschleunigung dieser Transformation sollte unser nächstes Ziel sein, zu dessen Erreichung sich die UIC-Mitglieder ein effizientes Hilfsmittel zugelegt haben: der Plattform Digital der UIC. ”

Forschung und Innovation

„Zu den ersten Ergebnissen der Plattform Digital gehört der Wegweiser für den Übergang der UIC von der reinen Projektrealisierung hin zu einer weltweiten F&E-Organisation, unter deren Dach der Bahnsektor die Mobilität der Zukunft gestalten kann. Ich plädiere dafür, dass in den kommenden Jahren die weltweite Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und Entwicklung der Hauptauftrag der UIC wird, im Rahmen derer gewillte Mitglieder menschliche, finanzielle und materielle Ressource bündeln können.

Dadurch werden Ruf und Ansehen der UIC bei Institutionen und anderen Branchen steigen, sodass neue Instrumentarien, wie beispielsweise die Vereinbarungen mit der UITP oder anderen Organisationen und die TrainRail-Initiative, über die Sie später mehr hören, auch tatsächlich mit Leben erfüllt werden können.
Forschung und Entwicklung kann und sollte also der Hauptmotor sein, der den Standardisierungsprozess antreibt und aus dem sich richtungsweisende International Railway Solutions (IRS) ergeben, von denen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Sektors in weiten Teilen abhängt”.
Gianluigi Vittorio Castelli ging ferner auf weitere Themen wie Automatisierung, Robotertechnik und Geschäftsplattformen (Amazon, Google, Uber) ein.

Internationale Schienenkorridore

„Zurzeit werden in der Region Asien-Pazifik überall Güterverkehrskorridore ausgebaut. Sie verbinden Ost und West und werden mit Unterstützung verschiedener Akteure wie zwischenstaatlichen Organisationen, Finanzinstitutionen und multimodalen Verkehrsunternehmen im Rahmen von Projekten und Initiativen vorangetrieben. Das Rückgrat bilden die Bahnen. Erfolgreicher Betrieb und Geschäftsmodelle sollten allerdings durch international anerkannte und angewandte interoperable Lösungen und Standards unterstützt werden, die wir weiterhin bei der UIC erstellen müssen.“

Standardisierung

„Standardisierung ist der Schlüssel für den Ausbau unseres Geschäfts und die zentrale Komponente des Wettbewerbs. Für die Gemeinschaft der Bahnbetreiber ist die UIC die maßgebliche Organisation, da sie betriebs- und leistungsorientiert ist. Sie stellt Lösungen für das Tagesgeschäft der Bahnbetreiber bereit. Ihre auf Freiwilligkeit beruhenden und im Konsens erstellten International Railway Solutions (IRS) bilden die wirtschaftliche und sicherheitstechnische Basis, die für die Bahn von morgen von vitaler Bedeutung ist.

Ziel ist es, qualitativ hochwertige Grundlagen für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung zu entwickeln, die dem Endkunden von den Bahnbetreibern geboten werden.

Die IRS sind nicht nur eine nützliche technische Grundlage für die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen, sondern auch für die Erstellung der entsprechenden Vorschriften. Noch wichtiger ist es, dass IRS über Produkt- und Systemoptimierungen und dank Best Practice zu Kostensenkungen führen müssen, die wiederum dem Ausbau des Systems zu Gute kommen. Die Einrichtung der Querschnittsabteilung Standardisierung war in dieser Hinsicht sehr zielführend, wie die 44 genehmigten IRS im ersten Jahr zeigten. Aus meiner Sicht ist dies ein klares Zeichen für die positive Dynamik. Auch bin ich sehr erfreut über das wiedererlangte Vertrauen und die reibungslosen Beziehungen zu den Normungsgremien und den Herstellern.

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Wettbewerb mit diesen Gremien zu Gunsten einer gegenseitigen Ergänzung reduziert werden sollte, da dies zu einer effizienten Nutzung der begrenzten menschlichen und finanziellen Ressourcen führen wird. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu betonen, dass alles darangesetzt wurde, zielorientierte und zeitsparende Standardisierungsprozesse zu entwickeln. ”

Nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftlichkeitsbilanz

„Im Januar 2016 traten die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) in Kraft, welche die Entwicklungspolitik der Vereinten Nationen und die Finanzierung der Programme bis 2030 steuern werden. Wenn diese Ziele erreicht werden sollen, müssen die Regierungen, der Privatsektor und die Bürger gemeinsam darauf hinwirken, dass wir den kommenden Generationen einen intakten Planeten hinterlassen. Es gibt kein Land in der Welt, das die drastischen Auswirkungen des Klimawandels nicht am eigenen Leib erfährt. Die Treibhausgasemissionen steigen und liegen heute über 50 Prozent höher als 1990. Die Erderwärmung löst lang anhaltende Veränderungen in unserem Klimasystem aus, die nicht mehr rückgängig zu machende Konsequenzen haben werden, wenn wir nicht sofort handeln. Die UIC kann eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht zu erläutern, warum in die Bahn investiert werden muss.

Die Studie zum Öko-Fußabdruck ist eine Initiative, die erweitert und vertieft werden muss, da sie nicht nur den Bahnunternehmen, sondern dem Sektor insgesamt nutzt. Ich erwarte, dass der wirtschaftliche und soziale Fußabdruck das vollständige Bild der Schiene zeigt. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt nochmals näher auf diesen Punkt eingehen. ”

Abschließend hält Gianluigi Vittorio Castelli fest: „Verbände wie die UIC verfolgen langfristige Ziele und benötigen daher langfristig angesetzte Arbeitsprogramme. Interoperabilität und Merkblätter bzw. IRS gehören dabei genauso ins Bild wie der Austausch von technischem Fachwissen.
Andere strategische Prioritäten können sich aus den strategischen Entwicklungszielen ergeben, auf die wir noch zielführender hinwirken müssen.

Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass weiterhin zusammengearbeitet wird und engere Bande zwischen den Regionalversammlungen der UIC geknüpft werden, an denen ich teilzunehmen gedenke. Auf regionale Interessen einzugehen könnte Brücken schlagen, die künftig zu weltweiten Initiativen führen.“
Isa Apaydin, Vorstand der Türkischen Bahnen (TCDD) und UIC-Vizepräsident, regte an, den Fokus auf die Aktivitäten zu legen, im Rahmen derer Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden, um sicheren, schnellen und komfortablen Bahnverkehr anbieten zu können, der mit den jüngsten technischen Entwicklungen ausgestattet ist, um die Schieneninfrastruktur mit anderen Verkehrsträgern zu vernetzen, effiziente Kapazitäts- und Betriebsleitsysteme auf dem internationalen Schienennetz zu gewährleisten und die Produktivität von Mensch und Maschine durch effiziente Instandhaltung und Instandsetzung der Bahnstrecken zu erhöhen.

Bericht des UIC-Generaldirektors über die Aktivitäten des Verbandes

UIC-Generaldirektor Jean-Pierre LOUBINOUX gab einen Überblick über die wesentlichen Aktivitäten der UIC und ihrer Gremien im vergangenen Jahr.

Zunächst erläuterte er die Maßnahmen, die 2018 zur Stabilisierung der UIC getroffen wurden und die als die drei „P“ bezeichnet werden können (Produktivität, Professionalismus, Promotion). Im Bereich Produktivität blieben Einnahmen und Ausgaben unter Kontrolle, wodurch eine leicht positive Bilanz entstand. Die Audit-Tools wurden ebenfalls verbessert. Im Bereich Professionalismus sind eine Reihe interner und externer Initiativen zur Erhöhung der Effizienz der UIC-Mitarbeiter zu nennen. Im Rahmen der „UIC-Tage“ und diverser E-Learning-Sessions wurde den Mitgliedern ferner der Mehrwert, den die UIC für sie bedeutet, vermittelt. Im Bereich Promotion und dem Auftritt der UIC in den sozialen Medien wies er auf die über 200 Websites und 200.000 monatlichen Besucher auf der Homepage der UIC hin. Alle zu Beginn des Jahres als strategische Ziele definierten Punkte hinsichtlich der Führung, Standardisierung und technischen Kompetenzen wurden erfüllt. Die satzungsmäßigen Sitzungen (Regionalversammlungen, Generalversammlung) fanden planmäßig statt und werden für die kommenden Jahre geplant.

Die Standardisierungsabteilung veröffentlichte 44 IRS und liegt damit sogar über dem ursprünglich gesteckten Ziel.

Im Bereich Technik beläuft sich das Portfolio der laufenden Opt-in-Projekte und der externen Projekte der UIC in diesem Jahr auf über 15 Millionen Euro. Ziel ist es, das unentbehrliche technische Fachwissen der UIC zu erhalten. Darüber hinaus wurden 12 Vereinbarungsprotokolle aktualisiert bzw. unterzeichnet, um die Position der UIC in der Zusammenarbeit mit ihren Partnern weltweit zu stärken. Abschließend weist der Generaldirektor auf die Öko-Footprint-Studie und die Öko-Scoring-Initiative hin, sowie auf die 16 Beitrittsgesuche neuer Mitglieder. Die 94. Generalversammlung im Juni 2019 findet in Budapest statt, die darauffolgende im Dezember in Paris.

Ernennungen

UIC-Generaldirektor Jean-Pierre LOUBINOUX informierte über die Ernennungen in den UIC-Gremien und in der UIC-Generaldirektion:

- In ihrer Sitzung am 15. November wählte die Plattform Sicherheit der UIC Rolf Härdi, CTO, Deutsche Bahn, zum Vorsitzenden für die kommenden zwei Jahre.
- Jaroslaw Golebiewski, Vertreter des Vorstandsbereichs Finanzen der PKP, ersetzt Daniel Rymarz und wird dessen Mandat beenden.

Berichte aus den Regionen

Der CEO der Russischen Bahnen (RZD), Vyacheslav Pavlovsky, berichtete im Namen von Herrn Belozerov über die Aktivitäten der Region Asien-Pazifik 2018, deren Fokus auf Wachstum, Qualität und Reaktionsschnelligkeit gerichtet war. Gemeinsame Schulungsprogramme, Ausbau des Schienenpersonenverkehrs und Bahntourismus standen ebenfalls auf der Tagesordnung.

Der Generaldirektor der Marokkanischen Bahnen (ONCF) und Präsident der UIC-Region Afrika, Mohamed Rabie Khlie, stellte die Arbeiten seiner Region vor, in der 2018 u. a. vier Seminare, zwei Schulungen, eine bewusstseinsbildende Maßnahme und sieben Kampagnen zur Förderung der Schiene organisiert wurden. Ferner fasste er den Aktionsplan für 2019 zusammen und weist insbesondere auf den ‚UIC African Digital Summit‘ hin, der Ende Februar 2019 in Kapstadt stattfinden wird.

Guilermo Quintela, EDLP, Präsident der UIC-Region Lateinamerika, schilderte die aktuelle Situation in Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile und ging auf die im Rahmen des Aktionsplans 2019 geplante Zusammenarbeit mit Finanzinstituten sowie die Beziehungen zu Universitäten ein.

Francisco dos Reis, Mitglied des Vorstands von Infraestruturas de Portugal (IP) und Präsident der UIC-Region Europa, ging auf die Strategie der Güterverkehrsbetreiber 2030 und die Herausforderungen der Region ein: Vision, Prioritäten im technischen Bereich, engere Zusammenarbeit und Koordination mit anderen UIC-Regionen und anderen Beteiligten, Qualitätsmanagementprozesse und verstärktes Engagement der CEOs sowie der Mitglieder.

Isa Apaydin, Vorstand der Türkischen Bahnen (TCDD) und Vize-Präsident der UIC, schilderte die aktuelle Situation in Afghanistan, im Iran, in Saudi-Arabien, in der Türkei und in Jordanien sowie die jüngsten Aktivitäten der Region Mittlerer Osten.

Yves Desjardins-Siciliano, CEO von VIA Rail Canada und Präsident der Region Nordamerika, berichtete über die Aktivitäten des Jahres 2018, in dem u. a. eine strategische Vision veröffentlicht wurde. Ferner nannte er die Digital Session, die am Rande der Regionalversammlung Nordamerika vom 12. Juni bei der Federal Railroad Administration (FRA) in Washington veranstaltet wurde. Abschließend weist er darauf hin, dass unter der neuen Mitgliedschaft der Bahnregulierungsbehörde ARTF nun auch Mexiko Mitglied der Region ist.

Finanzen

Die Rechnungslegung der UIC für 2018 weist einen stabilen Trend und einen leicht positiven Überschuss aus. Finanzdirektor Thierry Béra verwies auf den Drei-Jahresplan und kündigt ein höheres Budget für den Bereich Standardisierung im Jahr 2019 an. Die Generalversammlung der UIC nahm die Ergebnisse 2018 zur Kenntnis und genehmigt den Haushalt 2019.

Memoranda of Understanding

Die Teilnehmer erhielten einen Überblick über die in diesem Jahr unterzeichneten oder aktualisierten Vereinbarungsprotokolle, die u. a. mit folgenden Partnern bestehen: CETMO (Zentrum für Verkehrsstudien der westlichen Mittelmeerländer), NEPAD, APTA (überarbeitet), FERRMED, IEA (Vereinbarung), ADB, UNFCCC, CEN-CENELEC. Jean-Pierre Loubinoux und Paul Skoutelas, Präsident und CEO des Amerikanischen Verbandes für öffentlichen Verkehr (APTA), unterzeichneten während der Versammlung das überarbeitete MoU mit APTA.

Standardisierung

Simon Fletcher, Leiter der Abteilung Standardisierung, und der Vorsitzende der Plattform Standardisierung der UIC, Laurent Schmitt, stellten gemeinsam die Ergebnisse aus 2018, die Anzahl der veröffentlichten IRS, die Migrationsstrategie und den Aktionsplan 2019 vor. Die Überführung der UIC-Merkblätter verläuft planmäßig und die Ziele für diesen Jahr werden voraussichtlich erfüllt. Ferner wurde angekündigt, dass der UIC-Kodex, d. h. der Katalog der bestehenden und kommenden Merkblätter/IRS, zurzeit überarbeitet wird.
Die Generalversammlung genehmigte den Bericht über die Arbeiten im Bereich der Standardisierung, die Überarbeitung des UIC-Kodex sowie die Leitlinien für die Erstellung der International Railway Solutions (IRS).

Qualität

Die UIC-Mitglieder wurden darüber informiert, dass das französische Normungsgremium AFNOR vom 7. bis 10. Dezember ein Audit durchführt, um die Zertifizierung der UIC zu bestätigen. UIC-Präsident Gianluigi Vittorio Castelli hält diese Zertifizierung für einen wichtigen Meilenstein für den Verband und seine Mitglieder.

Forschung

Boris Lapidus, Vorsitzender des IRRB (International Rail Research Board), stellte den Jahresbericht vor und informierte über die Aktivitäten der Arbeitsgruppen und das Programm 2019. Im Rahmen einer speziellen Zeremonie wurden ferner die Gewinner der sechs Kategorien der 4. Ausgabe der UIC-Preise für Forschung und Innovation verkündet. Siehe hierzu die Pressemitteilung Nr. 34.

Digital

Die Mitglieder werden über die UIC-Digital-Konferenz vom 6. Dezember informiert, im Rahmen derer zum dritten Mal die UIC-Digital Awards vergeben wurden. Siehe hierzu die Pressemitteilung Nr. 33.

Ferner wurde über die Aktivitäten 2018 berichtet, u. a. die Teilnahme der UIC an der CES in Las Vegas, die Konzeptnachweise (PoC) der Abteilung Rail System der UIC, den PoC zur Blockchain anlässlich der Global Rail Freight Conference der UIC, die Digital Tour der UIC in China und die Veröffentlichung der 6. Ausgabe des UIC Digital Progress Papers. Darüber hinaus wurde der Aktionsplan 2019 vorgestellt. Die wichtigsten Veranstaltungen 2019 sind die Teilnahme der UIC an der CES auf Einladung des CES-Vorsitzes, der afrikanische Rail Digital Summit in Kapstadt vom 25. bis 26. Februar 2019, die erste UIC Global Digital-Konferenz in Brüssel vom 3. bis 5. Juni, die gemeinsam mit Infrabel organisiert wird, die UIC Digital Days im September und die 5. UIC Digital-Konferenz mit Verleihung der Digital Awards im Dezember 2019. Ferner wurde über das Projekt DIGIM (Digital Impact on Business) der UIC berichtet, an dem weltweit sechs Mitglieder beteiligt sind.

Weltweite Aktivitäten 2019

Die Mitglieder erhalten einen Überblick über die weltweit geplanten Aktivitäten des kommenden Jahres. Vorgesehen sind u. a. eine Footprint-Studie, Eco-Scoring (einschließlich finanzexternes Rating, grüner Anleihen, Emissionsgutschriften und Zugang zu grüner Finanzierung) sowie Aktivitäten im Bereich Security. Die Abteilung Security wird 2019 weiter mit den 2018 eingeleiteten Arbeiten beschäftigt sein, u. a. mit dem neuen Projekt SIA (Sabotage/Intrusion Attacks), dem Netzwerk der Quick Responders und dem Rail Security Hub der UIC. Das ebenfalls von ihr koordinierte EU-finanzierte Projekt SHERPA (Shared and CoHerent European Railway Protection Approach) lief im November 2018 an und wird sich über 2 Jahre erstrecken. DB AG, SNCF, SNCB, FS und PKP SA sind Mitglieder des Konsortiums.
Jean-Pierre Loubinoux dankte der Abteilung Security für ihre Arbeiten zur Einrichtung des Rail Security Hubs und des Netzwerks der Quick Responder, die seiner Ansicht nach ein ausgezeichnetes Beispiel für gute Kooperation mit den Mitgliedern darstellen und auf deren Bedarf bzw. ihre Erwartungen zugeschnitten sind. Die Verbreitung sicherheitsrelevanter Informationen dieser Art werde in den kommenden Jahren weiter optimiert werden.

Im Bereich der Talentsuche und Wissenserweiterung wurde den Mitgliedern die neue Struktur RailUni Net vorgestellt, die nun zu TrainRail (International Rail Education & Training Board) wird. Im Zuge des wachsenden Interesses der Bahnunternehmen an der Erweiterung ihrer Humanressourcen und dem zunehmenden Kooperationsbedarf in einer globalisierten, verknüpften und digitalisierten Welt, die neue Fähigkeiten erfordert, startete die UIC mehrere Initiativen im Rahmen der Talent & Expertise-Plattform .

Die jüngsten Diskussionen zeigten, dass es Bedarf an einem umfassenden Ansatz gibt, um vielversprechende Talente zur Mitarbeit bzw. zum Verbleib im Bahnsektor zu bewegen. Im Nachgang zu den Beschlüssen aus der 92. Generalversammlung wurde ferner vorgeschlagen, ein leistungsfähigeres kooperatives Tool unter dem Namen TrainRail einzuführen, im Rahmen dessen alle im Ausbildungs- und Schulungsbereich tätigen Akteure zusammengeführt werden, um Synergien zu erzeugen.

Mitglieder

Die Generalversammlung nahm sechs neue UIC-Mitglieder auf:

Afrika:
- EDR (Ethio-Djibouti Railway, integriertes Unternehmen) als angegliedertes Mitglied.

Asien-Pazifik:
-PNR (Philippines National Railways) als assoziiertes Mitglied,
-SRT (Thai integrated company) als assoziiertes Mitglied,
-Sydney Trains (integriertes Unternehmen) als assoziiertes Mitglied.

Europa
-ENTUR (norwegische Vertriebsgesellschaft) als angegliedertes Mitglied,
-Eurorail Cargo (neuer serbischer Güterverkehrs- und Logistikoperator) als angegliedertes Mitglied.

Die nächsten Sitzungen des Exekutivkomitees der UIC und die 94. Generalversammlung finden auf Einladung der Ungarischen Bahnen (MAV) am 25. Juni 2019 in Budapest statt.

Pressemeldung UIC

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