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Mittwoch, 06 Februar 2019 12:02

Talgo: Hoher Aktienstand und Freude in den Niederlanden nach Vertrag mit der Deutschen Bahn

Die Talgo-Aktie ist um 6% auf 5,66 Euro gestiegen und nähert sich dem Rekordstand von 2015, nachdem gestern der Mega-Vertrag mit der Deutschen Bahn über bis zu 2,3 Mrd. Euro unterzeichnet wurde. Es handelt sich um einen Rahmenvertrag zur Lieferung von bis zu hundert Fernverkehrszügen an die Deutsche Bahn, die in einer ersten Phase 23 Einheiten für 550 Mio. Euro bestellt hat. Die 23 ersten Einheiten der 230 km/h schnellen Züge sollen im Jahr 2023 ausgeliefert werden.

Das Unternehmen unter dem Vorsitz von Carlos de Palacio verstärkt mit diesem Auftrag seinen Auftragsbestand, nachdem die Züge für die AVE Mekka - Medina ausgeliefert wurden und die HS2-Vergabe im Vereinigten Königreich noch erwartet wird. Der Vertrag mit der Deutschen Bahn erhöht den Auftragsbestand von Talgo, der Ende September letzten Jahres einen Wert von 2,67 Mrd. Euro hatte.

Die DB hatte 2017 Ausschreibungen für eine Flotte von neuen einstöckigen Intercity-Zügen ausgeschrieben, um ihre alternde Flotte von Lokomotiven zu ersetzen, die auf InterCity- und EuroCity-Strecken eingesetzt werden, die nicht von ICE-Hochgeschwindigkeitszügen bedient werden. Die Züge sollten mindestens 485 Sitzplätze besitzen und einen der ICE-Flotte ähnlichen Komfort bieten, während sie für den Betrieb in Deutschland, Österreich und den übrigen europäischen Ländern einschließlich der Niederlande geeignet sein sollten.

Der Zug, den Talgo nach Deutschland liefern wird, ist sein Modell 230, ein Zug auf der Basis des "Avril", dem Hochgeschwindigkeitszug, den Talgo derzeit für Renfe herstellt. Das Unternehmen erhält diesen Auftrag, nachdem es im letzten Jahr damit begonnen hat, den "Avril" für den spanischen Betreiber herzustellen, der zwischen Ende 2020 und Anfang 2021 ausgeliefert werden soll.

Der Einsatz der Züge ist unter anderem für die Strecke Berlin - Amsterdam vorgesehen. Die mehr als 600 km lange Fahrt von Amsterdam nach Berlin dauert derzeit rund 6,5 h. Die Niederländische Staatsbahn zählt als Gründe auf, dass der Zug 15 Mal hält und die Lokomotive an der Grenze gewechselt werden muss. Mit den neuen Zügen wird zumindest letzteres nicht mehr notwendig sein.

Trotz der langen Reise stieg die Zahl der Personen, die mit dem Zug nach Berlin reisen, im letzten Jahr um 9% an, wie die niederländische Eisenbahngesellschaft NS im Dezember veröffentlichte.

WKZ, Quelle Expansión, Europa Press, NOS, Railway Gazette

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