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Freitag, 24 Juli 2020 13:00

Thüringen 2020 - Der Flinke Lothi sucht einen Lokführer

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Finsterbergen ist seit 2007 ein Ortsteil der Stadt Friedrichroda . Der Ort liegt idyllisch am Nordhang des Thüringer Waldes. Schon seit 1888 ist Finsterbergen Ziel von Feriengästen. Eine entsprechende touristische Infrastruktur wurde dazu im Laufe der Zeit aufgebaut. Dazu gehört am Rande des Ortes der Freizeitpark mit den Schwerpunkten Freizeitbad und Campingplatz. Seit 1998 gehört auch die 600 mm-spurige Parkeisenbahn "Flinker Lothi" zu den Attraktionen.

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Die Bahn und ihre Fahrzeuge sind in der Eisenbahnwelt nahezu unbekannt. Auch im Internet findet man dazu nicht viel. Soweit ermittelbar erfolgte die Inbetriebnahme der rund ein Kilometer langen Strecke unter der Regie der damaligen "Kurbetriebe Finsterbergen" im Jahr 1998. Grundlage zum Bau der Bahn waren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und die entsprechende Bewilligung von Fördermitteln. Wie man an den Bahnanlagen sehen kann, erfolgte der Aufbau mit viel Liebe zum Detail, aber auch mit entsprechendem Fachwissen. Gleismaterial vom Profil S14 wurde neu von dem slowakischen Stahlwerk Trinec gekauft. Die Fertigung von Betonschwellen erfolgte in Eigenproduktion. Für den Personenzug wurden eine in Nordhausen gebaute Orenstein & Koppel Montania Diesellokomotive vom Typ MD1 und "Grubenbahnwagen" beschafft. Die Lok soll von einer "Ziegelei" stammen. Näheres ist nicht bekannt.

Angeregt durch die Feldbahnmodelle des damaligen Nürnberger Modellbahnherstellers LGB wurden die Diesellok und die Grubenwagen zu einem Dampfpersonenzug umgebaut. Aus der Diesellok wurde die Dampflok O&K 1411(LGB 20140). Die Grubenwagen entsprechen jetzt den LGB-Personenwagen der "Grizzly Flats Railroad" (LGB 30431). Laut den Fabrikschildern erfolgte der Umbau durch das "Unimog Technik Zentrum Großkochberg" bei Saalfeld. Diese Firma findet man heute nicht mehr. Es könnte sich um das ehemalige Kreislandtechnikzentrum Großkochberg gehandelt haben. Der Umbau ist optisch sehr gut gelungen. Auf Grund der vorhandenen Steigungen erhielten Lok und Zug eine Druckluftbremse.

In den späteren Jahren wurde die Lok im DB-Werk Meiningen gewartet. Davon gibt es im Internet Fotos, allerdings ohne Hinweise auf die Herkunft der Lok.

Bis 2019 wurden Lok und Bahn von einem ehemaligen Lokführer der Deutschen Reichsbahn liebevoll betreut. Seit seinem Tod gibt es keinen Lokführer mehr und der Zug steht abgestellt im Schuppen. Laut Auskunft der Mitarbeiter des Schwimmbades blieb die Suche nach einem neuen Lokführer bislang erfolglos. Wer also Zeit und Lust hat und in der Gegend wohnt, kann sich bei den Stadtbetrieben Friedrichroda melden. Planmäßig ist die Bahn in den Sommermonaten in Betrieb.

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