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Donnerstag, 25 Februar 2021 12:00

Das Gleisdreieck von Louny předměstí

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Am 22. Februar fuhr ich auf der Strecke Rakovník - Louny (KBS 126) vom Haltepunkt Kounov (Kaunowa) nach Jimlín, dem letzten Halt vor Louny. Von dort ging ich entlang des Gleises zum Bahnhof Louny předměstí (Louny Vorstadt), der weit vor der Stadt auf freiem Felde liegt. Hier fahren seit Dezember 2007 alle Züge nur durch.

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Im Stationsgebäude ist der Fahrdienstleiter, dazu gibt es noch drei (früher vier) Weichenposten. An den Bahnhof schließt sich ein Gleisdreieck an, sodaß man von Vorstadt sowohl nach Louny selbst als auch nach Postoloprty fahren kann, und außerdem von Louny direkt nach Postoloprty, ohne in Vorstadt stürzen zu müssen. Alle Kurven sind Bahnhofsgleise. Alle Weichen sind von Hand gestellt, es gibt nur die drei Einfahrsignale (Lichtsignale), keine Ausfahrsignale.

Leider war st. II (stavědlo = Stellwerk; Posten II am Schenkel Ri. Postoloprty) schon lange unbesetzt, das Postenhaus wurde vor einigen Jahren abgerissen. Planmäßig gibt es nur Zugfahrten Rakovník - Louny (Länderbahn) und Postoloptry - Louny (- Lovosice, ČD; die sieht der Fahrdienstleiter gar nicht ...), da braucht die Weiche 2 nicht bedient werden. Bei einer Notfahrt von Postoloprty nach Louny předměstí oder umgekehrt (Umleitung) ist das Weichenstellen problematisch. Dazu muß der Posten vom st. I hinüberlaufen (300 m) und die Weiche stellen. Er hat dort drüben aber kein Telefon und kein Aufschreibbuch. Er muß also hinüber, stellen, zurück und dem Fahrdienstleiter melden, eintragen, hinüber, stellen, zurück, melden, eintragen ...

Gleisplan Louny prm vereinfacht
Grafik Joachim Piephans.

In der Vergangenheit fuhr einzig der Schnellzug "Bezdrev" České Budějovice (Budweis) - Most (Brüx) planmäßig durch die Verbindungsstrecke von st. III nach st. II und ließ Louny rechts liegen. Ab 2008 fuhr dann der "Bezdrev" nicht mehr. Ich bin im Jahre 1987 mit ihm von Beroun nach Most gereist - ich saß die ganze Fahrzeit über im Speisewagen, trank Bier der Marke Budvar. Das ist lange her. Ab Mitte der 90er Jahre war der Speisewagen weg, da ging es schon zu Ende ...

Ich besichtigte den Bahnhof Louny předměstí, er ist traurig anzusehen. Der ehemalige kleine Lokschuppen am st. III ist im schlechten Zustand, das Bahnhofsgebäude leer, nur der Fahrdienstleiter hat seinen Dienstraum drin, und die Weichenposten I, III und IV "leben" noch. Längs der Bahn ging ich über den verschwundenen Posten II weiter zum Bahnhof Březno u Postoloprt, im km 5,529 ist der Abzweig einer Anschlußbahn mit Formsignalen. Das sind die letzten im gesamten Böhmischen Mittelgebirge. Sonst gibt es nördlich von Prag und westlich der Elbe nur noch welche in Jeneč (KBS 120) und Krupa (KBS 124). Beim Bahnhof Březno ist die Ruine der ehemaligen Schwarzenbergischen Zuckerfabrik, in Postoloprty die Ruine des ehemaligen Schwarzenbergischen Schlosses.

Die Fotos zeigen: Bhf Louny předměstí mit Durchfahrt Os 6733 (Most - Louny - Hřivice), Weichenposten IV, Weichenposten III mit Lokschuppen, Dreieck Louny předměstí am ehem. Posten II (rechts in den Bahnhof und nach Rakovník, links nach Louny), Formsignal im km 5,529 (Anschlußstelle), desgleichen mit Os 26713 (Postoloprty - Louny), Bahnhof Březno mit Lichtsignalen sowjetischer Bauart, ehemaliger Anschluß zur Zuckerfabrik, Blick zum Schloß Postoloprty, Ansicht nach der Kirche durch Dachruine des Schlosses hindurch (aufgenommen von den ehemaligen Kasernen aus, ca. 2016 abgerissen), Bahnhof Postoloprty - der Gemüsegarten war bei meinem letzten Besuch noch in Ordnung, jetzt schon nicht mehr, er verkommt ... was ist blos los?!

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Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Februar 2021 15:03
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