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Donnerstag, 01 Februar 2018 16:54

Die Dampfschneescheuder der Rhätischen Bahn

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Am 28. Januar war die Dampfschneeschleuder Xrot d 9213 der Rhätischen Bahn wieder für eine Vorführung auf der Berninabahn im Einsatz mit dem Bernina-Krokodil 182 als Schiebelok; eine klassische Kombination. Von Pontresina aus wurde zum Bahnhof Ospizio Bernina gefahren, mit 2253 m. ü. M. die höchstgelegene Bahnstation im Netz der Rhätischen Bahn.

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Der Bau der Berninabahn startete in 1905 und die Bahn wurde von Anfang an mit Gleichstrom elektrifiziert. Sie ist eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen mit atemberaubenden Ausblicken und gehört zum UNESCO Welterbe.

Als die meterspurige Strecke in den Jahren 1908 bis 1910 eröffnetet wurde, war anfänglich nur der Sommerbetrieb vorgesehen. Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung entschloss man sich jedoch zu einem ganzjährigen Verkehr, was den Bau zusätzlicher Tunnel und Galerien sowie die Beschaffung von Schneeschleudern erforderte. Ab dem Winter 1910/11 wurde ab Pontresina bis Alp Grüm gefahren, ab dem Winter 1914/15 wird die Bahn durchgehend in Betrieb gehalten.

Die Bahn bestellte dazu bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur zwei dampfbetriebene Schneeschleudern, die in den Jahren 1910 (R 1051) und 1912 (R 1052) ausgeliefert wurden. Im Gegensatz zu den bisher gebauten Fahrzeugen handelte es sich um selbstfahrende Fahrzeuge. Die Berninabahn entschied sich hierzu, weil auch in den engen Kurven mit hoher Kraft geschoben werden muss und die Bahn selbst keine Fahrdraht-unabhängigen Triebfahrzeuge besaß. Die Schleudern wurden dennoch normalerweise mit Schiebetriebfahrzeugen eingesetzt, damit die gesamte Kesselleistung für die Dampfmaschine des Schleuderrades zur Verfügung stand um die oft gigantischen Schneemengen zu beseitigen.

Die Fahrzeuge verfügen nach Bauart Meyer über je zwei dreiachsige Triebdrehgestelle. Die vier Zylinder zum Antrieb der Triebgestelle befinden sich in der Mitte des Fahrzeugs. Darüber befindet sich der Antrieb für die Schneeschleuder, die von zwei Zylindern angetrieben wird. Der Durchmesser des Schleuderrads beträgt zweieinhalb Meter; es dreht mit maximal 170 Umdrehungen pro Minute. Damit können bis zu drei Meter hohe Schneeberge beseitigt werden. Gekuppelt sind die Schneeschleudern mit einem zweiachsigen Tender.

Mit der Übernahme der Berninabahn durch die Rhätische Bahn (RhB) erhielten die beiden Schleudern die neuen Bezeichnungen R 13 und R 14, 1950 dann Xrot d 9213 und 9214. Die Bezeichnung Xrot d setzt sich zusammen aus: X = Dienstfahrzeug, rot = rotierend, d = dampfgetrieben. Die beiden Fahrzeuge befanden sich bis 1967 im regelmäßigen Einsatz und wurden danach durch modernere Schleudern ersetzt.

Xrot d 9214 wurde 1990 an die Dampfbahn Furka-Bergstrecke DFB verkauft. Wie die DFB feststellen musste, ist die Xrot d 9214 nicht zahnstangentauglich. Sie tauschte 1996 die Xrot d 9214 gegen die (nicht selbstfahrende) Xrot d 9212 der Museumsbahn Blonay - Chamby.

Die Xrot d 9213 wird dagegen im Heimatdepot in Pontresina weiterhin betriebsfähig gehalten. Sie wird heute vor allem zu touristischen Zwecken noch betrieben, und zwar im Rahmen sogenannter Fotofahrten, zuweilen kommt sie aber auch noch bei der Räumung zum Einsatz.

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