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Samstag, 03 März 2018 09:23

Lückenfüller, die letzte!

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Am Freitag, den 2. März 2018 endete das von der Erfurter Bahnservice GmbH (EBS) in Zusammenarbeit mit der Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE) eigenwirtschaftlich erbrachte zusätzliche Zugangebot Buttstädt - Sömmerda auf der Pfefferminzbahn. Seit dem 8. Januar 2018 fuhr montags bis freitags der "Lückenfüller" morgens von Buttstädt nach Sömmerda und nachmittags wieder zurück.

Dabei handelte es sich um einen lokbespannten Zug in Form einer EBS-Diesellok und einem Reisezugwagen. Vor dem Zug wurden abwechselnd die Loks 232 690, 132 334, 202 738 und an den letzten vier Tagen 118 719 eingesetzt. Am letzten Tag wurde die Fahrt ab Buttstädt fortgesetzt als öffentliche Sonderfahrt über Großheringen nach Naumburg (Saale) Hbf mit Halt auf allen Stationen. Unterwegs forderten Bürger per Banner einen "Neustart statt Einstellung - Eine Chance für die Pfefferminzbahn".

Mit dem "Lückenfüller" sollte gezeigt werden, dass sich in der Hauptverkehrszeit ein dichterer Takt auf der Strecke lohnt. Die Pfefferminzbahn wurde zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 um den östlichen Abschnitt Buttstädt - Großheringen amputiert und wird zudem fortan nur noch im Zweistundentakt von der Erfurter Bahn (EB) zwischen Buttstädt und Sömmerda bedient; die vorher hier verkehrenden Verstärkerzüge entfielen ebenfalls.

Wer zuletzt im "Lückenfüller" auf der Pfefferminzbahn mitgefahren ist, wird die Worte von J. W. v. Goethe, seinerzeit "Verkehrsminister" des Weimarer Umlands, zu schätzen wissen, der einst sagte: "Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend."

In diesem Sinne ... nun ist die Landespolitik am Zug - und wird beweisen müssen, wie Ernst es ihr ist mit einer (Neu-)Ausrichtung des Verkehrs gegen Klimawandel, Stickstoffdioxide und demografischer Verödung des ländlichen Raumes.

Hans-Jürgen Schulz

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