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Montag, 05 März 2018 09:30

Edertal

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"Noch" ist wohl das immerwährende Motto vieler Eisenbahnfotografen, die nicht aus der Fülle des Eisenbahnalltags schöpfen, sondern "schnell noch" dem Besonderen oder Vergehenden nachjagen. Das war schon zu Zeiten der P8 so. Wer also noch eine klassische Nebenbahn von der Main-Weser-Bahn zur Kurstadt Bad Wildungen mit streckenweise Basa-Masten, Formsignalen und Kurbelschranken erleben will, der sollte sich in die Umgebung der katholischen Domstadt Fritzlar begeben.

Hier sind auch "noch" Triebwagen der Baureihe 642 der Erzgebirgsbahn leihweise im Einsatz - was auch im Edertal durchaus stimmig ist. Schließlich gab es um nahen Ittertal (Strecke Korbach-Marburg) jahrhundertelang Kupferbergbau, und der Eisenberg ist als Goldberg bekannt. Entsprechende Geo-Lehrpfade ließen sich also auch mit thematisch stimmigen Eisenbahnfahrzeugen vorstellen. Basa-Leitung, Formsignal und im Rücken die Kurbelschranke, bedient vom nahen Stellwerk Fritzlar Ost. 642 hat von Wabern kommend Einfahrt in Fritzlar.

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Am Bahnsteig des im privaten Besitz befindlichen Bahnhofs Wega stehen H-Tafeln mit blauem Signallicht. Es blinkt, - freie Fahrt nach Wabern!  Freundlich grüßt der Triebfahrzeugführer auf seinem Weg ins Waldeckische vor der Kulisse des Jagdschlosses Wabern. Dereinst war es für die Reiherjagd angelegt worden, heute dient es als Dependance der Kasseler Kinder- und Jugendpsychiatrie.

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Gleich wird der Zug von Bad Wildungen den Haltepunkt Ungedanken erreichen. Die Heimatzeitung berichtete davon dass er barrierefei umgebaut werden solle - wann die Arbeiten beginnen, sei unklar. Einem näheren Augenschein entzog sich der Fotograf; es ist schön, dass er den Ungedankenern nützt, aber schön ist er nicht. Ungedanken liegt an der Grenze zum Fürstentum Waldeck. Noch heute kolportiert der Volksmund, dass Autofahrer hier drei mal hupen mussten, damit das Federvieh von der Straße weichen könne. Auch die Züge auf der Nebenbahn pfeifen auf diesem Streckenabschnitt mit vielen kleinen Bahnübergängen viel. Aber außer Graureihern war kein Federvieh zu entdecken. Stattdessen führte der weitere Weg am Tag des Herrn hinauf auf den Büraberg, wo Bonifatius den Heiden eine Kirche baute, und unweit davon die heilige Eiche umhieb.

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