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Dienstag, 17 April 2018 16:30

Piff emol: Wie's früher mal war - und wie es werden sollte

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Da radele ich also wie vor langen Zeiten wieder einmal eine Feierabendrunde, zum Abschalten und Rauskommen. Die Kamera begleitet mich, klar doch, wie immer, seit 1970... Heute meine 3-G-Runde, Guntershausen, Guxhagen, Grifte. Damals ging es an den Wahmbecker Tunnel, den Ottbergener 44ern auflauern.

Lässig hob der Jüngling dereinst die Hand, dem Meister zum Gruße, und wie freuten wir uns, wenn der Gruß zurückkam, und ein kleiner Achtungspfiff über das Wesertal hallte. Sie haben uns ungefragt mitgenommen, wenn wir Stunden auf unseren Fahrschülerzug warteten, haben uns rangieren lassen mit Handzeichen "Aufdrücken", "Bremse anlegen".

Männer, Jungen, große und kleine Männer, in einem Einverständnis von Ernsthaftigkeit, Mitspielen lassen und Respekt.

Das hatte sich dann nach der Bahnreform doch spürbar geändert, als dieser und jener in einem anderen Unternehmen gefangen war, und die Fahrzeugführer nicht mehr die Bewunderung des Eisenbahn-Freundes unverstellt erkannten, sondern sich beobachtet fühlten, die Spitzensignale ausstellten und Ähnliches. Was wohl nicht immer gegen die Eisenbahn-"Fans" sprach, sondern manchmal auch etwas über die Brüche in den Unternehmenskulturen deutlich machte. Diese freundschaftliche Nähe, die Einladungen, bis hin zum geteilten Abendbrot, die schien im Verschwinden begriffen. Ändert sich das wieder, löst sich der Krampf, wie die reine Lehre der unbedingten Privatisierung sich in einer Neuorientierung auf zukünftige Kunden orientiert? Und auch wieder gesellschaftspolitische, verkehrspolitische Gestaltungsfragen an Bedeutung zunehmen?

Behördenbahn, Börsenbahn - Bürgerbahn: Kehrt jetzt ein verantwortungsvolles Denken in Richtung "Grundversorgung" zurück? Das sollte den Mitarbeitern, den Dienst-Leistern, eine erneuerte Wertschätzung zukommen lassen.

Lokführer, die dann doch mal wieder das Fenster aufmachen, ein freundlicher Gruß von der Bauzuglok, ein Lichtgruß mit dem Spitzensignal. Die Bitte um Übersendung der Fotos, und liebenswürdige Dankmails im Gegenzug. Jetzt habe ich einen jungen "Tf" kennengelernt, einen "Meister" auf seiner modernen 187. In meiner Mailantwort habe ich ihn auf gut nordhessisch gebeten: "Piff emol!" - "Pfeif doch mal", denn es war ihm nicht verborgen geblieben, wo ich gern am Schotterstrand stehe, und dass der Freund der Eisenbahn mit Bahnblick wohnt.

Mit dem Rad unterwegs, die beiden E 40 rollen heran, der unbekannte Meister, er grüßte mit einem kurzen Doppelpfiff.

Schönes Bild, gute Erfahrung.

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