Pfalz-Saar-Lothringen-Elsass-Pfalz-Rundreise


In der Morgendämmerung begann die Rundreise mit dem Bus 457 nach Enkenbach. Nach einer ca. 20-minütigen Wartezeit ging es mit der RE17 weiter nach Kaiserslautern Hbf. Wieso die RB 65 plötzlich ein RE ist entzieht sich meiner Kenntnis.


Da die RB 65 - in diesem Fall RE 17 - aus Bingen kommend fast immer verspätet in Enkenbach eintrifft und dann in Kaiserslautern KEINE Einfahrt erhält, weil S-Bahn & Co. Vorrang haben (also doppelte Verspätung), sieht man oft die Rücklichter des RE 1 nach Koblenz über Saarbrücken und Trier, meist nur von hinten, wenn überhaupt!! Auch am heutigen Tage hätte ich den RE nach Saarbrücken NICHT erreicht, denn die Abfahrt war um 08:31 Uhr. Aus diesem Grunde hat mich mein Wecker eine Stunde früher als notwendig aus meinem Tiefschlaf gerissen, denn ich wollte unbedingt die Saarbahn von Saarbrücken nach Sarreguemines erreichen.


Dieses Modell ist einer meiner Lieblingszüge. Da klappert, scheppert und quietscht NICHTS! Mit „20 Sekunden Verspätung“ fuhr die RB 70 in Kaiserslautern los und erreichte pünktlich! den Hbf in Saarbrücken. Zunächst ging es am ehemaligen PFAFF-Gelände vorbei. Hier entsteht ein neuer Stadtteil, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig und zäh.


In flotter Geschwindigkeit ging es vorbei am Landstuhler Bruch, einer ehemaligen Moorlandschaft. Ganz in der Nähe befindet sich auch der US-Militärflughafen Ramstein. Offensichtlich gibt es in Deutschland ein Müllabfuhrproblem, denn irgendwelche Ferkel (das war jetzt höflich ausgedrückt) werfen vor allem an Bahnhöfen und -gleisen ihren Müll in die Landschaft.
In Saarbrücken angekommen benötigte ich für die Weiterfahrt nach Lothringen und in´s Elsass eine Fahrkarte. Im Saarland gibt es ein Saar-Elsass-Ticket für 30,00 € am Automaten, am Schalter + 2,00 € Aufpreis, das man auch nur im Saarland kaufen kann. Am Fahrscheinautomaten ist dieses Saar-Elsass-Ticket etwas versteckt (soll man vielleicht nicht finden). Da der Automat meine Fragen nicht beantworten konnte und auch ein Tritt in den Hintern keine Besserung nach sich zog, bevorzugte ich den persönlichen Kontakt am Fahrkartenschalter. Eine freundliche DB-Mitarbeiterin hat mich dahingehend bestens informiert. Mit diesem Fahrschein kann man von Saarbrücken über Sarreguemines bis nach Strasbourg fahren.


Die Saarbahn ist eine Straßenbahn, die auf Normalspurweite, 1.435 mm, fährt. Pünktlich und in zügigem Tempo ging es von Station zu Station.


Wie in jeder Stadt gibt es schöne und weniger schöne Gebäude.




In Sarreguemines / Saargemünd hatte ich ca. eine Stunde Aufenthalt. Diese Zeit wollte ich nutzen um mich über das Abfahrtsgleis des Zuges nach Strasbourg zu erkundigen. Der ausgehängte Fahrplan gab darüber keinerlei Aufschluss. In Frankreich sind die Bahnsteige in A, B, C usw. gekennzeichnet.
Also befragte ich eine etwas gelangweilte Mitarbeiterin der SNCF. Diese war mehr mit ihrem Smartphone beschäftigt. Zu meiner Überraschung konnte sie mir in Deutsch keine Auskunft geben. In einer Stadt, die in unmittelbarer Nähe zu Deutschland liegt, war ich dann doch etwas verwundert. Trotzdem bedankte ich mich mit „Merci Madame“. Na ja, ich wollte schließlich höflich sein. Zu mehr reicht es mit meinen Französischkenntnissen leider nicht! Da der Bahnhof jedoch nur über 3 Gleise verfügt, war das Risiko, in den falschen Zug einzusteigen, nicht allzu groß!!
In einer nahegelegenen Bäckerei hatte ich dann mit der Kommunikation mehr Glück und kaufte ein paar lothringische Leckereien. Da ich noch etwas Zeit hatte bin ich in der Stadt etwas umhergelaufen. Es ist mir aufgefallen, dass die Straßen und Bürgersteige sehr sauber sind. Keine Zigarettenkippen und herumliegender Abfall sind mir aufgefallen.




Saargemünd macht auf mich einen sauberen und aufgeräumten Eindruck, ich werde bestimmt nochmals hierherfahren und mir das Städtchen genauer ansehen.


Diese beiden Enten begrüßten mich beim Vorbeiflug in ihrer in der Entensprache! Was ein Glück!
Das war alles an Müll, was ich im Bahngleis in Saargemünd entdeckt habe. In vielen Gegenden Deutschlands sind die Bahngleise zugemüllt und aktuell will die DB die Bahnhöfe und Bahngleise aufgrund von Sparmaßnahmen seltener reinigen!!!
Noch seltener?


Nach einer gewissen Zeit hatte ich dann Gewissheit auf welchem Bahnsteig der Zug nach Strasbourg abfährt. Mein Plan war mit diesem alten „Brummer“ (links) zu fahren, weil ab Sommer 2025 die neuen grenzüberschreitenden Direktzüge Alstom Coradia Polyvalent (rechts) im Einsatz sind. Diese Züge sollten ab Dezember 2024 auf insgesamt 7 deutsch-französischen Strecken fahren.


Dies verzögert sich bis voraussichtlich Mitte 2025, weil die Zulassung der deutschen! Behörden noch aussteht. In den Grenzregionen Elsass / Lothringen sind sie bereits zuverlässig im Einsatz. Meine Enttäuschung zu Beginn der Weiterfahrt verflog rasch.


In Innenbereich macht der Zug einen Erste-Klasse-Eindruck, es gibt aber nur die 2. Klasse. An jedem Sitz gibt es eine separate Beleuchtung, in der Mitte und im Gangbereich hochklappbare Armlehnen, an jedem Sitz eine herunterklappbare Ablagefläche.


An jedem 2er Sitz gibt es eine Steckdose, die man problemlos benutzen kann, ohne dass man sich verrenken muss und an jeder Fensterscheibe sind Sonnenschutzrollos integriert. Die Sitze sind sehr bequem, so dass das Reisen mit dem Zug Spaß bereitet. Wirklich auf die Sekunde genau ist der Zug nach Strasbourg losgefahren.
Manchmal würde sich ein Blick zu unseren französischen Nachbarn lohnen.
Mit den Worten „Bonjour Madame, Monsieur“ begrüßte einer der beiden Kontrolleure die Reisenden, deren Anzahl überschaubar war. Mit den umsteigefreien Fahrten von Saarbrücken bis Strasbourg und ohne eine Wartezeit von fast einer Stunde in Saargemünd wird sich die Anzahl der Reisenden ab Sommer 2025 bestimmt erhöhen.
Die Besonderheit dieses Zuges ist, dass es sich um einen Hybrid-Zug handelt, der sowohl mit einem Dieselmotor als auch mit einem Stromabnehmer ausgestattet ist. Das typische Diesel-Klappern konnte ich nicht feststellen und der Zug beschleunigte zügig. Klapper-, Quietsch- und Scheppergeräusche konnte ich nicht feststellen – zunächst.




Dieser Teil Lothringens ist landwirtschaftlich geprägt. Die ehemaligen Bahnhöfe machten keinen heruntergekommenen, verwahrlosten und verdreckten Eindruck, wie dies bei uns oft der Fall ist.
Plötzlich war es da – dieses Geräusch! Man konnte es nicht einschätzen was es war. Es war einfach da. Wie von Geisterhand war es dann nach ca. 30 Minuten Zugfahrt auch wieder verschwunden. Ansonsten fährt der Zug sehr leise.
Ab Mommenheim / Elsass fährt der Zug elektrisch. Das Abschalten des Dieselmotors spürte man nur durch ein sanftes Ruckeln. Nun merkte man zwischen Dieselmotor und Strombetrieb einen Unterschied, denn der Zug erhöhte die Geschwindigkeit, die Beschleunigung war enorm. Bald erreichten wir 3 Minuten vor! der geplanten Ankunft Strasbourg. Die reguläre Umsteigezeit beträgt nur 2 Minuten.


Der Zug wartete bereits am selben Bahnsteig gegenüber. Mit dem gleichen Hybrid-Zug ging es von Strasbourg nach Wissembourg / Weißenburg. Nach Bischwiller zweigt die Bahnlinie in Richtung Wissembourg ab. Hier dröhnte dann doch der Dieselmotor und nach einer fast einstündigen Zugfahrt erreichten wir planmäßig den Bahnhof in Weißenburg.


Auch das Elsass ist zum größtenteils ländlich geprägt und es gibt auch hier sehr schöne, kleine Winzerorte. Wer Ruhe sucht ist in Lothringen und im Elsass genau richtig. Hier spürt man trotz der deutschen Vergangenheit die französische Essens- und Trinkkultur.


Die Strecke von Weißenburg (Elsass) bis nach Neustadt / Weinstraße (Pfalz) betreibt die Deutsche Bahn. Man war noch nicht in Deutschland und schon wurde man von der Realität konfrontiert. Die Abfahrt nach Deutschland verzögerte sich um 6! Minuten.


Auch im südlichen Teil der Pfalz gibt es unzählige kleine Winzerdörfer und man spürt an jeder Ecke den französischen Einfluss. Leben und leben lassen, heißt die Devise.


Mit diesem Zug (links) der RB 53 ging die Fahrt über Landau / Pfalz bis zur Endstation nach Neustadt / Weinstraße. Durch die Verspätung des Zuges ab Weißenburg war Eile geboten, denn hier wartete bereits die RB 45 (rechts) zur Abfahrt. Ich war noch nicht richtig im Zug fuhr er bereits los. Man muss auch mal Glück haben.


Die Fahrt ging u. a. über Deidesheim, Bad Dürkheim nach Freinsheim. Hier hatte ich eine Wartezeit von 41 Minuten zu überbrücken.

Die RB 46 brachte mich dann pünktlich nach Hause. Alles in allem war es ein schöner Ausflug. Trotz der Verspätung der RB 53 habe ich ALLE Anschlusszüge erreicht und das nach einer insgesamt 10-stündigen Zugfahrt inkl. mehrerer, längerer Wartezeiten.
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