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Mittwoch, 30 Januar 2019 16:44

Schnappschuß am Schongauer Semmering

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Während der "Namensgeber" der ersten deutschen Lokomotive sich vor der mittelalterlichen Kulisse, der auf einem Hügel liegenden Stadt Schongau, ganz grazil in die Lüfte erhebt, muß sich 247 057 mit ihrem schweren Güterzug schon etwas mehr anstrengen, um vom im Lechtal gelegenen Bahnhof Schongau die Höhen des Lechrains und den früher bei Lokpersonalen berüchtigten "Kinsauer Berg" zu erklimmen.

Die Bundesbahn hielt hier immer eine Schiebelok vor, die "Augsburger Localbahn" (AL), die diese Strecke seit 2003 im Güterverkehr mit ehemaligen Reichsbahn-V-100 bedient hatte, fuhr hier meist mit bis zu drei Maschinen. Seit Januar zieht sich die AL schrittweise von der Fuchstalbahn, die ihren Personenverkehr schon 1984 verloren hatte, zurück und es übernimmt - und das ist nun wirklich ein kleines Wunder - DB -Cargo. Die nun eingesetzte 247 (Class 66) schafft den langen Zug hier nun erstmals auch ganz alleine, wie die Aufnahme vom 24.01.2019 beweist.

Allerdings ist auch mit, oder gerade wegen dieser, doch recht ungewöhnlichen Übernahme zurück zum kränkelnden Staatsunternehmen, das Schicksal der stellenweise stark abgängigen, stellenweise aber auch sanierten "Fuchstalbahn" Schongau -Landsberg (- Kaufering) wieder mehr als offen.

Gerüchte, dass das Bundesunternehmen die Verkehre hinkünftig über die KBS 962 (Schongau - Peißenberg - Weilheim) direkt zum Münchner Rangierbahnhof abwickeln möchte, wollen nicht verstummen und beunruhigen weiter die Lokalpolitik (bedient werden derzeit, neben der Papierfabrik UMP in Schongau, Anschlüsse in Kinsau, Asch-Leeder und Denklingen, die teilweise erst durch das Engagement der AL reaktiviert worden waren). Diese Gerüchte, werden von der DB auch nur sehr halbherzig dementiert: "Für 2019 sind Trassen auf der Fuchstalbahn bestellt (...), allerdings sind wir derzeit gezwungen, solche Regionalstrecken verstärkt auf Wirtschaftlichkeit zu untersuchen ..."

Einer SPNV-Reaktivierung erteilte der Freistaat unlängst eine klare Absage, einzig eine Verlängerung der BRB-Züge von Weilheim um 2,5 Km zum Schongauer Krankenhaus  könne man sich perspektivisch vorstellen.

DB Netz würde es bestimmt freuen, könnte man so, neben der ganzen gut 35 km langen Strecke, auch gleich den Weichenwärter in Schongau, sowie den Fahrdienstleiter in Landsberg einsparen.

Auf der freien Fläche im Bild rechts neben dem Gleis lag einst bis 1972 das Gleis der früheren Strecke Schongau - Kaufbeuren.

Dieser Abschnitt, der heute zu den marodesten der ganzen "Fuchstalbahn" gehört, hat auch bei einem leider gar nicht so unwahrscheinlichem Ende des Güterverkehrs über Landsberg - Kaufering noch eine gewisse Perspektive, für eine eventuelle Verlängerung der KBS 962 um 2,5 km zum Schongauer Krankenhaus. Deren Umsetzung steht allerdings auch immer noch "in den Sternen".

Alexander Bauer

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