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Donnerstag, 11 April 2019 14:00

Die 58 1111-2 auf ehemaligen Stammstrecken

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Die badische G12 58 1111-2 (ex 58 311) ist momentan zu Gast in Thüringen. Lukas König mit Unterstützung von Marcus Benz und anderen nutzten die Gelegenheit, die Maschine mit einem Güterzug am 6. und 7. April von Gera aus einzusetzen, am Samstag nach Zeitz und bis Könitz in Richtung Saalfeld und am Sonntag auf der Elstertalbahn nach Adorf.

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Außerdem stand am Freitag ein Besuch im Bw Gera auf dem Programm. Trotz einiger Rückschläge, die nicht auf die Organisatoren zurückzuführen waren, war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Bei der Vielfalt an Fotomotiven waren zwei Tage eigentlich zu kurz.

Die G12 ist eine 1‘E-h3 Güterzuglokomotive, die für die K.P.E.V. entwickelt wurde, weil es sich im Ersten Weltkrieg als Nachteil erwies, dass jede Staatsbahn ihre eigenen Lokomotivbaureihen ohne Standardisierung hatte. Selbst Ersatzteile für Loks derselben Baureihe passten oft nicht zu ihren Schwesterloks. Darüber hinaus benötigte die Armee eine schnelle, leistungsstarke Güterzuglokomotive ohne zu hohe Achslast.

Henschel wurde beauftragt, eine Standardlokomotive zu entwickeln, die diesen Anforderungen entsprach. Als Vorbild diente die preußische G12.1 und eine 1’E-Maschine, die Henschel an die Kaiserlich Ottomanische Generaldirektion der Militäreisenbahnen (C.F.O.A.) geliefert hatte.

Bis Kriegsende wurden noch knapp 200 Stück der bulligen 1´E-h3-Maschinen gebaut, denen in den folgenden Jahren noch viele Lokomotiven folgten. Insgesamt beschafften die badischen, sächsischen, württembergischen und preußischen Staatsbahnen zusammen 1.345 Lokomotiven vom Typ G12.

Zwischen August 1917 und 1921 wurden insgesamt 1.168 G12 an Preußen geliefert. Die Kaiserlichen Eisenbahnen in Elsass-Lothringen bestellten 118, das Großherzogtum Baden 88, die Königlich-Sächsischen Staatsbahnen 42 und die Königlich-Württembergischen Staatsbahnen 42 Maschinen. Außerdem kaufte Baden 10 Lokomotiven von der preußischen Staatsbahn. Sogar die Deutsche Reichsbahn erhielt 1924 eine Serie von 20 Lokomotiven, die nach der sächsischen XIII H die Nummern 58 443-462 erhielten.

Die sächsischen Lokomotiven wurden wie ihre Vorgänger als Klasse XIII H bezeichnet; Baden und Württemberg nahmen die preußische Bezeichnung G12 an. Obwohl die Bayerischen Staatsbahnen und die Eisenbahnen in Mecklenburg und Oldenburg keine G12 gekauft haben, kann die G12 als Vorläufer der Einheitsloks in Deutschland angesehen werden.

Die Mehrheit der Lokomotiven dieser Baureihe wurde von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Dort erhielten sie die folgenden Betriebsnummern:

• Badische G12: 58 201-225, 231-272, 281-303, 311-318

• Sächsische XIII H: 58 401-462

• Württembergische G12: 58 501-543

• Preußische G12: 58 1002-2143.

Die Nummer 58 1001 war keine G12, sondern eine in Deutschland gebliebene Lok der C.F.O.A.

Um 1930 wurden sechs Loks auf Kohlenstaubfeuerung umgestellt, und nach 1945 folgten weitere Maschinen, von denen 43 bis 1968 im Einsatz blieben.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 58 2144 aus Polen und 58 2145-2148 aus Luxemburg eingegliedert.

Die Deutsche Bundesbahn stellte ihre Lokomotiven bis 1953 ab. Die ostdeutsche Deutsche Reichsbahn hatte jedoch 1968 noch ca. 300 Maschinen im Einsatz. Bei der Einführung von EDV-Nummern im Jahr 1970 wurde den dreistelligen Betriebsnummern in der Regel eine "1" vorangestellt. Die letzten Lokomotiven wurden 1976 ausgemustert.

56 Lokomotiven wurden von der Deutschen Reichsbahn zwischen 1958 und 1962 in die Baureihe 58.30 rekonstruiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben die Lokomotiven 58 1669, 1746, 1767, 1904, 1917, 2122 und 2132 in Österreich. Die 58 1669 wurde 1949 an die DB zurückgegeben, 58 1904 wurde 1951 ausgemustert und verschrottet und 58 1917 landete 1949 in der Sowjetunion. Die restlichen vier Loks bildeten die österreichische ÖBB-Reihe 658. Alle wurden bis 1966 aus dem Verkehr gezogen, obwohl die 658.1746 und 658.2122 als Heizlokomotive in Linz bzw. bis 1972 und 1976 erhalten blieben.

Die nach 1945 in Polen verbliebenen Lokomotiven wurden bei der PKP als Ty1 eingestuft; die in Jugoslawien als Reihe 36.

Die Badische G12 58 311 wurde 1921 von der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe unter der Fabriknummer 2153 gebaut. Bis 1942 war sie hauptsächlich im BW Karlsruhe Rbf stationiert, ging aber dann nach Oberschlesien. In 1946 kehrte die Lok nach Deutschland zurück. Von 1960 bis 1973 war sie in Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf beheimatet.

Die letzte Stationierung der inzwischen als 58 1111-2 umgezeichneten Lokomotive war bis 1977 das Bw Aue.

Am 19.03.1977 erreichte sie mit einem Güterzug die damalige deutsch-deutsche Grenze und fuhr anschließend in das Dampflokmuseum (DDM) in Neuenmarkt-Wirsberg, wo sie bis zum Verkauf an die Ulmer Eisenbahnfreunde im Jahre 1984 als nicht betriebsfähiges Ausstellungsstück zu sehen war. Nach einer Hauptuntersuchung konnte die Lok in Juni 1985 wieder in Betrieb genommen werden.

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