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Freitag, 12 Juli 2019 10:00

Schweißarbeiten an der Mainschleifenbahn

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Fotos IG Mainschleifenbahn.

Flüssiger 2.500 Grad heißer Stahl aus der Dose - so lässt sich in einfachen Worten das sogenannte Thermit-Schweißverfahren beschreiben. Es wird bei der Bahn verwendet, um Schienen miteinander zu verschweißen. Nach dem Anzünden des Gemisches aus Aluminium und Eisenoxid fließt die Schmelze aus einem eimerähnlichen Behälter in eine vorbereitete Form. Dort passt sie sich der Schienenform an. Dann noch entgraten, abschleifen und fertig.

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Doch ganz so einfach ist es in Praxis nicht, nur Fachleute können solche Schweißungen ausführen. Daher rückte am Donnerstag an der Mainschleifenbahn eine Fachfirma an und wechselte bei Prosselsheim fünf beschädigte Schienenstücke von jeweils 20 Metern Länge aus. Die alten wurden herausgetrennt, neue angepasst und eingesetzt. Am Ende sind die Schweißnähte dann milimetergenau verschliffen worden. Das Gleis der Mainschleifenbahn ist auf 10 km nahtlos verschweißt, bei Hitze oder Kälte wirken also gewaltige Kräfte auf den Schienenstrang. Arbeiten wie die vom Donnerstag können daher nur an Tagen mit einer Temperatur durchgeführt werden, bei der die Zug- und Dehnkräfte quasi ausgeglichen sind. Dazu passte die kühle Witterung mit nur 22 Grad C Gleistemperatur hervorragend.

Mit der Schweißaktion gehen umfangreichen Instandhaltungsarbeiten entlang der Volkacher Bahnlinie zu Ende. In drei Winterpausen hatten Ehrenamtliche des Fördervereins auf 500 Meter Streckenlänge die letzten 850 Holzschwellen gegen solche aus Beton oder Stahl ausgetauscht. Nach Abschluß dieser schweißtreibenden Arbeiten mussten am Jahresanfang noch 150 Tonnen Bahnschotter schwerpunktmäßig verteilt worden, bevor im März eine Stopfmaschine die Gleislage wieder milimetergenau herstellen konnte. Dazu kamen noch größere Arbeiten an Durchlässen, Signalanlagen und Weichen.

Erstmals wieder bezuschusst wurde der Einsatz von Fremdfirmen heuer durch den Landkreis Kitzingen und die Stadt Volkach. "Es ist wie bei einer Straße" meint Wolfgang Schramm, einer der örtlichen Betriebsleiter der Mainschleifenbahn: "Neben den Routinearbeiten ist zwischendurch immer wieder einmal ein größerer Kraftakt nötig, um die Substanz in Schuß zu halten. Vergammelt ist eine Bahnstrecke schnell". Ein guter Streckenzustand sei auch eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine Reaktivierung mit vertretbaren Kosten möglich ist.

Wenn alles gut läuft, könnten auf der Volkacher Bahnstrecke ab 2023 wieder Züge nach Würzburg fahren. Solange wird der rote Schienenbus noch rollen - auch um den Streckenunterhalt zu finanzieren. Danach sollen modernde, leise und immissionsarme Elektro-Hybrid-Triebwagen verkehren, das hoffen Mainschleifenbahner und viele Pendler.

Zunächst bleibt es aber beim Mainschleifen-Schienenbus des Fördervereins. Der fährt weiterhin an jedem Sonn-und Feiertag und ab Mitte September auch samstags. Zum Volkacher Weinfest wird es wieder einen Sonderfahrplan mit Spätfahrten nach Seligenstadt geben - und von dort Anschluß an die Züge von DB Regio Richtung Würzburg und Schweinfurt. Foto: (Abdruck frei gegen Hinweis: "Foto IG Mainschleifenbahn") Im Thermit-Verfahren sind bei Prosselsheim 100 m neuer Schiene nahtlos in das Streckengleis der Maischleifenbahn eingeschweißt worden. Dazu war eine Spezialfirma aus Würzburg angerückt.

Pressemeldung IG Mainschleifenbahn

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