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Dienstag, 06 August 2019 13:13

Die Trambahnlok Plettenberg

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Am 3. und 4. August wurde anlässlich der Tage der Eisenbahnfreunde die Trambahnlok PLETTENBERG neben vielen anderen Lokomotiven eingesetzt. Sie fuhr zwischen Bruchhausen-Vilsen und Heiligenberg mit verschiedenen Zuggarnituren, darunter eine Anzahl von Güterwagen der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft (OEG) aus der umfangreichen Sammlung von Wim Pater, einem leidenschaftlichen niederländischen Eisenbahnfreund.

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1896 wurde die Plettenberger Straßenbahn AG – ab 30. Juni 1942 Plettenberger Kleinbahn AG – eröffnet. Zunächst gab es die Stammbahn zwischen dem Staatsbahnhof Plettenberg im Stadtteil Eiringhausen und dem Maiplatz in der Stadtmitte; 1902 wurde die Bahn verlängert und es entstand ein ziemlich ausgedehntes Bahnnetz. Die Spurweite betrug 1000 mm. 1962 wurde die Plettenberger Kleinbahn stillgelegt und abgebaut.

Durch die zahlreichen Fabrikanschlüsse im Stadtgebiet fuhr die PKB mit ihren Kastenloks wie eine Straßenbahn auf den Straßen. Auf Rollwagen brachte sie regelspurige Güterwagen zu den Firmen im Stadtgebiet und zurück nach Eiringhausen, wo der Anschluss zur Ruhr-Sieg-Strecke bestand. Ab 1915 war Oberstadt an der im selben Jahr eröffneten Staatsbahnstrecke Plettenberg – Herscheid der offizielle Übergabebahnhof. Personenverkehr fand in bescheidenem Rahmen statt und musste sich dem Güterverkehr unterordnen.

1913 wurde bei Henschel in Kassel erstmals eine Heißdampflokomotive beschafft, die erste Heißdampf-Trambahnlokomotive in Deutschland, die als Nummer 5II eingesetzt wurde. Sie bewährte sich so gut, dass in den Jahren 1919, 1924 und 1925 drei weitere Lokomotiven (die 8, 9 und 10) angeschafft wurden.

1927 wurden noch einmal zwei B-Kuppler beschafft, mit einem höherem Gewicht und höherem Dampfdruck von 13 bar. Sie erhielten die Nummern 3II und 4II (ihre Vorgänger mit denselben Nummern waren bereits verschrottet). Allerdings waren das weit offene Führerhaus und der Arbeitsplatz neben dem Kessel für das Personal sehr belastend. Lok 10 wurde 1960 ausgemustert, Lok 5II im Jahr 1961 und die Loks 8 und 9 dann im Jahr 1962. Lok 4II wurde zunächst noch für eine museale Verwendung aufbewahrt, aber 1964 dann doch verschrottet.

Die Kastenlok 3II (Henschel & Sohn, Kassel Nr. 20822/1927) war zuletzt Reserve für die 1959 beschaffte Diesellokomotive und wurde für den Verschub von Normalspurwagen in Eiringhausen eingesetzt. Nachdem die Fristen 1967 abgelaufen waren, wurde sie 1968 an den Deutschen Eisenbahn-Verein verkauft. 1971 traf die Maschine in Bruchhausen-Vilsen ein, wo sie den Namen PLETTENBERG erhielt. Nach mehreren Anläufen konnte 1988 mit den Kesselarbeiten begonnen werden. 1991 war die Wiederinbetriebnahme. Seitdem wird sie auf der Museumseisenbahn eingesetzt. Die Normalspurpuffer und -kupplung hat sie jedoch nicht wieder erhalten.

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