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Donnerstag, 17 Oktober 2019 13:00

Die 01 519 in Thüringen

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Mit der kohlegefeuerten 01 1519-6 der Eisenbahnfreunde Zollernbahn, die im Herbst für einige Wochen nach Halle kam, wurden am 23. und 24. September Fotofahrten zwischen Leipzig, Gera und Saalfeld durchgeführt. Die Veranstaltung war perfekt vorbereitet und die Züge sahen aus wie früher. Gelegentlich fuhr die Lokomotive als 01 1518-8, da diese eine der letzten Lokomotiven dieser Baureihe war, die in Saalfeld stationiert war. Entgegen der Wettervorhersage spielte auch das Wetter mit.

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Anfang der sechziger Jahre waren die Lokomotiven der Baureihe 01 bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR noch unverzichtbar. Rahmen und Kessel waren jedoch so verschlissen, dass eine Erneuerung notwendig war. Ab dem Jahr 1962 wurden im RAW Meiningen deshalb 35 Maschinen dieser Baureihe modernisiert (bei der DR Rekonstruktion genannt).

Sie bekamen unter anderem einen vollständig geschweißten Kessel mit Mischvorwärmeranlage, drei Ackermann Vollhub-Kesselsicherheitsventile, Trofimoff-Schieber, neue geschweißte Zylinder (außer 01 501 und 520), ein neues geschweißtes Führerhaus mit gepolsterten Sitzen, einen Seitenzugregler, sowie z. T. eine Indusi, die für den grenzüberschreitenden Verkehr erforderlich war. Weil die Kuppelradsätze bei vielen Maschinen wegen Speichenbrüchen ersetzt werden mussten, wurden acht Exemplare vorübergehend mit Boxpok-Rädern aus Stahlguss versehen. Äußerliche Änderungen waren eine durchgehende Domverkleidung und kleinere Windleitbleche, die vorne oben abgeschrägt waren. Die Maschinen der neuen Baureihe 01.5 gehörten zu den leistungsfähigsten deutschen Schnellzug-Dampflokomotiven der Nachkriegszeit.

Ab Betriebsnummer 01 519 erhielten alle Loks beim Umbau eine Ölhauptfeuerung, welche eine weitere Leistungssteigerung ermöglichte. Später wurden auch alle anderen Loks bis auf sieben mit Ölhauptfeuerung nachgerüstet. Im Tender konnte 13,5 m³ Schweröl mitgeführt werden.

Bei der Umzeichnung 1970 wurden die Lokomotiven mit Ölfeuerung als 01.05 geführt, die mit Kohlefeuerung als 01.15.

Wegen Wassermangels zerknallte am 27. November 1977 im Bf. Bitterfeld der Kessel der 01 516, damals schon mit der EDV-Nummer 01 1516-2, wobei neun Personen (inklusive Lokführer und Heizer) getötet und mehr als 50 andere verletzt wurden.

Wegen der Ölkrise wurden Anfang der 80er-Jahre alle Loks der Baureihe 01.5 mit Ölhauptfeuerung abgestellt, obwohl einige Loks danach noch als Heizlokomotiven verwendet wurden.

Die 01 519 wurde von Henschel & Sohn in Kassel im Juni 1936 unter der Fabrik-Nr. 22929 gebaut und als 01 186 an die DRG abgeliefert. Abgenommen wurde sie am 17. Juni 1936. Ihr erstes Heimat-Bw war Dresden Altstadt. Die 01 186 wurde 1963/64 durch das Reichsbahn-Ausbesserungswerk (Raw) Meiningen unter der Fabrik-Nr. 121 rekonstruiert. Sie bekam dabei u.a. einen neukonstruierten Kessel, der vom Raw Halberstadt unter der Nummer 267 hergestellt worden war. Nach der Indienststellung am 29. Februar 1964 erhielt sie die Nummer 01 519; ab 1970 fuhr sie dann als 01 0519-7. Sie war die erste "Reko-01" mit Ölhauptfeuerung. Nach ihrer Abstellung im Bw Saalfeld im Jahr 1982 blieb die Lok erhalten. Im Herbst 1982 wurde sie auf Kohlefeuerung umgebaut und war bis Oktober 1988 Dampfspender bei der Brauerei Greifswald. In letzter Sekunde konnte 01 519 vor dem Schneidbrenner gerettet werden. Beim Tender hatte man bereits mit der Verschrottung begonnen. Der Grund für die Rettung war ein Kompensationsgeschäft zwischen dem Liechtensteiner Touristikunternehmen Jelka und der DR für den Einsatz eines Triebwagens VT 611 als IC zwischen Hamburg und Berlin. Die Lok wurde in einem erbärmlichen Zustand im September 1990 dem Raw Meiningen für eine mit einem Neubau vergleichbare Hauptuntersuchung zugeführt. Am 31. Januar 1991 wurde sie zuerst im Bw Saalfeld untergebracht und anschließend im badischen Haltingen. Nach drei Jahren gelang es der Eisenbahnfreunde Zollernbahn, die Lokomotive zu mieten und im Frühjahr 1996 zu kaufen. Für den Einsatz auf DB-Strecken wurde 1995 eine Indusi und ein Zugbahnfunkgerät eingebaut.

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