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Samstag, 02 November 2019 14:00

G10-Abschiedsfahrt

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Weil die ex-CFR G10 „657.2770“ zum Jahresende wegen Ablaufs der Kesselfrist abgestellt wird und weil die Modernisierung der Strecke Braunau – Steindorf bei Straßwalchen 2020 beginnen soll, hatte die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) für den 19. und 20. Oktober eine Abschiedsfahrt mit der G10 ausgeschrieben. Es wurde ein würdiger Abschied.

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Die Lok zog am ersten und am zweiten Tag bis zur Mittagspause einen langen aus tschechischen Wagen bestehenden Güterzug und danach einen schönen passenden Personenzug.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit der fünffach gekuppelten Güterzugtenderlokomotive der Baureihe T16.1 (der späteren Baureihe 94.5-17) bestellte die Königlich Preußische Eisenbahn Verwaltung eine Dampflokomotive mit derselben Achsfolge E h2.

Die Firma Henschel in Kassel entwickelte eine geeignete Lokomotive, die unter dem Namen G10 bei den Preußischen Eisenbahnen eingesetzt wurde.

Getreu der früheren Idee einer weitreichenden Standardisierung wählte man einen Kessel vom Typ Garbe, der sich bereits auf der preußischen P8 (der späteren BR 38.10-40) bewährt hatte. Die ersten Lokomotiven wurden 1910 an die Preußische Staatsbahn geliefert.

Bis 1925 wurden insgesamt 2677 Maschinen an deutsche Länderbahnen geliefert, wovon 2615 an die Preußischen Staatseisenbahnen, 35 an die Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen und 27 an die Eisenbahnen des Saargebietes. Weitere ca. 350 Lokomotiven gingen an Bahnunternehmen in der Türkei, in Rumänien, in Polen und in Litauen.

Zwischen 1926 und 1944 bauten die Firmen Resița und Malaxa insgesamt 520 Lokomotiven für die rumänische C.F.R. nach. Insgesamt wurden daher also 3197 Lokomotiven dieser Bauart in Dienst gestellt.

Nach Gründung der Deutschen Reichsbahn verbreitete sich die G10 über ganz Deutschland. Einige Lokomotiven wurden nach dem ersten vorläufigen Umzeichnungsplan von 1923 als Baureihe 33 ausgeliefert, ab Ende 1923 wurden sie als die Baureihe 57.10-35 eingereiht. Den für die deutschen Länderbahnen gelieferten Lokomotiven wurden bei der Deutschen Reichsbahn die Betriebsnummern von 57 1001 bis 57 3524 zugeordnet, dabei wurden einige Nummern nicht oder durch von Privatbahnen übernommenen Lokomotiven besetzt. Die G 10 der Saarbahnen erhielten 1935 die Nummern 57 2727–2763, darunter waren mit den 57 2737–2763 die Nachbauten der Saar-Eisenbahnen aus den Jahren 1921–1925. Im Zweiten Weltkrieg wurden weitere Lokomotiven aus Polen als 57 2764–2772 und 57 2784–2804 und aus Luxemburg als 57 2773–2783 übernommen.

Die Deutsche Bundesbahn hatte 1950 etwa 649, die Deutsche Reichsbahn in der DDR 112 und die Saarbahnen 81 G10 in ihrem Bestand. Die Bundesbahn musterte ihre ab 1968 offiziell als Baureihe 057 bezeichneten G10 bis 1970 aus, als letzte die 057 070 am 22. September 1970. Bei der Reichsbahn war die Ausmusterung dieser Baureihe 1972 abgeschlossen.

Nach Kriegsende verblieben zahlreiche G10 in den vier österreichischen Besatzungszonen. Für den 31.12.1947 werden insgesamt 151 Lokomotiven genannt. Bei der ÖBB verblieben 100 Stück. Ab 1953 wurden 96 davon unter Beibehaltung der Ordnungsnummer und Einfügen eines Punktes als Reihe 657 bezeichnet. Alle Loks wurden bis 1968 ausgemustert.

Anfang 2001 verkaufte die C.F.R. die Lok 50.770 (Malaxa, Bukarest 299/1938) zusammen mit der 50.608 an die ÖGEG. Die Lok wurde anschließend in Cluj-Napoca (Klausenburg) betriebsfähig aufgearbeitet, wobei die 50.608 als Ersatzteilspender diente. Die Fertigstellung dauerte bis Anfang des Jahres 2004. Im Juni 2004 wurde die Lok nach Österreich überführt. Bei der ÖGEG erhielt sie die Phantasie-Nummer 657.2770.

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Letzte Änderung am Samstag, 02 November 2019 10:08