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Dienstag, 12 November 2019 13:00

Ein Gast auf der Waldeisenbahn Muskau

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Für eine kleine Gruppe von Eisenbahnfreunden fand am 12. und 13. Oktober auf der von Weißwasser an der deutsch/polnische Grenze ausgehenden Waldeisenbahn Muskau (WEM) eine spezielle Veranstaltung statt, an der zwei ehemaligen Heeresfeldbahn-Lokomotiven teilnahmen. Eine davon war die Brigadelok HF 2257 der Parkeisenbahn Cottbus, die extra für diese Gelegenheit nach Weißwasser gebracht worden war. Die andere war die bei der WEM selbst beheimatete HF 1914 (die spätere DR-99 3317).

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Dank der original aussehenden Züge und der perfekten Organisation, die dafür sorgte, dass die Teilnehmer zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, konnte man sich vorstellen, wie es in der Vergangenheit ausgesehen haben muss. Das herrliche Wetter war ein willkommener Bonus.

Für den Transport von Truppen und Material wurden im Ersten und Zweiten Weltkrieg zahlreiche Lokomotiven für die Armeen gebaut, die als Heeresfeldbahnlokomotiven bekannt waren. Später kamen sie in den Besitz von Klein- und Werkbahnen in vielen europäischen Ländern, aber auch in Südamerika, Afrika oder Asien. Aufgrund der großen gebauten Stückzahlen und der robusten Konstruktion haben bis heute viele Lokomotiven bei Museumsbahnen überlebt.

Die Waldeisenbahn Muskau war bis zu ihrer Betriebseinstellung im Jahr 1978 eine reine Industriebahn mit Güterverkehr und wurde ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben. Lediglich für Rangierzwecke kamen auf vereinzelten Anschlussgleisen Feldbahndieselloks zum Einsatz. Die Spurweite beträgt 600 mm. Im Zeitraum zwischen 1896 und 1978 wurden mindestens 19 verschiedene Dampfloks bei der WEM eingesetzt, von denen heute noch 8 Stück bei anderen Museumsbahnen oder Museen im In- und Ausland der Nachwelt erhalten blieben.

Zur HF 2257

Die Linke-Hofmann Werke in Breslau lieferte 1918 eine Serie von 34 Brigadelokomotiven an den Eisenbahnersatzpark aus, der die nach Kriegsende fertiggestellten Brigadelokomotiven aufnahm. Dazu gehörte auch die HF 2257 (Fabriknummer 1739). Weil der Krieg bei Auslieferung der Lok bereits zu Ende war, kam sie in ein Demobilisierungslager in Osteuropa; genaue Einsatzorte sind leider nicht bekannt. Die hier versammelten Lokomotiven wurden allesamt an Fabriken, Landwirtschaftsbetriebe oder andere Eisenbahnverwaltungen frei verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die WEM die rückgeführte Lok und bezeichnete sie als No. 1739. Bereits 1946 ging die Lok in den Bestand des Braunkohlenwerks "Frieden" in Weißwasser über, das sie bis 1954 auf ihren Strecken als Werklok "138" für den Kohleverkehr zur Verladung zwischen den Mulden A und B und dem Bahnhof Halbendorf einsetzte. Seit 1954 steht die Lok in Diensten der Parkeisenbahn Cottbus (früher Pioniereisenbahn Cottbus). Seit dem 25. März 2016 trägt die Lok wieder ihre HF-Nummer "2257" an den Wasserkästen.

Zur HF 1914

Diese Lok wurde 1918 von Borsig mit der Fabriknummer 10306 an den Eisenbahnersatzpark der Heeresfeldbahn geliefert. Ab 1919 erfolgte ihr Einsatz als PKP 4241 auf Waldbahnen in Ostpolen, später als K4-448 in Litauen. 1944/45 kam sie während des Zweiten Weltkrieges zurück nach Deutschland, wo sie ab 1948 bei dem Braunkohlewerk "Frieden" in Weißwasser eingesetzt wurde. Von 1952 bis 1977 war sie bei der Waldeisenbahn Muskau stationiert und wurde dort von der Deutschen Reichsbahn als DR 99 3317 eingereiht. Von 1979 bis 1990 stand sie als technisches Denkmal in Weißwasser. Im März 1990 wurde die Lok durch die WEM wieder zurückgeholt. Nach einer betriebsfähigen Aufarbeitung in den Jahren 1993 bis 1995 wurde sie bis 2003 vor den Museumszügen der wiederaufgebauten Waldbahn eingesetzt. Im September 2011 wurde die 99 3317 wieder in den Heeresfeldbahnzustand als HF 1914 zurückversetzt. Am 27.10.2017 wurde die Lok zur Hauptuntersuchung ins tschechische Žamberk gebracht. Ab Mai 2019 steht sie wieder bei der WEM zur Verfügung.

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