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Mittwoch, 11 Oktober 2017 11:17

Dampf entlang des Douro

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Das Wochenende vom 7. und 8. Oktober war ideal um den Dampfzug entlang der Douro abzulichten. Ein blauer Himmel an beiden Tagen, eine schon ziemlich tief stehende Sonne und noch nicht allzu kurze Tage (wichtig weil der Zug am späten Nachmittag fährt). In der Region hat es seit Wochen nicht geregnet und zwischen Porto und Régua wütenden schwere Waldbrände. Am Sonntag entstand plötzlich auch ein Feuer im Dourotal, obwohl der Zug davon nicht beeinträchtigt wurde.

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Seit Ende der neunziger Jahre bieten die Portugiesischen Eisenbahnen CP einen historischen Dampfzug im Dourotal an. In diesem Jahr fuhr er an einigen Werktagen in August sowie an Wochenenden vom 3. Juni bis zum 26. Oktober (also ab jetzt noch drei Mal). Der Zug mit Lok 0186 und fünf authentischen Holzwagen startet in Peso da Régua (in Fahrplänen nur Régua genannt), hält in Pinhão für Wasser und endet In Tua wo die Lok auf einer Drehscheibe gedreht wird für die Rückfahrt nach Régua.

Die 1D2-Lok 0186 ist in 1925 von Henschel & Son mit Fabriknummer 19825 gebaut worden für die Companhia dos Caminhos de Ferro do Sul e Sueste (SeS), die spätere Caminhos de Ferro do Estado (CFE), wo sie als 406 fuhr. Die Maschine gehörte zu einer Serie von 10, alle von Henschel und alle für eine Spurbreite von 1672 mm. Nachdem die CFE Teil der Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses geworden war, bekam die Lok zuerst die Nummer 01206 und lief ab 1950 bei den Caminhos de Ferro Portugueses (CP) als 0186.

Obwohl der historische Douro-Zug jährlich fuhr, wurde die Dampflok in 2013 von einer Diesellok ersetzt für eine umfangreiche Renovierung, die drei Jahre dauerte. Dabei wurde die 0186 von Kohle- auf Ölhauptfeuerung umgebaut. Wegen der größeren Hitze bei Ölfeuerung wurde der kupferne Kessel von einem Stahlkessel ersetzt. Ein großer Vorteil ist dass der Lok keine Funken mehr produziert und somit auch in trockenen und warmen Perioden eingesetzt werden kann. Früher kam es öfters vor dass der Zug mit Diesel gefahren werden musste. Der Umbau wurde durchgeführt von der Empresa de Manutenção de Equipamento Ferroviário, zusammen mit den spezialisierten spanischen Unternehmen Autalem und ARMF.

Ein technisches Wunder bei der Eröffnung in 1887, die Linha do Douro (Douro-Strecke) ist auch heute noch faszinierend. Die Bahn öffnete völlig isolierte Gebiete. Mit der Bau wurde in 1875 angefangen. Es dauerte vier Jahre bis Régua erreicht wurde und ein Jahr später Pinhão. Ursprünglich kreuzte sie die spanische Grenze mit Anschlüssen nach Salamanca und Madrid. Obwohl die wunderschönen Schmalspurstrecken, die von der Hauptstrecke abzweigten, schon längst geschlossen und zum größten Teil abgebaut sind, ist es noch immer ein Erlebnis die 160 km. von Porto nach Pocinho zu befahren mit mehr als 20 Tunneln, 30 Brücken und 34 Bahnhöfen. Es gibt tägliche Abfahrten ab Porto (São Bento und Campanhã). Vorbei Régua ist die Douro-Strecke am spektakulärsten, direkt am Flussufer und quasi festgeklebt an den Felsen des Dourotals. Manche Bahnhöfe sind nur eine Hütte mit einem Bahnsteig, die von den lokalen Quintas benützt werden.

Das gesamte Gebiet, Fluss, Eisenbahn und Weinfelder ist eine UNESCO Weltkulturerbe.

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Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Oktober 2017 19:08