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Sonntag, 15 März 2020 13:20

Mit der 03 in Ostsachsen

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In Mai 2020 läuft die Frist der 03 2155-4 ab und da bei der Firma WFL derzeit die 18 201 eine Hauptuntersuchung erhält, ist es mehr als fraglich, ob auch die 03 neu aufgearbeitet wird. Unter diesem Gesichtspunkt wurden von Eisenbahnfreunden am 8. und 9. März Fahrten mit dieser Lok zwischen Dresden und Görlitz mit einem Abstecher nach Weißwasser organisiert.

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Der Ausbau und die Elektrifizierung beider Strecken ist beschlossene Sache und wird dieses einmalige Ambiente für immer zerstören. Der Zug sah mit acht grünen Personenwagen wunderschön aus und die Fahrten waren sehr gut vorbereitet.

Zwischen 1930 und 1938 wurde das von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft aufgestellte Einheitslokprogramm mit einer Schnellzuglokomotive für Strecken, die nur für Radsatzlasten bis 18 t geeignet waren, erweitert. Die neuen Zweizylinderlokomotiven der Baureihe 03 waren eine leichtere (und 40 mm kürzere) Version der BR 01. Es wurden 298 Exemplare von den Firmen Borsig, Krupp, Henschel, Schwartzkopff (bis 1932) und Berliner Maschinenbau AG (ab 1932) hergestellt.

Das geringere Gewicht der Maschinen im Vergleich zur Baureihe 01 erzielte man durch einen leichteren Barrenrahmen, einen kleineren Kessel und kleinere Zylinder. Ab der Betriebsnummer 03 123 verlegte man die Pumpen in der Fahrzeugmitte und ab der Betriebsnummer 03 163 hatten die Lokomotiven größere vordere Laufräder mit 1.000 mm statt 850 mm Durchmesser. Nur mit einem Tender der Bauart 2'2 T 30 konnten die Maschinen auch auf 20 m-Drehscheiben gewendet werden.

Die 03 154 wurde mit einer paraboloidförmigen Rauchkammertürverkleidung, einem windschnittigen Führerhaus und einer Verkleidung des Triebwerks ausgestattet. Die 03 193 erhielt eine weinrote stromlinienförmige Vollverkleidung und die 03 204 und 03 205 erhielten versuchsweise seitliche Schürzen unter dem Umlauf, die eine Verschmutzung der Führerstandsfenster durch weggeschleudertes Öl verhindern sollten. Die Loks 03 175 und 03 207 hatten, ebenfalls versuchsweise, eine Lentz-Ventilsteuerung.

Nach dem Krieg verblieben 145 Exemplare bei der Deutsche Bundesbahn (DB) und 80 bei der Deutschen Reichsbahn (DR). Die 03 023 und 216 der DR wurden allerdings bald ausgemustert. Die Stromlinienverkleidungen wurden, falls noch vorhanden, entfernt. Die 36 in Polen zurückgebliebenen Loks wurden von der Polskie Koleje Państwowe (PKP) als Pm2 eingereiht.

Anfang 1968 waren bei der DB noch etwa 40 Exemplare der nun als Baureihe 003 bezeichneten Lokomotiven im Einsatzbestand. Die letzten zehn Exemplare wurden ab 1971 von Ulm aus eingesetzt. Das Ende kam im Jahr 1972 als die 003 088, 003 131 und 003 268 außer Betrieb genommen wurden.

Im Gegensatz zur DB wurde die Baureihe 03 bei der DR nicht Anfang der 1970er Jahre ausgemustert, sondern weiterhin im Reisezugdienst eingesetzt. Im Zuge der Ausmusterung der Baureihe 22 erhielten zudem zwischen 1969 und 1975 insgesamt 52 Loks die Reko-Kessel der 22er. Die 03 mit Reko-Kesseln unterschieden sich äußerlich zur Ursprungsausführung augenfällig dadurch, dass die Kessel nur den Sandkasten und einen Dampfdom sowie eine größere Anzahl an Waschluken aufwiesen. Letztlich sind ab 1962, bis auf die 03 001, alle DR-Maschinen mit Mischvorwärmern ausgerüstet worden.

Die 03 155 wurde in 1934 von Borsig in Berlin mit der Fabriknummer 14475 gebaut und am 03.03.1934 an die DRG abgeliefert. Im Rahmen des EDV-Nummernplans der DR wurde die Nummer im Jahr 1970 in 03 2155-4 geändert. Seit 1975 trägt die Lok den Kessel der ehemalige 22 007. Sie wurde am 22. November 1984 im Bw Leipzig Hbf Süd ausgemustert.

Am 23. November 1984 ging die Lok in das Eigentum der Eisenbahnfreunde Flügelrad Oberberg in Dieringhausen über. Im Jahr 2009 wurde die Lok von der Firma Wedler & Franz gekauft. Am 13. und 14. Dezember 2011 wurde sie von Dieringhausen nach Brieske bei Senftenberg überführt und anschließend betriebsfähig aufgearbeitet. Am 17. Januar 2012 wurde die Lok nach Nossen gebracht, wo die Restarbeiten zur Inbetriebnahme erfolgten. Am 14. März 2012 bewegte sich die Lok zum ersten Mal nach der Aufarbeitung aus eigener Kraft.

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