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Dienstag, 15 September 2020 12:00

Abschiedsfahrten der 44 546

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Weil die 44 546 Fristablauf hatte, wurden vom Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen am 19., 20. und 21. August Abschiedsfahrten nach Gunzenhausen, Donauwörth und Wilburgstetten durchgeführt. Zum Glück hatte es in den Tagen zuvor stark geregnet, so dass die Waldbrandgefahr stark reduziert worden war. Sonst hätte es nach der Hitzewelle der Wochen zuvor für Fahrten mit einer kohlegefeuerten Lokomotive schlecht ausgesehen.

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Dennoch wurde die 44 am letzten Nachmittag durch die ölgefeuerte 50 0072 ersetzt. Während der Veranstaltung lief die 44 als 44 2546-8, ein recht merkwürdiger Anblick.

Die Geschichte der Baureihe 44 reicht in das Jahr 1923 zurück. Die Lokomotivfabriken Borsig und Henschel wurden beauftragt, Pläne für eine fünffach gekuppelte Maschine mit zwei bzw. drei Zylindern, sowie eine Vierzylinder-Verbundlok auszuarbeiten. Nach umfangreichen Tests wurde schließlich die Dreizylinder-Version gewählt. Im Jahr 1926 wurden zehn Lokomotiven von den Lokfabriken Henschel (3), der Maschinenfabrik Esslingen (1) und Schwartzkopff (6) geliefert und als Baureihe 44 in den Bestand der Reichsbahn übernommen. Bis zur Mitte der dreißiger Jahre beschaffte man keine weiteren 1’E Güterzuloks, bis die DRG sich entschloss, für den schweren Güterzugdienst die Baureihe 44 in leicht veränderter Form und mit Windleitblechen zu beschaffen. Diese Zwischenserie wurde von den Firmen Henschel, Krupp und Schwartzkopff mit den Betriebsnummern 44 013 - 44 065 im Jahr 1937 geliefert. Ab 44 066 (Henschel 1937/24096) begann dann die Serienlieferung mit weitgehend geschweißten Tendern der Bauart 2’2’T34.

Der Zweite Weltkrieg hatte einen ungeahnten Bedarf an leistungsfähigen Güterzugdampfloks zur Folge. Die DRG stornierte daher alle Bestellungen für die als nicht kriegswichtig eingestuften Reisezugloks. Es durften nur noch die Baureihen 44, 50 und 86 weitergebaut werden. Die Konstruktion dieser Typen wurde im Laufe des Krieges immer mehr vereinfacht, um Material und Fertigungsstunden einzusparen. Diese Serien bezeichnet man als „Übergangskriegslokomotive" (ÜK-Loks). Die DRG beschaffte insgesamt 1753 Loks der Baureihe 44. An der Fertigung waren 14 deutsche und ausländische Lokfabriken beteiligt.

Nach Kriegsende wurden 1945 und 1946 weitere 226 Maschinen in Frankreich gebaut, welche direkt an die SNCF als 150.X.1 bis 150.X.226 geliefert wurden. 1948 und 1949 wurden dann die letzten Lokomotiven der Baureihe 44 gebaut. Die dänische Firma Frichs begann während des Kriegs mit der Fertigung der 44 1231 bis 44 1240. Die halbfertigen Loks wurden nach Hennigsdorf überführt, dort vom Lokbau VEB LEW „Hans Beimler" fertiggestellt und 1949 der DR übergeben, so dass die Baureihe 44 auf eine Gesamtstückzahl von 1989 Loks kam.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs verblieben 1246 Lokomotiven bei der Deutsche Bundesbahn (DB). Davon wurden ab 1958 32 Lokomotiven mit einer Ölhauptfeuerung ausgerüstet.

Bei der Deutschen Reichsbahn (DR) verblieben 344 Exemplare. Die DR ließ ab 1963 100 Loks auf Ölhauptfeuerung und 22 Loks auf Kohlenstaubfeuerung umbauen. Ziel war, die Loks wirtschaftlicher einsetzen zu können. Ein Nebeneffekt war die Entlastung des Heizers von der schweren Arbeit des Feuerns, gleichzeitig hatte dieser mehr Zeit für die Streckenbeobachtung.

Ab Mitte der 60er-Jahre musterte die DR die kohlegefeuerten 44er aus, so dass sie ab 1972 nur noch ölgefeuerte Maschinen der Baureihe 44 im Bestand hatte. Insgesamt standen bei der DR 1975 91 ölgefeuerte Loks der BR 44 im Betrieb. In der Zwischenzeit war der Rohölpreis jedoch so weit angestiegen, dass sich die Hauptverwaltung für Maschinenwirtschaft im Jahr 1980 entschloss, alle ölgefeuerten Loks außer Betrieb zu setzen . Ab 1982 wurden wieder insgesamt 80 Loks der Baureihe 44 auf Rostfeuerung zurückgebaut, die jedoch überwiegend als Heizloks verwendet wurden. Nur 52 waren betriebsfähig. Von diesen sind allerdings kaum Einsätze bekannt.

Bei der Polnischen Staatsbahn (PKP) verblieben nach dem Krieg mindestens 132 Exemplare, die unter der Baureihe Ty4 in Betrieb genommen wurden, bei der CSD waren es drei und bei den ÖBB 16 Maschinen, welche im Rahmen eines Loktausches von der DB übernommen wurden.

Bei der französischen Staatsbahn SNCF verblieben 14 Lokomotiven, dort als Baureihe 150.X. bezeichnet. Wie schon oben erwähnt, wurden nach Abzug der deutschen Besatzer nach dem Krieg weitere 226 Lokomotiven von französischen Lokomotivherstellern direkt an die SNCF abgeliefert. Von diesen Maschinen übernahm die Türkische Staatsbahn TCDD insgesamt 48 Exemplare und reihte diese unter den Nummern 56.701 bis 56.748 ein.

Die 44 546 wurde am 15.12.1941 von Krauss-Maffei AG mit der Fabriknummer 16151 an die DR ausgeliefert. Im Jahr 1965 wurde sie auf Ölhauptfeuerung umgerüstet. Ab 1970 lief sie als 44 0546-0. Am 15.11.1981 wurde sie z-gestellt und 1982 im Raw Meiningen zur kohlegefeuerten fahrfähigen Heizlok umgebaut, wobei sie die Nummer 44 2546-8 erhielt. Seit Januar 1992 gehört die Lok dem Bayerischen Eisenbahnmuseum e. V., Nördlingen (BEM).

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