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Donnerstag, 18 Februar 2021 12:00

Dampflok von Hennef ins Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn umgezogen

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Fotos Gerhard Moll, Carsten Gussmann.

Das Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn in Asbach/Westerwald ist um ein bestens zum Museumsthema passendes und technisch interessantes Exponat reicher: Am Freitag, den 12. Februar 2021 wurde die 1939 von der Lokomotivfabrik Jung mit der Fabriknummer 8301 für die Basalt-AG Linz gebaute Schmalspurdampflok vom Hennefer Busbetriebshof der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) nach Asbach gebracht. Die RSVG hat die Lok der Ortsgemeinde Asbach als Trägerin des Museum kostenlos überlassen.

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Fotos Carsten Gussmann.

Das Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn im einstigen Endbahnhof Asbach dokumentiert und präsentiert die Geschichte der gleichnamigen Eisenbahngesellschaft sowie den Basalttransport im vorderen Westerwald.

In den Wochen vor dem Transport richteten der Bauhof der Ortsgemeinde Asbach und Aktive des Museums eine etwa hundert Jahre alte Halle direkt am Bahnhof Asbach als Fahrzeughalle her. Die Halle bietet nun auch dem noch aufzuarbeitenden ehemaligen RSE-Triebwagen T2 (Wismar 21103/1938, von 1959 bis 2016 als VT 301 bzw. VB 403 bei der Jagsttalbahn) einen trockenen Stellplatz. Perspektivisch sollen die beiden Hallengleise an die Bahnhofsgleise angeschlossen werden.

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Fotos Ulrich Clees.

Die Basalt-AG Linz (BAG), die Rhein-Sieg Eisenbahn (RSE) und die RSVG sind eng miteinander verbunden: Die Basalt-AG übernahm 1918 die Aktienmehrheit der Rhein-Sieg Eisenbahn; die RSVG wiederum ist die Nachfolgegesellschaft der RSE im Busverkehr. So kam es, dass die BAG-Dampflok, nachdem sie zunächst einige Jahren vor der BAG-Zentralwerkstatt Sternerhütte bei Linz gestanden hatte, in Hennef an den Eisenbahnbetrieb der RSE erinnern sollte, und zwar zunächst kurz für die Neulackierung am alten RSE-Bahnbetriebswerk und nun vierzig Jahre lang im Busdepot in Hennef-Stoßdorf. Die einzige erhaltene RSE-Dampflok, die Lok 53, war bereits 1968 an die DGEG übergegangen und wurde vor mehr als zwanzig Jahren, inzwischen an den Eisenbahnfreund Wolfgang Clößner verkauft, zum Ausgangspunkt des Aufbaus des Asbacher Museums.

Die BAG betrieb von Linz/Rhein aus ein verzweigtes Netz von Steinbruchbahnen mit der Spurweite 785 mm; dies war auch die Spurweite der RSE. Beide Bahnen nutze die BAG zum Steintransport, und von Asbach bis zum letzten Einsatzort der Lok, der Bahn von Steinbruch Willscheider Berg nach Kalenborn, ist es nicht weit. Am Willscheider Berg stand die Lok bis 1968 im Einsatz, beim TÜV abgemeldet und aus dem Betriebspark genommen wurde sie aber erst 1975.

Ihr ursprünglicher Einsatzort war die sogenannte Talbahn in Linz, also die Strecken von den Füßen der Bremsberge zur Rheinverladung in Linz. Wegen der dortigen engen Radien bis hinab auf 19 Meter ist das vierachsige Fahrwerk der Nassdampflok auf besondere Weise ausgebildet: Die erste Achse wird nicht über Kuppelstangen angetrieben, sondern über ein Zahnradgetriebe (Bauart Luttermöller), die dritte Achse ist seitenverschiebbar (Bauart Gölsdorf). Sie ist eine von nur noch drei Luttermöller-Loks in Deutschland. Ein Tunnel im Stadtgebiet von Linz limitierte das Umgrenzungsprofil, so dass die 185 PS starke Lok in der Frontansicht recht zierlich wirkt.

Ein 1950 ins Auge gefasster baugleicher Nachbau unterblieb, so dass die Lok zeitlebens der einzige D-Kuppler der BAG blieb. Zeitzeugen berichten, dass die Eisenbahner der BAG mit dieser Lok stets sorgsamer umgegangen seien als mit ihren anderen Maschinen. Auch heute noch zeigt sich die Lok, trotz vier Jahrzehnten im Freien, bis auf Glocke und Pfeife in allen wesentlichen Teilen vollständig und in relativ gutem Zustand. Im Asbacher Museum wird nun die optische Aufarbeitung angegangen, z.B. müssen Bleche ausgetauscht und ein neuer hölzerner Führerhausboden eingezogen werden.

Besichtigt werden kann die Lok an den Öffnungstagen des Museum, also am zweiten Sonntag der Monate April bis Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr (sobald die Pandemielage es wieder zulässt).

Das Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn befindet sich im einstigen Bahnhof Asbach der Rhein-Sieg Eisenbahn in der Bahnhofstraße 23. Es handelt sich um das letzte erhaltene RSE-Gebäudeensemble aus Empfangsgebäude, Lokschuppen und Güterschuppen. Auf den wieder errichteten Gleisanlagen werden Fahrzeuge der Rhein-Sieg Eisenbahn präsentiert, im Empfangsgebäude erinnert eine Ausstellung an die Zeit, als diese Schmalspurbahn nach Waldbröl, Asbach, Rostingen, Beuel und Siegburg fuhr. Thema ist auch der Basalttransport - nun bestens repräsentiert durch die neue alte Dampflok.

Ulrich Clees, Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn

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