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Donnerstag, 18 März 2021 11:53

"Laura" absolvierte Probefahrten bei den Harzer Schmalspurbahnen

HSB Lok Laura Foto HSB Heide Baumgaertner (1)HSB Lok Laura Foto HSB Dirk Bahnsen (2)
Fotos HSB/Heide Baumgärtner, HSB/Dirk Bahnsen.

Auf den Gleisen der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) war in den letzten Tagen ein besonderer Gast aus Süddeutschland unterwegs. Die 134 Jahre alte Dampflokomotive „Laura“ der bayerischen Chiemsee-Bahn absolvierte einige Probefahrten in Wernigerode. Ebenfalls stand eine frisch untersuchte „Brockenlok“ für Testfahrten unter Dampf.

Bereits seit November ruht pandemiebedingt der Zugbetrieb auf dem Großteil des 140,4 km langen Streckennetzes der HSB. Seitdem sind vorerst auch die beliebten Dampflokomotiven des kommunalen Bahnunternehmens abgestellt. In den vergangenen Tagen wehten nun wieder erste Dampfwolken über Wernigerode. Die kleine Lok „Laura“ der bayerischen Chiemsee-Bahn absolvierte in der „Bunten Stadt am Harz“ nach einer dreijährigen Untersuchung im thüringischen Dampflokwerk in Meiningen erste Probefahrten. Im Jahre 1887 bei der Lokomotivfabrik Krauss & Comp. in München gebaut hatte die 13,3 Tonnen schwere Lokomotive bei den Spezialisten in Meiningen unter anderem auch einen neuen Kessel erhalten. Aufgrund fehlender Möglichkeiten für Probefahrten im Werk entschied sich die Eigentümerin und Betreiberin der Chiemsee-Bahn, die Chiemsee-Schifffahrt Ludwig Feßler KG, bei der Rücküberführung nach Bayern einen Zwischenstopp für Testfahrten bei den ebenfalls meterspurigen Harzer Schmalspurbahnen einzulegen.

Die Probefahrten des zweiachsigen und nur 60 PS starken Oldtimers, der mit seiner kantigen Bauform zur seltenen Gattung der Kastenlokomotiven zählt, konnten nun erfolgreich im Stadtgebiet von Wernigerode abgeschlossen werden. Nach ihrer Rückkehr wird „Laura“ dann wieder für Einsätze vor fahrplanmäßigen Personenzügen auf der 1,9 km langen Strecke zwischen Prien Bahnhof und Prien Hafen/Stock zur Verfügung stehen. Ihre Aufgaben hatte während des Werksaufenthaltes die mittlerweile 59 Jahre alte Diesellok „Lisa“ übernommen. Die bei Touristen sehr beliebte Schmalspurbahn am Chiemsee wurde am 9. Juli 1887 nach nur 70 Tagen Bauzeit eröffnet. Sie ist damit nur einen Monat älter als der erste Abschnitt der von der HSB betriebenen Selketalbahn im Harz, auf dem
am 7. August 1887 zwischen Gernrode (Harz) und Mägdesprung der erste offizielle Personenzug fuhr.

Mit Blick auf die baldmöglich angestrebte Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf dem Gesamtnetz setzt die HSB hinter den Kulissen alle wichtigen Arbeiten an Fahrzeugen und der Streckeninfrastruktur trotz der aktuellen Einschränkungen nahtlos fort. So hat das kommunale Bahnunternehmen zeitgleich zu den Fahrten von „Laura“ auch seine „Brockenlok“ 99 7237 für Probefahrten angeheizt. Die 61 Tonnen schwere und über 700 PS starke Dampflok hatte in den zurückliegenden Monaten ebenfalls eine umfangreiche Untersuchung in Meiningen erhalten. Sie gehört zu einer von Serie von 17 zwischen 1954 und 1956 gebauten Maschinen, die bei der HSB bis heute vorwiegend im Brockenverkehr zum Einsatz kommen. Insgesamt verfügt das kommunale Bahnunternehmen über einen Bestand von 25 Dampflokomotiven der Baujahre 1897 bis 1956, von denen jedoch nicht mehr alle betriebsfähig sind.

Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs und des Dampfbetriebs auf dem Gesamtnetz der Harzer Schmalspurbahnen sowie die Beendigung der für viele Mitarbeiter zum Teil schon seit mehreren Monaten andauernden Kurzarbeit sind allerdings auch weiterhin abhängig von der Entwicklung der Pandemielage. Fahrplanmäßiger Personenzugverkehr findet derzeit ausschließlich mit Triebwagen zwischen Nordhausen und Ilfeld sowie zwischen Wernigerode und Schierke statt.

Pressemeldung Harzer Schmalspurbahnen

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Letzte Änderung am Donnerstag, 18 März 2021 15:07