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Dienstag, 13 Juli 2021 11:35

Denkmalgeschützte Rheinuferbahn dank NRW-Förderung in neuem Kleid

ET57 aussen 2 Copyright Oliver Zaude NeussET57 innen Copyright Oliver Zaude Neuss DSC08722
Fotos Oliver Zaude.

Seit 2006 betreut der gemeinnützige Verein ET57 e.V. aus Wesseling den letzten erhaltenen Doppeltriebwagen der früheren Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE). Sein Ziel ist, das 1956 in Köln gebaute und seit 2009 unter Denkmalschutz stehende Schienenfahrzeug nicht nur zu erhalten, sondern auch wieder in Betrieb zu nehmen und in seinem früheren Einsatzgebiet, auf den heutigen Stadtbahnlinien 16 und 18, Sonderfahrten durchzuführen.

"Die technischen Voraussetzungen hierfür sind gegeben, der Wagen ist voll funktionsfähig“ sagt Oliver Zaude, der Vorsitzende des Vereins, in dessen Eigentum das Fahrzeug steht und das er wie seine Westentasche kennt. Der Diplom-Ingenieur ist seit vielen Jahren in der Schienenfahrzeugindustrie und einem Verkehrsbetrieb tätig.

Für die Zulassung des Fahrbetriebs ist allerdings noch eine Hauptuntersuchung notwendig, die man sich wie die HU bei einem PKW vorstellen kann. Diese ist zwar 6 Jahre lang gültig, aber erheblich aufwendiger. Hierfür hatte der Verein vor einigen Jahren eine Summe von ca. 160.000€ veranschlagt.

Ein wichtiger Baustein hierfür ist die Instandsetzung des Wagenkastens, die nun durch die Neulackierung bei Talbot Services einen krönenden Abschluss gefunden hat. Nachdem der Verein die wesentlichen Rostschäden in Eigenleistung beseitigt hat, konnte das Fahrzeug im vergangenen Jahr neu lackiert werden.

„Das Projekt war für uns eine tolle Herausforderung“ so Dirk Reuters, der Geschäftsführer des Aachener Unternehmens. Das 1838 gegründete Werk ist nicht nur der älteste deutsche Hersteller von Schienenfahrzeugen, sondern hat zum ET 57 auch einen besonderen Bezug: Passend zu dem elektrischen Triebwagen lieferte Talbot 1956 vier Anhänger mit Fahrerständen, sogenannte Steuerwagen, an die KBE. Talbot entwarf damals sogar das noch heute vorhandene Frontdesign mit dem dynamischen „V“, worüber der Verein eine originale technische Zeichnung besitzt.
Die Neulackierung war nur mit der Unterstützung aus dem Förderprogramm „Verkehrshistorische Kulturgüter“ möglich, dass 2019 vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW ins Leben gerufen wurde. Wir freuen uns daher, dass Frau Ministerin Ina Scharrenbach am 19. Juli persönlich nach Aachen kommt, um das fertige Fahrzeug an den Verein zu übergeben.

Für die Aufnahme des Fahrbetriebs ist mit der technischen Aufarbeitung der Drehgestelle noch ein weiteres großes Teilprojekt erforderlich. Hierzu hat der Verein im vergangenen Jahr einen Förderantrag gestellt und bereits eine Reservemitteilung erhalten. Natürlich hofft der Verein, dass die NRW-Landesregierung noch Mittel findet und bald ein Förderbescheid eintrifft. Dann könnte der Verein den Rücktransport nach Köln sparen und gleich in Aachen weiter machen.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die vielen privaten Spender und Freunde, denen der Verein ganz herzlich dankt und auf die er sehr angewiesen ist.

Pressemeldung ET57 e.V., www.et57.de

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