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Donnerstag, 23 September 2021 14:00

Der Ziegeleipark Mildenberg

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Der Beginn der Ziegelproduktion im Gebiet nördlich von Berlin geht auf das Jahr 1887 zurück, als beim Bau der Eisenbahnstrecke Löwenberg - Templin reiche Vorkommen an Ton entdeckt wurden. So entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts innerhalb kurzer Zeit bei Mildenberg eines der größten zusammenhängenden Ziegeleigebiete Europas.

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Begünstigt wurde die Entwicklung auch durch die Lage an der Havel, die den Transport der Produkte in das rasch expandierende Berlin erleichterte. Um 1910 betrug die jährliche Ziegelproduktion aus mehr als 30 Betrieben sogar etwa 625 Millionen Tonnen. In Spitzenzeiten fanden dort bis zu 5000 Menschen Arbeit.

Nach 1945 entwickelte sich die Ziegelindustrie in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone wieder gut. Der Wiederaufbau erforderte erneut Massen an Baumaterial. In der DDR war die Gegend um Mildenberg der größte, nun volkseigene, Hersteller von Ziegelsteinen und Dachziegeln, bis die Einführung der Plattenbautechnologie seit den 1960er Jahren zu einem Rückgang in der Bedeutung führte.

Nach der Wende waren die Ziegeleien der Konkurrenz nicht mehr gewachsen. Ein Unternehmen nach dem anderen schloss die Tore. Westliche Investoren sahen keine Zukunft mehr und 1991 wurde der Betrieb eingestellt.

1997 eröffnete auf dem Gelände der Ziegeleipark Mildenberg - direkt an der Havel - ein Industrie- und Technikmuseum, das die Geschichte der Ziegelindustrie in Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen lebendig werden lässt.

Regulär kommt an ausgewählten Tagen im Jahr die museumseigene LOWA-Dampflokomotive auf den 630-mm-Gleisen zum Einsatz.

Diese Lok, ein B-Kuppler mit 70 PS, wurde 1955 von dem VEB Lokomotivbau "Karl Marx" in Potsdam-Babelsberg mit der Fabriknummer 127114 hergestellt und ausgeliefert. Sie war bis 1979 auf den Betriebsgeländen am Transport von Ton beteiligt. Sie stand schon zwei Jahre als Denkmallok im Eingangsbereich des Museumparks, ehe sie 2002 aufgearbeitet wurde.

Der Lokomotivbau "Karl Marx" ging aus der Maschinenbau und Bahnbedarf AG vormals Orenstein & Koppel (bis 31. März 1940 Orenstein & Koppel AG) hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort die Produktion von Schienenfahrzeugen wieder aufgenommen. Am 18. März 1948 erfolgte die Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb und damit die Umbenennung in "LOWA Lokomotivbau Karl Marx VEB, Babelsberg“, kurz LKM. Gebaut wurden Dampf- und Diesellokomotiven in unterschiedlichen Spurweiten, wobei der Dampflokbau 1960 endete. 1969 wurden aber nochmals Dampfspeicherlokomotiven geliefert.

1950 wurde der Bau der 50 und 70 PS B-n2t-Feldbahndampflokomotiven aufgenommen als Baugruppennummer 16.

Die 50 PS-Lokomotiven dieser Baugruppe erhielten die Fabriknummern 26xxx und die 70 PS-Loks die Fabriknummern 27xxx. Anfang des Jahres 1954 erfolgte die Erweiterung um eine führende Ziffer: die 1 für Dampflokomotiven und die 2 für Diesellokomotiven.

Die 127114 gehörte zu einer Serie von 140 Lokomotiven mit den Fabriknummern 127001 bis 127140.

Alle Bilder sind vom 19. September.

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