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Mittwoch, 06 Oktober 2021 11:00

Generalversammlung der Härtsfeld-Museumsbahn Neresheim

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Fotos Thomas Schwarze, Dr. Walter Gekeler.

Am vergangenen Wochenende fand zum Saisonabschluss der Härtsfeld-Museumsbahn noch einmal Fahrbetrieb statt, und die Generalversammlung wurde abgehalten.

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Fotos Ulrich Welzel.

Am Samstag, dem 2. Oktober 2021 bedankte sich der Verein bei seinen Spendern, Sponsoren und Mitgliedern mit drei Dampfzug – Sonderfahrten. Die geladenen Gäste nahmen das bei herrlichem Herbstwetter gerne in Anspruch. Viele genossen zum ersten Mal die Fahrt auf der Neubaustrecke nach Katzenstein.

Entsprechend gut besucht war dann auch die abendliche Generalversammlung im Gasthof „Zur Krone“, zu der der erste Vorsitzende Werner Kuhn 48 Mitglieder begrüßen konnte und die Beschlussfähigkeit feststellte.

Besonders begrüßte Kuhn den 1. stellvertretenden Bürgermeister von Neresheim, Martin Grupp, als Ehrengast. Dieser hieß die Mitglieder mit den Grußworten der Stadt willkommen. Herr Grupp hob die herausragende Leistung der Aktiven bei der Fertigstellung der Neubaustrecke besonders hervor. Herzlich bedankte er sich im Namen von Stadt und Region bei den Härtsfeld-Museumsbahnern für ihren wichtigen Beitrag zur Attraktivität der Region und für den Tourismus.

Kuhn trug auch die Grußworte des Ehrenmitglieds Vizepräsident des Landtages a.D. Dr. Alfred Geisel vor, der nicht persönlich teilnehmen konnte. Er gratulierte mit herzlichem Dank zur Fertigstellung der Neubaustrecke und gab der Hoffnung auf den Weiterbau bis Dischingen als krönenden Abschlus des Aufbaus der Museumsbahn Ausdruck.

Der Vorstand berichtete über die Jahre 2019 und 2020, da ja die Generalversammlung Anfang 2020 coronabedingt ausgefallen war und die Diesjährige verschoben werden musste.

Die Mitgliederzahl hat sich im Berichtszeitraum sehr erfreulich entwickelt: von 280 Mitgliedern Anfang 2019 auf nun 327 Mitglieder. Ein jedes Mitglied ist wichtig und unterstützt, besonders wichtig ist aber, dass auch viele aktive Mithelfer und junge Mitglieder neu gewonnen werden konnten. „Wir begrüßen die neuen Mitglieder und wünschen uns sehr, dass diese Entwicklung weiter anhält. Wir hoffen auf aktive Mitglieder insbesondere aus der Region, um „Ihre Bahn“ weiter aufzubauen und zu erhalten“, drückte Werner Kuhn die Hoffnungen der Härtsfeld-Museumsbahner aus.

Einige Mitglieder sind verstorben. Die Verdienste des Gründungsmitgliedes und ehemaligen Vereinsvizevorstandes Ulrich Knödel und des langjährigen Eisenbahnbetriebsleiters Volker Feldheim wurden besonders gewürdigt. Der im Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder wurde mit einer würdigen Schweigeminute gedacht.

In den Jahren 2020 und 2021 können insgesamt 12 Mitglieder auf eine 15jährige Vereinszugehörigkeit und 15 Mitglieder auf eine 25jährige Vereinszugehörigkeit zurückblicken. Sie alle wurden mit einer Urkunde geehrt, die Anwesenden nahmen sie persönlich entgegen.

Besonders wichtig für den Vereinszweck, die Erinnerung an die Härtsfeldbahn zu bewahren, ist der Fahrbetrieb. In 2019 waren etwas weniger Fahrgäste zu verzeichnen gewesen, aber doch einige Sonderfahrten mehr als noch 2018. Im Jahr 2020 konnte die Saison erst im Juli beginnen, so dass nur noch 8 Regelfahrtage stattfinden konnten und nur etwa ein Drittel der Fahrgäste verglichen mit dem Vorjahr gezählt wurden. Eine erfreulich hohe Zahl von Sonderfahrten kam hinzu. Erwähnenswert besonders die

Sonderfahrt der Tourismusmesse CMT unter Leitung des damaligen Landrats Herrn Klaus Pavel, der damit der Härtsfeld-Museumsbahn, der Stadt Neresheim und dem Härtsfeld besondere Aufmerksamkeit zuteil werden ließ. Eine Sonderfahrt des Theaters der Stadt Aalen, der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, ein Knabenchor aus Santa Cruz (Spanien) und wieder eine Hochzeitsfeier zeigen, wie breitgestreut die Wertschätzung der Härtsfeld-Museumsbahn ist. So konnte Kuhn mit Freude auf zwei trotz aller Einschränkungen erfolgreiche und vor Allem unfallfreie Fahrsaisonen zurückblicken.

Die üblichen Instandhaltungsmaßnahmen an Strecke und Fahrzeugen und die laufenden Restaurationsprojekte an Fahrzeugen liefen weiter, darüber wurde detailliert berichtet. Die Diesellok „Jumbo“ wartet noch immer auf die bahnamtliche Zulassung, an Lok 11 wurden am Kessel und Fahrwerk wesentliche Etappenziele erreicht, der Triebwagenanhänger TA 254 erhält seinen zweiten Einstieg zurück und ist weitgehend saniert, am T 37 werden die Drehgestelle aufgearbeitet und nicht zuletzt steht der Rungenwagen Rw 322 kurz vor der Fertigstellung.

Die Fertigstellung der Neubaustrecke zum Härtsfeldsee und Bahnhof Katzenstein war als Hauptprojekt mit höchster Priorität vorangetrieben worden. In 2019 noch unbeschwert, brachen mit Corona beschränkte Zeiten an. Nur noch in Zweiertrupps mit großem Abstand durfte gearbeitet werden. Die Einhaltung der Vorschriften wurde auf der Bahnhofsbaustelle Katzenstein auch polizeilich kontrolliert. Es ging deutlich langsamer, aber immerhin voran. Der Platzwart und Bauleiter Dietmar Fischer berichtete hierüber detailliert. 4.500 Tonnen grober Aushub stellen das Fundament des Bahnhofs Katzenstein dar, noch einmal 2.500 Tonnen Tragschicht und Schotter, bevor die Gleise und Weichen verlegt werden konnten. Im Dezember 2020 war dann schließlich die letzte Lücke im Umsetzgleis Katzenstein geschlossen.

Die zusammen mit der 50Jahrfeier des Torismusverbandes Gastliches Härtsfeld für Oktober 2020 geplante Eröffnungsfeier musste denn auch verschoben werden und konnte auch Anfang diesen Jahres nicht stattfinden. Die Betriebssaison konnte wieder erst im Juli bis zum Bahnhof Sägmühle beginnen. Nach weiteren Schwierigkeiten mit Restarbeiten vor Abnahme der Strecke erfolgte dann endlich am 1. August diesen Jahres die öffentliche Inbetriebnahme der Neubaustrecke, die nun „unter reger Anteilnahme der Bevölkerung“, wie es bei Eröffnungen von Bahnen um die vorletzte Jahrhundertwende so hieß, eifrig genutzt wurde. Das darf nächstes Jahr so weitergehen.

„Tue Gutes und rede davon“, umriss Pressewart Dr. Walter Gekeler seine Aufgabe, das positive Bild der Härtsfeld-Museumsbahn in der Öffentlichkeit weiter zu festigen und dazu beizutragen, Interessenten zu gewinnen. Er dankte seinen Mitstreitern im Team, Hannes Ortlieb, Jürgen Ranger, Gerhard Schneider und Gerald Stempel – allein wäre das nicht zu bewältigen. Manche Aktivität wie Anzeigen oder Messebeteiligungen gingen coronabedingt zurück, andere wieder verstärkten sich. Insbesondere spiegelte sich das große Interesse an der Streckenfertigstellung und Eröffnung in einer großen Zahl von Artikeln, schön bebildert und zum Teil mit Titelbild – das freute die Mitglieder. Gekeler dankte auch der lokalen und regionalen Presse – insbesondere Schwäbischer Post und Heidenheimer Zeitung - für die stete Unterstützung durch Veröffentlichung von Veranstaltungsankündigungen, das ist besonders wertvoll für die Vereinstätigkeit.

Leuchtturmprojekt der Öffentlichkeitsarbeit war die Erstellung und Freischaltung der neuen Webseite www.hmb-ev.de. Seit August 2020 wird sie kontinuierlich und zunehmend genutzt. Aktuelle Nachrichten und Rubriken zu Fahrplan, Betriebstagen und Veranstaltungen, Fahrzeugen, Strecke, Geschichte, Fotos, Videos und nicht zuletzt Modellbau sind immer einen Besuch wert.

Die Finanzierung der Vereinsaktivitäten war im Berichtzeitraum schwierig und erforderte höchste Kunst des Rechnungsführers, Harald Hofbauer. Entlastend war, dass es Werner Kuhn gelang, die Laufzeit der Fördermaßnahmen zweimal zu verlängern, so dass noch weitere Ausgaben förderfähig wurden. Mit Ende September 2021 ist nun endgültig abgerechnet. Die Neubaustrecke hat bis Ende 2020 ein Gesamtvolumen von 698 tsd € erfordert, 293 tsd€ an Fördermitteln, 29 tsd€ vom Kreis Heidenheim und 15 tsd€ von der Gemeinde Dischingen überließen es dem HMB e.V. 249 tsd€ Eigenanteil aufzubringen. Zudem musste der Verein ja immer in Vorleistung mit der jeweiligen Gesamtausgabe treten, z.B. 25 tsd€ für den Flutdurchlass; Die Fördermittel werden erst nachträglich ausgekehrt. Das bedeutet: erhebliche Liquiditätsreserven vorhalten! Es ist gelungen.

Erfreulich dabei die Entwicklung der Spendenbereitschaft, das Spendenaufkommen hat sich auf 60 tsd€ in 2020 verdreifacht. Besonders erwähnenswert die großzügigen Spenden der Augsburg-Hochzoller Eisenbahnfreunde e.V. zum Flutdurchlass und Bahnsteig Haltepunkt Iggenhausen, der Stammtischrunde aus der Gastwirtschaft „Zum Alten Bahnhof“, die den neuen Bahnhof Katzenstein wieder aufbauten, und der Joachim & Gudrun Falk Stiftung und der Hanns Voith Stiftung. Werner Kuhn dankte im Namen des Vereins allen Spendern und Sponsoren herzlich. Er rief aber auch gleich zu weiteren Spenden auf, vor allem die Neresheimer und Härtsfelder können noch mehr für Ihre Bahn tun. Aktuell ist der Finanzbedarf für die Fertigstellung der Lok 11 am größten. Wer spenden möchte: Das Konto hat die IBAN DE08 6145 0050 0110 0153 01. Ab 50,-€ Spende und bei Nennung der Adresse wird eine Spendenquittung für steuerliche Abzugsfähigkeit ausgestellt.

Der Rechnungsführer Harald Hofbauer berichtete detailliert über die finanzielle Entwicklung und konnte eine stabile Finanzlage trotz aller Schwierigkeiten darlegen. Der Kassenprüfer Hans-Joachim Weisbach berichtete über die Kassenprüfung mit in allen Punkten positivem Ergebnis.

Nun ergriff der stv. Bürgermeister Martin Grupp wieder das Wort, dankte dem Vorstand für die geleistete Arbeit, beantragte die Entlastung (einstimmig gewährt) und führte die Vorstandswahl durch. Der bisherige 2. Vorsitzende, Thomas Schmeißer, stellte sich nicht zur Wiederwahl und wurde mit dem Dank der Mitglieder für seine langjährige Tätigkeit aus dem Amt verabschiedet.

Einstimmig gewählt wurden Werner Kuhn (1. Vorsitzender), Dietmar Fischer (2. Vorsitzender), Harald Hofbauer (Rechnungsführer), Ingo Adam (Protokollführer), Lukas Mutschler (Platzwart, neu im Vorstand) und Dr. Walter Gekeler (Pressewart). Auch die Kassenprüfer Sabine Fischer und Hans-Joachim Weisbach wurden einstimmig wieder gewählt.

Das zeigt die große Zufriedenheit des Vereines mit seiner Leitung. Die Wahl des recht jungen Lukas Mutschler in den Vorstand steht für die personelle Verjüngung des Vereins.

Am Sonntag, dem 3. Oktober fand dann mit einem Regelbetriebstag der Abschluss der öffentlichen Fahrsaison mit einer Rekordzahl von 650 Fahrgästen statt. Das Team der SWR Eisenbahn-Romantik nutzte beide Tage zu weiteren Dreharbeiten für eine eigene Sendung über die „Schättere“, die Ende Februar 2022 ausgestrahlt werden soll.

Pressemeldung Härtsfeld-Museumsbahn e.V.

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