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Freitag, 19 November 2021 12:00

Akku-Lok der Stadtwerke München

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Wer an Schienenfahrzeuge und Stadtwerke München(SWM) denk, denk automatisch an weiß-blaue U-Bahnen und Straßenbahnen. Dass die SWM auch stolze Besitzer einer wahrlich historischen und noch dazu grünen (!) Akku Lokomotive sind, ist unter den Freunden der Eisenbahnen in Bayern wenig geläufig.

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Das wertvolle Stück befindet sich in der Obhut des Pumpspeicherwerks Leitzach im Tal der Mangfall an der Bahnstrecke Holzkirchen - Rosenheim. Zwischen 1911 und1983 wurden in mehreren Baustufen die Leitzach Kraftwerke I-III errichtet, ausgebaut und weiter entwickelt.

Die Wasserkraftwerke beziehen ihre Energie aus den Flüssen Mangfall (Abfluss des Tegernsee), Schlierach (Abfluss des Schliersee) und Laitzach. Die erste Ausbaustufe zwischen 1911und 1919 wurde mit Hilfe von damals allgegenwärtigen, schmalspurigen Feldbahnen mit Dampftraktion errichtet. Für eine folgende Ausbaustufe entschieden sich aber Städtischen Elektrizitätswerke München 1927 zum Bau einer normalspurigen Anschlussbahn, abzweigend von der Mangfallbahn in Bahn- km 17,8 zwischen den Bahnhöfen Westerham und Bruckmühl. Es wurde ein eigener Übergabebahnhof eingerichtet und die Anschlussbahn führte über rund 2,2 km zum Krafthaus in Vagen.

Bedeutenstes Bauwerk dieser Anschlussbahn war die 60m lange Gitterbrücke über die Mangfall nahe des seinerzeitigen Übergabebahnhofs. Im Kraftwerk selbst war ein umfangreiches Gleisnetz für Schwertransporte und die Waren des täglichen Bedarfs vorhanden.

Die Städtischen Elektrizitätswerke München beschafften für den Betrieb der neuen Anschlussbahn eine 2achsige Akku-Lokomotive welche unter den Fabrik Nummern 5729 (Maffei für den mechanischen Teil) und 2389 (Siemens für den elektrischen Teil) gebaut und geliefert wurde. Höhepunkte des Bahnbetriebes waren jeweils die einzelnen Ausbauphasen der Leitzach Kraftwerke I und II in den Jahren 1927-29, 1958-60 und 1980-83.

Mit dem Trend zur Aufgabe des Einzelwagenladungsverkehrs und des Schwerlastverkehrs auf der Schiene wurde es still auf der Anschlussbahn zum Leitzach Kraftwerk in Vagen. Die letzten Überstellungen erfolgten um die Jahrtausendwende, dann wurde der Gleisanschluss zurück gebaut und letztlich die Strecke abgebaut. Ehemalige Streckenteile werden heute als Geh- und Radwege genutzt, die ehemaligen Bahnbrücken sind noch vorhanden und im Werksgelände selbst sind noch mannigfache Spuren der Eisenbahn zu finden. Die Akku Lokomotive blieb zunächst noch für innerbetriebliche Zwecke betriebsfähig, wurde aber letztlich auch abgestellt und die Gleisanlagen auf ein Minimum zurückgebaut.

Das wertvolle Kleinod, die Akku Lokomotive aus dem Jahr 1927 blieb, unter Dach geschützt vor Ort erhalten.

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Der Bereich des ehemaligen Übergabebahnhofs an der Bahnstrecke Holzkirchen - Rosenheim, im Hintergrund ist die DB-AG Stecke erkennbar. Die heute als Fuß- und Radweg genutzte, 60 m lange Gitterbrücke über die Mangfall.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 18 November 2021 14:55