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Freitag, 19 November 2021 10:41

Auftakt zu einem "Quartier am Bahnpark Augsburg"

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Fotos
 Conny Kurz.

Am Sonntag, den 14. November 2021 stellten die Teilnehmer des Beteiligungsprojekts „Zukunftswerkstatt Bahnpark Augsburg“ erste Umsetzungen der umfangreichen Ergebnisse von fünf intensiven Workshop-Tagen im Bahnpark vor. An zwei Wochenenden kamen Augsburger Bürger mit Politikern zusammen.

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Dazu gehörten beispielsweise Markus Ferber (MdEP), Volker Ullrich (MdB), Andreas Jäckel (MdL), Cemal Bozoğlu (MdL), Kulturreferent Jürgen Enninger, Stadtrat Gregor Lang oder die Vorsitzende des Stadtverbandes der Freien Wähler, Angelika Lippert. Auch Zeitzeugen wie der Musiker und Produzent Leslie Mandoki war mit von der Partie, ebenso wie Schuldirektoren, eine Bühnenbildnerin der Bayreuther Festspiele, Denkmalpfleger, Architekten und Städteplaner.

„Bahnpark“ als neuer Stadtteil Augsburgs? In jeden Fall ein neues Quartier!

„Keine künstliche Welt erschaffen, den Charme erhalten und das neue Quartier gestalten“: Nichts Geringeres ist der Auftrag, den Wolfgang Hauck als Projektleiter der „Zukunftswerkstatt Bahnpark Augsburg“ als Ergebnis des 5-tägigen Workshops Markus Hehl, dem Geschäftsführer der Bahnpark gGmbH, am vergangenen Wochenende übergab.

Hehl ist Leiter aller Aktivitäten auf dem denkmalgeschützten 2,5 Hektar großen Areal und überwältigt von den Ergebnissen des Workshops, den Wolfgang Hauck vom Verein dieKunstBauStelle initiiert hatte.

Erste konkrete Aufgaben wurden noch am letzten Workshop-Tag an verschiedene Mitstreiter übergeben: Boris Merath von der Interessengemeinschaft Bahnpark Augsburg e.V. wird ein konkretes Konzept für eine Museumswerkstatt erarbeiten, innerhalb welcher verschiedene Ausstellungskonzepte entworfen und dann auch ausprobiert werden sollen – mit dem klaren Ziel, nur das beizubehalten und weiterzuentwickeln, was sich wirklich bewährt.

Der ehemalige Schulleiter Christian Karlstetter bildet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, um die im Bahnpark zu erlebende Geschichte und Geschichten, aber auch die dort vorhandene Technik für verschiedene Themen des Lehrplans für Schulklassen zugänglich zu machen. Unterstützt wird er dabei vom Geschichtslehrer Wolfgang Poeppel und Jacobus Weber. Günther Reiner wird sich als Koordinator für die Rekrutierung und Ausbildung weiterer Museums-Führer kümmern und Heinz Hohn, Erster Vorsitzender des Fördervereins Bahnpark Augsburg e.V., wird die Ausbildung der Museumsführer übernehmen.

Das Europabüro der Stadt Augsburg wird Erfahrung und Wissen zu europäischen Fördermitteln und Ausschreibungen mit dem Bahnpark teilen und die Zusammenarbeit zum Thema Europa mit Schulen intensivieren.

Eine Bestandsaufnahme der komplexen und umfangreichen Anforderungen zur Entwicklung des Areals ergab, dass die Finanzierungen und Vorhaben nur mit weiteren Partnern zu schultern sind. Hehl betonte, dass es in vielen Bereichen neue Sachstände gibt – beispielsweise bei Förderungen, beim Baurecht und bei Freistellungen: „Deswegen hat sich nun ein Zeitfenster für die Entwicklung geöffnet.“ Die Informationen werden nun aufbereitet, um die Stadt Augsburg, sowohl Verwaltung wie Stadtrat, zum aktuellen Stand und zu den Chancen zu informieren.

Die überregionale Ausstrahlung und Bedeutung dokumentierten die Teilnahme durch die Politik. Zunächst war der Kontakt zur Politik als Herausforderungen für den Bahnpark genannt worden. Es zeigte sich, diese Herausforderung ist bereits auf einem guten Weg, gemeistert zu werden. Viel mehr stellte sich heraus, wie groß und umfangreich die Unterstützungen bereits sind. Jedoch bedarf es noch einer guten Information. Diese Informationslücke soll mit einer Dokumentation zur Zukunftswerkstatt geschlossen werden.

Am Ende der Veranstaltung würdigten die lokal und überregional tätigen Politiker den Bahnpark in seiner Bedeutung für die Stadt Augsburg. Markus Ferber, MdEP, möchte dort weiterhin „Geschichte erlebbar machen – schließlich wurde auch der Friedensvertrag nach dem 1. Weltkrieg in einem Eisenbahnwaggon unterschrieben.“ Ferber sieht im Bahnpark und der benachbarten Eisenbahnersiedlung „einen wichtigen und auch identitätsstiftenden Teil Augsburgs, der in seiner historischen Bedeutung unbedingt erhalten und weiterentwickelt werden sollte.“

Volker Ullrich, MdB hob in seiner Rede hervor, dass die Mobilität den Wohlstand geschaffen habe und es Mobilität brauche, um den Wohlstand zu erhalten: „Dass im Bahnpark im Rahmen eines echten Ausbildungszentrums jetzt auch wieder Lokführer ausgebildet werden, ist eine historische und zukunftweisende Verknüpfung.“

Der Stadtrat Gregor Lang, SPD sagte zu, sich dafür einzusetzen, dass das „Juwel Bahnpark“ in seiner weiteren Entwicklung von der Kommunalpolitik noch mehr wahrgenommen und unterstützt wird: „Der Bahnpark hat in Zukunft auch eine identitätsstiftende Aufgabe für das gesamte Quartier, das im Umbruch ist.“

Andreas Jäckel, MdL, fördert als Mitglied des Augsburger Kulturausschuss seit Jahren das „Gewinnerthema Bahn“ und den Bahnpark: „Durch die nun stattfindende Lokführerausbildung hat der Bahnpark den Übergang zur Technik des 21. Jahrhundert geschafft. Damit leistet der Bahnpark einen wichtigen Beitrag pro Bahn: Jeder soll in Zukunft jedes Verkehrsmittel nehmen können, ohne benachteiligt zu sein.“

Sichtlich beeindruckt von so viel Unterstützung und Zuspruch für den Bahnpark bedankte sich Markus Hehl überschwänglich bei allen Teilnehmern für ihre Mitarbeit. Er möchte den durch den Workshop hervorgerufenen neuen Schwung sofort zur zeitnahen Umsetzung der Ergebnisse nutzen und kündigte bereits weitere Vorhaben an, die noch in diesem Jahr im Bahnpark stattfinden sollen.

Wolfgang Hauck, war sichtlich überrascht, welche Umfang die Ergebnisse des Workshops ergaben. „Wir haben mit der Aufgabenstellung der Gestaltung der Ausstellung begonnen, Formate für Veranstaltungen und Perspektiven entwickelt und am Ende sieht man, wir sprechen über ein zukünftiges neues Quartier in Größe einer Kleinstadt, mitten in der Stadt. Der Bahnpark bildet dabei einen „campus iniitialis“, der Mittelpunkt des neuen Kultur- und Lebensraumes sein kann. Es ist ein Hauptgewinn für die Stadt, mit den historischen Gebäuden des Bahnparks den authentischen Ort dafür zu haben. Wenn dieser denkmalgeschützte Bestand auch erhebliche Anforderungen stellen wird, so wird die Einmaligkeit dieses Industriedenkmals alle Anstrengungen rechtfertigen. Die Herausforderung ist es nun, diesen Prozess mit dem Bahnpark, mit Bewohner, Investoren, Planern und Visionären in koordinierte Bahnen zu führen, um die notwendigen und sinnvollen Schritte zu tun. In jeden Fall war die „Zukunftswerkstatt Bahnpark Augsburg“ ein erster Schritt.“

Die Städteplanerin Vera Winzinger betonte, wie wichtig es wäre, einerseits alle Beteiligten zu den Grundlagen und Sachstand zu informieren und dann zusammen an runden Tischen, die verschiedenen Schritte zu entwickeln. Auch diese Aufgabe liegt nun am Schreibtisch von Markus Hehl – doch daneben eine große Liste der Unterstützer und Fürsprecher.

Der Dank am Ende ging nicht nur an die über 60 Mitwirkenden, sondern auch an den Fonds Soziokultur, der diese Zukunftswerkstatt großzügig gefördert und ermöglicht hatte.

Pressemeldung  Bahnpark Augsburg gGmbH, dieKunstBauStelle e.V.

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