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Sonntag, 16 Januar 2022 12:00

Lichtbilder aus dem Harz

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Es sind nun doch schon ein paar Jahrzehnte, dass Familie Lorenz die erste Januarwoche im Oberharz verbringt. Die Familienkonstellation hat sich natürlich verändert, es sind nicht mehr die schlittenfahrenden eigenen Kinder, sondern in manchem Jahr schon die Großkinder, die uns zumeist nach Schierke begleiten.

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Vor der Zeit in Schierke im Ostharz waren es die Sonderfahrten „Rauch, Dampf und Schnee im Oberharz“ (West) gewesen, die uns in die weiße Winterlandschaft des norddeutschen Berglandes gelockt hatten. Aber von Westdeutschland aus war die Harzwanderung entweder am Dreieckigen Pfahl (Königreich Hannover, Herzogtum Braunschweig, Amt Elbingerode) bei Torfhaus beendet, wo bei Ostwind allerdings das Rufen der Dampfmaschinen von Harzquer- und Brockenbahn sehr wohl zu vernehmen war. Andererseits war für den Westler bei der Bereisung mit der Schmalspurbahn in der DDR der Bahnhof Drei Annen Hohne schon verbotenes Terrain beziehungsweise nicht zu betretender Perron. Damals in den Siebzigern, als wir im Interhotel Weißer Hirsch in Wernigerode logieren durften.

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Aber seit 1990 bietet uns Schierke nicht nur die Brockenbahn sondern herrliche Wanderwege im Bodetal gleich vor der Haustür – einen reizvollen Ort mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeit, einen mit Kurkarte kostenlosen Busverkehr und nicht zuletzt eine tiefschwarze Nacht und eine göttliche Stille zur Schlafenszeit. Nein, kein Après Ski, sondern Ruhe pur.

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Eine Wanderung auf dem Bahnbegleitweg führt uns regelmäßig hinab ins attraktive Wernigerode, wo uns zur Abwechslung Sachsen-Anhalts beste Konditorei empfängt – sonst ist es mit Vorliebe das Café am Kurpark in Schierke, wenn der letzte Brockenzug um halb fünf sich um den Königsberg herum auf den Brocken hinaufkämpft. Dieses Schauspiel allerdings gibt es in der Fernsicht vom Fenster der Ferienwohnung mehrmals täglich gratis. Und „unter der Woche“ gehört eine Brockenwanderung dann auch regelmäßig zum Programm, auch wenn mehr als vierstellige Besucherzahlen „oben“ eher schon abschreckend wirken. Auch wenn die Fernsicht vom Brocken locken mag – der Weg ist uns hier das Ziel: Die Ausfahrt Schierke, die Alte Bobbahn, das Eckerloch, der Haltepunkt Goetheweg, - hier wird gerastet und fotografiert.

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Man mag es nach all den Jahren selbst nicht glauben, aber für den Eisenbahnliebhaber und -Fotografen gibt es Jahr für Jahr Brockenbahnerlebnisse und Eindrücke, die neu sind, etwa weil sich der Baumbestand infolge der Trockenheit radikal von den Bahnstrecken zurückgezogen hat. Wer sich als Lichtbildner dann „schlechtem Wetter“, „wenig Licht“ oder wie in diesem Jahr einem ordentlichen Schneestürmchen mit offenen Augen und offenem Objektiv aussetzt, der wird nach wie vor viel Atmosphärisches dieser Gebirgsbahn einfangen können. Menschen auf der Bahn fotografieren wir dabei viel zu wenig – ganz anders als noch vor einigen Jahrzehnten, als der Kindergarten beim Bahnausflug sich über den Fotografen freute… Die Zeiten haben sich gründlich geändert: Hundert Selfies auf dem Bahnsteig, aber dem Fremden mit der Kamera begegnet der Mensch nicht mit Neugier sondern mit dem „Datenschutz“.

Aber auch die Mitfahrten im Dampfzug, mit Sehen, Hören, Riechen, was Dampfeisenbahn ausmachte und was weiterhin fasziniert, sind immer wieder eine Bereicherung.

So ging es für uns auch im jungen Jahr 2022 für acht schöne Regen-, Sturm-, Schnee- und Sonnentage nach dem späten Frühstück hinauf zum Eckerloch, zum Knaupsholz oder hinab ins Tal der Wormke. Für die frühe Dämmerung war dann schon der Tisch bestellt - für Marzipantorte oder Mohnkuchen im Kaffeehaus.

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Keine Frage, für eine Januarwoche im kommenden Jahr ist die Ferienwohnung in Schierke schon bestellt.

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Letzte Änderung am Sonntag, 16 Januar 2022 09:40