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Donnerstag, 18 Januar 2018 16:42

Die Brohltalbahn

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Am 13. und 14. Januar war die originale Brohltalbahn-Mallet 11sm mit zwei grünen Personenwagen und zwei, ebenfalls originalen, Brohltalpackwagen für die DGEG unterwegs. Erfreulicherweise wurde die Gesamtstrecke bis Engeln befahren. Mit dem ehemaligen Zahnradabschnitt ab Oberzissen hatte die Lok überhaupt keine Probleme.

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Im Jahr 1898 wurde mit dem Bau der 23,83 Kilometer lange Brohltalbahn von Brohl am Rhein nach Kempenich in der Eifel angefangen. Wegen der zum Teil sehr engen Kurven wurde für Meterspur gewählt. Das erste 17,5 Kilometer lange Teil nach Engeln konnte am 14. Januar 1901 eröffnet werden und die restliche Strecke nach Kempenich fast ein Jahr später. Auf ihrer Fahrt überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von rund 400 Metern und vermittelt dabei die Atmosphäre einer echten Gebirgsbahn. Bis zum Jahre 1934 wurde der 5,5 km. lange Abschnitt zwischen Oberzissen und Engeln, der eine Steigung von 1:20 (= 5%) aufweist, als Zahnradbahn (System Abt) betrieben. Mit dem technischen Fortschritt wurde der Zahnradbetrieb auf der Steilstrecke überflüssig und die Zahnstange 1934 demontiert.

In 1904 wurde die 1,95 Kilometer lange Gleisverbindung zum Rheinhafen Brohl fertiggestellt, sodaß das Gestein aus den Steinbrüchen des Brohltals auf Binnenschiffe umgeschlagen werden.

Die Brohltalbahn verfügte in den Jahren 1958-60 über 6 recht leistungsfähige Dampflokomotiven, und zwar die schweren Maschinen l, II und III, sowie die leichteren IV, 11sm und 12sm. Die erste Dampflok, die ausgemustert wurde war die Lok II in 1960, gefolgt von der Malletlok 12sm in 1964. Die I, III und IV standen noch bis 1967 zur Verfügung, obwohl am 5.11.1965 mit den Lokomotiven D 1 und D 2 bereits die Dieseltraktion begonnen hatte. Mit der Anlieferung der dritten Diesellok D 3 im Jahre 1967 waren die Dampfloks überflüssig. Mit Ausnahme der 11sm wurden sie alle verschrottet.

Am 29. Januar 1966 endete die Ära der Dampflokomotiven auf der Brohltalbahn. Lok 11sm zog an diesem Tag einen Sonderzug für Eisenbahnfreunde, der für lange Zeit der letzte durch eine Dampflokomotive gezogene Zug auf der Brohltalbahn sein sollte, der komplettte Verkehr wurde nun mit den Diesellokomotiven D1-D3 abgewickelt.

Der Personenzugverkehr, seit September 1960 nur noch zwischen Brohl und Oberzissen durchgeführt, musste mangels Rentabilität am 30. September 1961 eingestellt werden. Der bereits bestehende Busbetrieb der BEG, der ein umfangreiches Netz vorhielt, übernahm fortan die Beförderungsleistungen. Der Güterverkehr wanderte immer stärker auf die Straße ab, sodass die Strecke von Engeln bis Kempenich am 1. Oktober 1974 stillgelegt und 1976 abgebaut wurde.

Die Vierzylinderlok 11sm (sm = schwere Mallet), 1906 bei Humboldt in Köln-Kalk unter der Fabriknummer 348 hergestellt, konnte durch den Einsatz einiger Eisenbahnfreunde vor der Verschrottung gerettet werden und kam in das Museum der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. (DGEG) in Viernheim. Nach der Schließung dieses Museums kam die Lokomotive 1989 zurück in ihrer Heimat und konnte 1998 durch die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e.V. (IBS) von der DGEG zurückgekauft werden.

Mit der betriebsfähige Aufarbeitung wurde im August 2009 begonnen. Am 25.4.2015 fand die feierliche Wiederinbetriebnahme statt.

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