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Dienstag, 24 April 2018 18:17

Versuchsfahrten mit der französischen 140 C 38

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Jedes Jahr bietet die Chemin de Fer Touristique Limousin-Périgord (CFTLP) Dampfzüge mit der 140 C 38 bei Limoges an; reizvolle Strecken, aber ständig mit einer Diesellok unmittelbar hinter der Dampflok. Als Vorbereitung auf die kommende Saison fanden am 21. April zwei Probefahrten ohne Dieselunterstützung (!) zwischen Limoges Puy-Imbert und St. Junien statt; eine kurze aber schöne Strecke entlang der Vienne.

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Der Tag fing an mit einem Personenzug gefolgt von einem Güterzug. Wegen der Streikwelle bei der Staatseisenbahn SNCF war es lange Zeit unsicher ob diese Fahrten stattfinden würden, aber dann wurde doch positiv entschieden.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts brauchte die französische Chemin de Fer de l'ETAT eine stärkere und schnellere Güterzuglokomotive. Der bevorzugte Entwurf war basiert auf einer Lok von Henschel mit Achsfolge 1D für die italienische Staatseisenbahnen FS.

Alle 340 Maschinen wurden zwischen 1913 und 1920 hergestellt und ausgeliefert. Die ersten 70 mit den Nummern 140-101 bis 140-170 wurden in 1913 in Frankreich gebaut bei S.A.C.M. in Belfort (20), Schneider et Cie. in Le Creusot (25) und Fives-Lille (25). Während des Ersten Weltkriegs wurde die Bau in drei britischen Werken fortgesetzt und zwar bei Nasmyth, Wilson and Company in Manchester (20), North British Locomotive Co. in Glasgow (215) und Vulcan Foundry in Newton-le-Willows (35). Zweihundert, mit Nummern 140-171 bis 140-370, wurden in 1916 und 1917 geliefert, obwohl sechs davon (140-337, 338, 339, 340, 368 und 369) verloren gegangen sind als am 30. April 1918 das Transportschiff, der Saint Chamond, vor der englische Südwestküste torpediert wurde.

Der Bau der restlichen 70 Lokomotiven wurde verteilt zwischen North British (NBL) und Vulcan Foundry (VF). Die NBL-Loks wurden an die Chemin de Fer de l’Est als EST 40.001 bis 40.035 verkauft und die VF-Loks an die Chemin de Fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (PLM) als 140 K 1 bis 140 K 35.

Nach der Gründung der SNCF in 1938, bekamen die Est-Lokomotiven die Nummern 1-140 C 1 bis 1-140 C 35, die ETAT-Loks die Nummern 3-140 C 101 bis 3-140 C 370 und die PLM-Maschinen die Nummern 5-140 K 1 bis 5-140 K 35. Nach 1945 wurden die Loks im Osten des Landes zusammengezogen. Bei den ex-ETAT Maschinen musste dabei nur das regionale Präfix von “3“ in "1" geändert werden; die ex-PLM Lokomotiven wurden umnummeriert in 1-140 C 36 bis 1-140 C 70.

Die Loks waren sehr effizient und konnten Güterzüge bis 1800 Tonnen befördern. Viele überlebten den zweiten Weltkrieg und blieben bei der SNCF bis 1970 aktiv. Wegen ihrer Maximumgeschwindigkeit von 80 km/h wurden sie auch für Expresszüge von Paris nach Le Havre, Cherbourg und Granville und auf der Chemin de Fer de Grande Ceinture verwendet.

Die 140 C 38 wurde bei Vulcan Foundry in 1919 mit Werksnummer 3237 gebaut. Die ersten Jahre war die Lok im Dienst der Chemin de Fer de l'ETAT, aber wurde in 1924 an die PLM verkauft wo sie als 140 K 3 fuhr. Ihr erstes PLM-Bw war Montargis. In 1941 wurde sie konfisziert und nach Deutschland überführt. Erst in Juli 1950 wurde die Lok in einer Schuppe bei Bonn zurückgefunden und noch im gleichen Jahr nach Châlons-sur-Marne geschleppt wo sie ihre heutige Nummer 140 C 38 bekam. Nach einer Hauptausbesserung in Epernay in 1951 wurde sie in Vaires bei Paris stationiert. In 1962 wurde die Maschine umbeheimatet nach Hausbergen, in 1963 nach Noisy-le-Sec und in 1968 nach Chalindrey. Am 20. November beförderte sie ihren letzten Zug von Gray nach Chalindrey. Es war zu gleicher Zeit der letzte kommerzielle Dampfzug der SNCF. In Dezember 1978 kaufte ein Modelleisenbahnverein in Caen die Lok, aber am 2. May 1996 wurde sie von der CFTLP in Limoges übernommen. Am 27. Juni 1996 ging sie über die Straße nach Limoges-Montjovis und wurde in Limoges Puy-Imbert betriebsfähig aufgearbeitet. Am 26. Juli 2013 konnte die 140 C 38 wieder angeheizt werden.

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