english

Dienstag, 31 Juli 2018 14:29

Probefahrt 231 G 558

X 28072018.231G 558 Serquigny AX 28072018.231G 558 Serquigny B1

Während der ersten Probefahrt der neu aufgearbeiteten 231 G 558 am 26. Mai entstand ein Heißlaufer an der Nachlaufachse. Die Probefahrt wurde am 28. Juli wiederholt. Es ging von Sotteville über Elbeuf nach Serquigny und zurück, eine Strecke mit einigen starken Steigungen. Der Zug sah mit fünf Wagen der Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL) und einem Gepäckwagen beeindruckend aus.

X 28072018.231G 558 Serquigny CX 28072018.231G 558 Serquigny E

Trotz der andauernden Hitzewelle und trotz vieler dichter Wälder fuhr keine Diesellok im Zug mit. Dieses Mal verlief die Fahrt nach Wunsch.

Im Jahr 1914 wurde mit dem Bau von 289 neuen 2*C1‘-(Pazifik-) Dampflokomotiven für die Chemin de Fer de l’État ("État") begonnen. Die Lieferung erfolgte zwischen 1916 und 1923. Sie ersetzten die nicht sehr zuverlässigen Loks der (späteren) Reihe 231 B. Die Loks wurden von der État als 231-501 bis 231-783 eingereiht. Einige Loks gingen während des Ersten Weltkriegs verloren. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden mit Regierungsunterstützung ähnliche Loks auch für andere Bahngesellschaften bestellt. Diese wurden als 231 TP (Travaux Publics = Öffentliche Arbeiten) geliefert.

Zwischen 1933 und 1949 wurden 135 Maschinen umgebaut und als 231 D eingereiht, weitere 31 als 231 DD in 1932 und 1936, 23 als 231 W in 1933, 92 als 231 H zwischen 1937 und 1948 und 6 als 231 R. Vierundzwanzig blieben unverändert und bildeten die Reihe 231 C. Einige Loks wurden mehrfach umgebaut.

Die Loks der Reihe 231 DD (DD = Double Dabeg wegen der Lentz-Dabeg-Ventilsteuerung an den Hoch- und Niederdruckzylindern) erhielten u. a. auch einen Kylchap-Doppelkamin, der die Saugzugverhältnisse wesentlich verbesserte. Die 231 DD bespannten während ihrer gesamten Karriere Expresszüge zwischen Paris und Caen, Cherbourg, Rouen, Le Havre, Lisieux und Deauville. Nach der Gründung der SNCF am 1. Januar 1938 wurden diese Loks als Reihe 3-231 G bezeichnet.

231 G 558 (ex-État 231-558, ex-231-558 DD) wurde im Jahr 1922 von der Société Batignolles Châtillon in Nantes gebaut. Sie beförderte ihren letzten Zug am 29. September 1968. Zum Glück wurde sie nicht wie alle ihre Schwesterloks verschrottet. Stattdessen fuhr sie unter eigenem Dampf nach Dieppe, um dort die 231 D 744 als Heizanlage für das Öl der Fährschiffe abzulösen. Sie blieb bis zum Frühjahr 1970 unter Dampf und stand danach fast drei Jahre unter freiem Himmel im Bahnhof Dieppe. Der aggressive Seewind trug dazu bei, dass der Zustand der Lok sich rasch verschlechterte, aber 1974 wurde sie nach Sotteville zurückgeschleppt. Dort wurde sie von Eisenbahnern betreut und fand ein geschütztes Unterkommen im Lokschuppen. Nach langen Verhandlungen war die SNCF bereit, die Lok der “Amicale des Chefs de Traction“ zu schenken. Danach wurde sie von dem neu gegründete Pacific Vapeur Club übernommen, der sie betriebsfähig aufarbeitete. Am 11. Juni 1986 konnte die 231 G 558 wieder angeheizt werden. Eine weitere Generalüberholung begann im Oktober 2009 und wurde am 18. Dezember 2017 beendet.

Für den 11. und 25. August stehen Fahrten zwischen Sotteville und Dieppe auf dem Programm.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zurück