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Mittwoch, 22 August 2018 11:14

Dampfzug des KHKD

X 354.7152 Kolesovice 18082018 AX 354.7152 Kolesovice 18082018 B

Schon seit vielen Jahren bietet der tschechische Eisenbahnverein KHKD authentisch aussehenden Dampfzüge an. Sie verkehren zwischen Lužná u Rakovníka, Krupá und Kolešovice, einer Nebenbahn, wo sich seit vielen Jahrzehnten kaum etwas geändert hat. In diesem Jahr waren die Züge seit dem 28. Juli wegen der andauernden Hitzewelle dieselbespannt. Für den 18. August wurde das Dampfverbot völlig unerwartet aufgehoben, obwohl sich das Wetter überhaupt nicht geändert hatte.

X 354.7152 Kolesovice 18082018 CX 354.7152 Kolesovice 18082018 D
Y 354.7152 Kolessovice 18082018 F

Es war an dem Tag nach wie vor trocken und heiß. Zum Einsatz kam die 1'C1'-h2 Lok 354.7152. Am nächsten Tag trat das Dampfverbot ab 6 Uhr wieder in Kraft!

Die nachfolgende Beschreibung basiert auf Informationen vom KHKD:

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte der Lokomotivingenieur Karl Gölsdorf die Zweizylinder-Baureihe 429 für die kaiserlich-königliche österreichische Staatsbahnen (kkStB). Zwischen 1909 und 1916 lieferten die Lokomotivfabrik Floridsdorf (WLF), die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik und die Lokomotivfabrik der Staatseisenbahngesellschaft (StEG) 380 Exemplare in drei Ausführungen. Die ersten zwei Serien von 57 (die Nummern 429.01 - 57) und 126 Stück (429.100 - 225) waren Verbundmaschinen, wobei die 429.01 - 57 mit Kolbenschiebern für die Hochdruckzylinder und mit Flachschiebern für die Niederdruckzylinder geliefert wurden. Weil sich diese Ausführung nicht bewährte, erhielten die 429.100 - 225 Kolbenschieber auf beiden Seiten. Die letzte Serie von 197 Stück (429.900 - 999 und 429.1900 - 1996) bestand aus Zwillingsmaschinen mit Kolbenschiebern.

Nach dem ersten Weltkrieg verblieben nur noch 87 Maschinen in Österreich. Die anderen Lokomotiven waren über verschiedene Länder in Europa verteilt. Im Jahr 1918 bekamen die Tschechoslowakische Staatsbahnen (ČSD) 152 Lokomotiven aus allen drei Serien. Sie wurden als Reihe 354.7 eingenummert. Ab 1926 wurden alle Verbundmaschinen (27 der ersten und 57 der zweiten Bauform) in Zwillingsmaschinen umgebaut.

Mit Ausnahme einer Maschine erhielten alle Lokomotiven einen zweiten Dampfdom mit Verbindungsrohr. Sie wurden alle ab 1967 ausgemustert, die letzte im Jahr 1970.

354.7152 (ex-kkStB 429.199) wurde in 1917 von První Českomoravská PČM in Prag mit der Fabriknummer 657 gebaut. Fünfzig Jahre später, im Mai 1967, beförderte die Maschine ihren letzten Zug für die ČSD. Vier Monate danach wurde sie im Heimatmuseum in Nymburk aufgestellt. Dort stand sie bis 1981 als Denkmal im Freien und wurde vom KHKD äußerlich aufgearbeitet. In 1990 gelang es dem KHKD, die Maschine zu übernehmen. Nach einer Hauptausbesserung von 1993 bis 1996 in Brno und České Velenice wurde die Lok im März 1997 die zweite betriebsfähige Dampflokomotive des Vereins.

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Letzte Änderung am Mittwoch, 22 August 2018 11:22