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Freitag, 24 August 2018 08:47

Elektrische Kleinbahn im Mansfelder Bergbaurevier

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Die industriell seinerzeit starke Region des Manfelder Landes zwischen Eisleben und Hettstedt (eine Art kleines Ruhrgebiet) benötigte zur Abdeckung der notwendigen Mobilität Ende des des 19. Jahrhunderts, einen elektrischen Nahverkehr. Errichtet wurde zur Eröffnung im Jahr 1900 eine meterspurige, elektrische (600V =) Kleinbahn (keine Straßenbahn) von Helfta über Eisleben, Helbra, Mansfeld und Klostermannsfeld nach Hettstedt.

Insgesamt betrug die Streckenlänge rund 32 km, der Fahrpark umfasste 23 Triebwagen, 10 Beiwagen und 12 Dienst- und Güterwagen. Die Personentriebwagen waren überwiegend - dem Überlandbahn-Charakter der Bahn geschuldet - vierachsig.

Der Erfolg stellte sich umgehend ein - pro Jahr wurden rund 6 Mio. Fahrgäste befüördert, ab 1906 gab es auch Güterverkehr.

Nur 22 Jahre bediente diese Kleinbahn die dicht besiedelte Region, das Ende kam 1922 einerseits im Gefolge der wirtschaftlichen Probleme nach dem 1. Weltkrieg und andererseits nach Abspaltung der lukrativen Landesstromversorgung vom Eisenbahnbetrieb - ein auch heute noch zu beobachtendes Phänomen. Versuche der neuerlichen Inbetriebnahme bis 1929 blieben ohne Erfolg und die Bahnanlagen wurden abgebaut.

Obwohl die Bahn bereits 95 (!) Jahre von der Bildfläche verschwunden ist, hält sich die Erinnerung daran in der Region in einem beachtlichen Ausmaß. Anders als bei Bahnen, welche erst vor wenigen Jahren eingestellt wurden, setzen lokale Aktivisten und Politik der Bahn Denkmäler in Form von Fahrleitungsmasten, Gleistücken und Gedenktafeln.

Die Bilder zeigen ein Kleinbahn-Denkmal in der Lutherstadt Eisleben und in Mansfeld - gut erkennbar, dass auch die Landesstromversorgung über die Kleinbahnmaste geführt wurde.

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