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Mittwoch, 10 Oktober 2018 11:00

Museum Asbach: Einweihung eins Rollbock-Denkmals am Sonntag, 14. Oktober

museumasbach rollbockdenkmal fotosigfriedneumann

Im Museum der Rhein-Sieg Eisenbahn in Asbach/Westerwald ist in den letzten Wochen ein neues Denkmal entstanden: Ein Radsatz mit Speichenrändern (hergestellt im Jahr 1917) ruht auf einem Rollbock. Das Denkmal steht gleich neben dem schon vorhandenen Rollwagen, so dass beide bei der Rhein-Sieg Eisenbahn praktizierte Varianten des Huckepack-Verkehrs von Regelspur- auf Schmalspurfahrzeugen im Vergleich zu sehen sind.

Das Denkmal wird am kommenden Sonntag, 14. Oktober, um 11 Uhr durch den Asbacher Bürgermeister Franz-Peter Dahl eingeweiht. Das Museum hat an diesem Tag seinen letzten Öffnungstag für dieses Jahr und ist bis 17 Uhr geöffnet.

Die Rhein-Sieg Eisenbahn, im Volksmund oft Bröltalbahn genannt, verkehrte von Waldbröl über Hennef nach Bonn-Beuel und Asbach sowie von Siegburg über Niederpleis nach Oberpleis und Rostingen. Der Rollbockverkehr war bei der Rhein-Sieg Eisenbahn weniger verbreitet als der Rollwagenverkehr.

Für letzteren gab es Rampen in Siegburg (später ersetzt durch Hangelar) und Hennef, für Rollböcke alleine in Siegburg, wo diese Übersetzart von 1901 bis etwa 1955 praktiziert wurde, zuletzt nur noch für einen Betrieb im heutigen Bonner Stadtteil Pützchen. Dieser Unternehmer nutzte die Rollböcke auch für ein besonders originelles Transportgut: Für sein Segelboot. Für den Transport zum Rhein nutzte er zwei solcher Rollböcke.

In Beuel ist vor der Gaststätte "Bahnhöfchen", dem ehemaligen Empfangsgebäude der Bröltalbahn, eine Rampe zu sehen, die zum Rhein hinabführt. Einst diente sie den Dampfloks zum Wassernehmen - und dem Fabrikanten dazu, sein Segelboot auf den Rollböcken zu Wasser zu lassen.

Leider ist keiner der Rollböcke der Rhein-Sieg Eisenbahn erhalten geblieben. Um das Huckepackverfahren trotzdem demonstrieren zu können, erwarb das Asbacher Museum den Rollbock Nr. 49 (bis 1946 Nr. 48) von der Jagsttalbahn. Huckepack genommen wird eine Regelspur-Achse aus dem Jahr 1917.

Die Speichenradachse wurde vom DGEG-Museum Neustadt/Weinstr. erworben und stammt von einem preußischen Tenderfahrwerk. Rollbock und Achse wurden von Aktiven des Museums mit Unterstützung lokaler Betriebe aufgearbeitet.

Nach der Einweihung des Denkmals präsentiert das Museum am kommenden Sonntag seine Ausstellung im Bahnhofsgebäude und Lokschuppen sowie seine Fahrzeuge, darunter als größten Brocken die Dampflok 53 aus dem Jahr 1944. Auch können die Besucher den aktuellen Stand der Arbeiten an der O&K-Diesellok V13 sehen, die nach ihren Jahren auf der Zillertalbahn nun in den RSE-Zustand zurückversetzt wird.

Die Museumsadresse: Bahnhofstraße 23, 53567 Asbach, Internet: www.museum-asbach.de 

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