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Sonntag, 11 November 2018 21:12

Erinnerung an den Waffenstillstandswagen von Compiègne in Crawinkel/Thüringen

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Das Ende des 1. Weltkrieges vor einhundert Jahren ist derzeit ein wichtiges Thema in den Medien. Im November 1918 spielte die Eisenbahn und hier ein 1914 für die Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL) gebauter Speisewagen mit der Nummer 2419D eine wichtige Rolle. In diesem Speisewagen, der Teil eines Befehlszuges des französischen Marschalls Ferdinand Foch war, unterzeichneten auf einer Waldlichtung in Compiègne die Vertreter Deutschlands und der alliierten Mächte das Waffenstillstandsabkommen.

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Nach einigen Wirren wurde der Wagen im Jahre 1929 Teil einer neugestaltete Gedenkstätte bei Compiègne. Dort kam er Juni 1940 wieder in das Rampenlicht der Weltpolitik. Zur Unterzeichnung des Waffenstillstands zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich am 22. Juni 1940 ließ Hitler das Fahrzeug aus dem Gebäude herausholen und wieder auf die Waldlichtung bei Compiègne stellen. Danach wurde der Wagen als Kriegsbeute nach Berlin überführt und eine Woche lang am Berliner Dom ausgestellt.

Im Jahre 1944 wurde der Wagen in Richtung Thüringen abgefahren. Im April 1945 erfolgte eine Sichtung durch Anwohner in Crawinkel.

Crawinkel befindet sich am Nordrand des Thüringer Waldes etwa 20 Kilometer nördlich von Kreisstadt Gotha entfernt. Kurz danach erfolgte eine Zerstörung des Wagens durch Brandstiftung. Das Untergestellt wurde vom Weichenwerk Gotha noch bis 1986 als Werkswagen genutzt.

In Crawinkel erinnert heute eine Gedenkstätte an den Wagen von Compiègne. Neben einem Stück Gleis mit Prellbock erzählen Informationstafeln die Geschichte des Waggons. In der Gedenkstätte in Compiègne steht heute der Schwesterwagen 2439. In diesem Wagen haben sich jetzt Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron getroffen.

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