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Montag, 19 November 2018 18:19

65 018 Abschiedsfahrt

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Die vorerst allerletzte Fahrt der 65 018 fand am 17. November statt. Die Stoom Stichting Nederland (SSN) hatte einen würdigen Abschied vorbereitet. Von Rotterdam ging es mit der 01 1075 als Schlusslok über Utrecht und Arnhem zur Veluwsche Stoomtrein Maatschappij (VSM), wo zwischen Dieren und Beekbergen Scheinanfahrten mit einem Güterzug durchgeführt wurden. Dabei kam auch die 64 415 zum Einsatz.

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Das Wetter war traumhaft: sonnig und kalt, was zu spektakulären Fotos führte. Um nichtzahlende Autoverfolger abzuschrecken, waren die Windleitbleche der 65er zwischen den Scheinanfahrten mit gelber Folie abgedeckt. In Beekbergen wurden die Loks gedreht und bekohlt. Als sich der Zug für die Rückfahrt in Bewegung setzte, war es schon dunkel. Die 65 018 wird endgültig abgestellt. Wichtige Teile - wie etwa das automatische Zugsicherungssystem ATB - sollen entfernt und im kommenden Winter in die 23 023 eingebaut werden.

Die Baureihe 65 war als Personenzugtenderlokomotive für den Vorort- und Stadtbahnverkehr im Ruhrgebiet vorgesehen. Die Lokomotiven wurden den Bahnbetriebswerken Darmstadt, Düsseldorf Abstellbahnhof, Limburg, Letmathe, Fröndenberg und Essen Hbf zugewiesen. Später wurden sie auch in Dillenburg und zuletzt in Aschaffenburg stationiert.

Die Firma Krauss-Maffei in München baute diese zweizylindrigen Heißdampfmaschinen in zwei Serien. Die ersten 13 Maschinen wurden 1951 geliefert; fünf weitere folgten in 1955 und 1956. Die Achsfolge 1'D2' wurde gewählt, damit die für eine Tenderlok beträchtliche Menge von 4,8 Tonnen Kohle untergebracht werden konnte. Alle Fahrzeuge erhielten geschweißte Hochleistungskessel. 65 001 - 65 013 wurden mit einem Knorr-Oberflächenvorwärmer ausgestattet; die restlichen Maschinen erhielten einen Mischvorwärmer mit Turbo-Speisepumpe. Mit Wendezugeinrichtung waren die Betriebsnummern 65 012 - 65 018 ausgestattet. Die 65 018 erhielt ein spezielles Leichtbautriebwerk, welches später bei allen Maschinen angewendet wurde.

Aufgrund ihrer hohen Zugkraft war die Baureihe 65 auch für mittelschwere Güterzüge geeignet.

Mit der 65 007 wurde eine der erstgebaute Maschinen bereits 1966 wieder ausgemustert.

Die 65 018 wurde 1956 mit der Fabriknummer 17897 ausgeliefert. Sie wurde als letzte Vertreterin ihrer Baureihe (als 065 018-4) am 12.04.1973 beim Bw Aschaffenburg ausgemustert. Zum Glück wurde sie nicht verschrottet, sondern wurde vom privaten Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt-Wirsberg übernommen und ist somit als einzige Vertreterin ihrer Baureihe erhalten. Im Sommer 1981 wurde die Lok für 10 Jahre an die SSN in Rotterdam ausgeliehen. Nachdem sie wieder betriebsfähig aufgearbeitet worden war, wurde sie nach Ablauf des Mietvertrages 1991 von der SSN gekauft. In September 1993 wurde mit einer großen Revision angefangen, wobei die Lok im Aw Meiningen einen neuen Kessel bekam. Das umfangreiche Projekt konnte Anfang 1998 erfolgreich abgeschlossen werden. Die letzten Jahre war die 65 018 abgestellt. Weil die Aufarbeitung der 23 023 jedoch langsamer als geplant verlief, wurde die 65 018 kurzfristig wieder in Betrieb genommen. Am Samstag war jedoch Schluss.

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