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Dienstag, 05 Februar 2019 09:56

Das Bw Sonneberg bei Nacht

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Obwohl zur Zeit wieder verhandelt wird, könnte es sein, dass das Areal des ehemaligen Bw Sonneberg zum 31. März dieses Jahres verkauft wird. Deswegen fanden in der letzte Zeit einige Abschiedsveranstaltungen mit der dort beheimaten 95 0009-1 statt. Eine davon wurde am 2. und 3. Februar von Marcus Dettenberg durchgeführt. Das abwechslungsreiche Programm konnte an beiden Tagen erfolgreich umgesetzt werden.

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Die Tenderlokomotiven der Baureihe 95 mit der Achsfolge 1'E1' waren für schwere Güterzüge auf Gebirgsstrecken vorgesehen. Da die Baureihe noch in der letzten Zeit der preußischen Staatsbahn entwickelt wurde, wird sie auch als preußische T20 bezeichnet. Die ersten zehn T20 wurden noch als Magdeburg 9201–9210 bestellt, von Borsig, Berlin hergestellt und 1923 als 77 001 -010 ausgeliefert. Ab 1925 liefen sie als 95 001 bis 95 010. Zwischen September und Dezember 1923 lieferte Borsig eine zweite Serie von acht Lokomotiven (95 011 – 95 018). Gleichzeitig kamen von Hanomag in Hannover 17 weitere hinzu (95 019 – 95 035). Eine zweite Lieferserie von Hanomag aus dem Jahr 1924 umfasst die Betriebsnummern 95 036 bis 95 045. Überdies lieferte die Hanomag 1923 noch drei Ersatzkessel.

Von den 45 Exemplaren dieser Baureihe gelangten 14 Stück zur Deutschen Bundesbahn. Bis 1954 wurden vier davon ausgemustert. Die übrigen zehn Loks waren zuletzt in Aschaffenburg stationiert und sind dort als Schiebelokomotiven auf der Spessartrampe eingesetzt worden. Nach der Elektrifizierung der Rampe wurden sie bis Ende April 1958 ausgemustert.

Die anderen 31 Lokomotiven kamen zur Deutschen Reichsbahn. Von diesen wurden zwischen 1966 und 1972 24 Stück auf Ölhauptfeuerung umgebaut, zehn Stück wurden überdies neubekesselt. Ab 1970 bezeichnete man die ölbefeuerten Lokomotiven als Baureihe 95.00 und die nicht umgebauten Exemplare mit Kohlefeuerung als Baureihe 95.10. Die letzten Lokomotiven der Baureihe bildeten bis in die frühen 1980er Jahre das Rückgrat auf den Mittelgebirgsstrecken des Thüringer Schiefergebirges. Stammstrecke war die Relation Saalfeld – Probstzella – Sonneberg – Eisfeld. Nach der Ausmusterung dieser Loks diente 95 1016 noch bis zum 1. August 1992 als Heizlokomotive im Bw Kamenz (sie war noch bis 1996 betriebsfähig und befindet sich heute im DDM in Neuenmarkt-Wirsberg) und die 95 1027 wurde zur Traditionslok der DR und befördert auch jetzt noch Sonderzüge.

Die 95 009 wurde von August Borsig in Berlin mit der Fabriknummer 11113 gebaut und am 26. März 1923 als 77 009 abgenommen. Ab 1926 lief sie als 95 009 und ab 1970 als 95 0009-1. Nach dem Betriebsbuch gehörte die Lok von 28.3.1924 bis 22.6.1948 zum Bw Suhl und danach bis zur Ausmusterung zum Bw Probstzella (bis auf einen Monat September/Oktober 1954 im Bw Blankenburg). 1966 erhielt die Lok im Raw Meiningen einen Neubaukessel, der von Anfang mit Ölfeuerung ausgerüstet war. Am 6. Januar 1981 wurde sie abgestellt und am 21. November 1984 ausgemustert. Schon einen Monat später wurde die Lok an die Museumseisenbahn Paderborn verkauft. Ab 2009 stand sie im Eisenbahnmuseum Gummersbach-Dieringhausen. 2014 wechselte sie zur Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (PRESS) und fand einen neuen Standort im Bw Glauchau. Im vergangenen Jahr kehrte die 95 0009-1 nach Sonneberg zurück. Wo die Maschine demnächst untergebracht wird, ist noch nicht bekannt.

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