VCD: Kein Klimaschutz ohne die Verkehrswende
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wird Deutschland sein selbstgestecktes Klimaziel für das Jahr 2020 ohne Nachsteuerung dramatischer verfehlen als bislang gedacht. Ein Grund dafür sind unter anderem die hohen CO2-Emissionen aus dem Verkehr, wie aus einem internen Papier des Bundesumweltministeriums hervorgeht. Der ökologische VCD forderte die künftigen Regierungsparteien auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um das Klimaschutzziel doch noch zu halten.
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsreferent: „In den Koalitionsverhandlungen muss die längst überfällige Verkehrswende beschlossen werden – ansonsten wird das Klimaziel auf jeden Fall verfehlt. Dieselsubventionen müssen umgehend gestrichen und ein Tempolimit auf Autobahnen eingeführt werden. Durch ein Limit von 120 km/h würden die CO2-Emissionen von Pkw auf Autobahnen um rund vier bis sieben Prozent gesenkt. Außerdem müssen die Weichen ernsthaft hin zur Elektromobilität gestellt werden, wofür strenge CO2-Grenzwerte für Pkw sowie reale CO2-Messungen auf der Straße nötig sind.“
Bis Mitte des Jahrhunderts müsse zur Einhaltung des Ziels, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 Grad zu halten, der Verkehr nahezu kohlenstofffrei sein. Dies ginge nur mit emissionsfreien Antrieben auf Basis regenerativer Energien sowie mit einem Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr und das Rad. Für den Öffentlichen Verkehr müsse nicht nur mehr Geld zur Verfügung gestellt, sondern dieses auch effizienter investiert werden. Um den Umstieg auf die Bahn attraktiver zu machen, müsse der Deutschland-Takt zur Maßgabe für den Ausbau der Schienenwege werden. Auf seiner Basis werden Strecken nicht mehr für eine größtmögliche Geschwindigkeit ausgebaut, sondern für eine Geschwindigkeit, die notwendig ist, um gute Reise- und Umsteigemöglichkeiten ohne lange Wartezeiten und mit sicher erreichbaren Anschlüssen auch in den ländlichen Regionen zu erlangen.
Pressemeldung VCD




