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Montag, 16 Dezember 2019 18:38

Pro Bahn: Fahrgastvertreter kritisieren Kommunikation der DB mit Greta Thunberg

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die Kommunikation der Pressestelle der Deutschen Bahn gegenüber Greta Thunberg. Die Kommunikation zeigt deutlich, dass die Zuständigen zu weit von der Realität der Fahrgäste entfernt sind und nicht verstanden haben, dass die Basisqualität stimmen muss, bevor man über On-Top-Angebote spricht. Die Fahrgastvertreter fordern, alle Fernzüge schnellstens in einen störungsfreien Zustand zu bringen.

Am zurückliegenden Samstag reiste Klimaaktivistin Greta Thunberg mit der Deutschen Bahn aus der Schweiz kommend nach Hamburg. Mit der planmäßigen Reise war spätestens in Offenburg Schluss, als der ICE wegen einer Flachstelle (ein Schaden an einem der Räder) ausgesetzt wurde.

Mit einem Ersatzzug ging es dann mit 86 Minuten Verspätung bis Frankfurt weiter. Dort endete der Ersatzzug und die Fahrgäste mussten auf den zwei Stunden nach dem Ursprungszug verkehrenden ICE ausweichen.

Sowohl im Ersatzzug als auch im Folgezug verbrachte Thunberg große Teil der Reise auf dem Boden. Ein Foto von ihr am Boden teilte sie auf Twitter. In der Reaktion auf den Tweet beklagte DB Presse, dass Thunberg nicht den Am-Platz-Service in der ersten Klasse, in der sie auf dem letzten Stück noch einen Sitzplatz bekam, gelobt habe.

Für den Fahrgastverband PRO BAHN ist die Art der Kommunikation eine Frechheit gegenüber den Fahrgästen: "Die Zuständigen für diese Tweets und die zugehörige Medienmitteilung zeigen, dass die DB Pressestelle jeglichen Bezug zur täglichen Realität der Fahrgäste verloren hat", stellt der stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer fest.

"Wir Fahrgäste wollen zuverlässige Züge, pünktlich weiterkommen und einen Sitzplatz. Erst wenn all dies gewährleistet ist, kann man über Luxusleistungen diskutieren."

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, ist mit dem Zustand der Fernverkehrsflotte nicht zufrieden: "Kaum ein Zug geht ohne Störungen auf die Strecke. Das darf nicht sein."

Vor ein paar Jahren hatte die DB im sogenannten RESET-Programm alle Züge wieder in einen störungsfreien Zustand versetzt. Davon ist heute aber kaum noch etwas zu spüren. "Das Programm muss schnellstmöglich wiederholt werden und es muss dafür gesorgt werden, dass die Fahrzeuge im Anschluss nicht wieder verlottern", fordert Naumann.

Pressemeldung Pro Bahn

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