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Dienstag, 17 Oktober 2017 06:24

Pro Bahn: VDE 8 geht mit bestehendem Verbesserungspotential in Betrieb

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die schnellere Verbindung zwischen Berlin und München. Bei der Verknüpfung der Regionen sieht man dort aber deutliches Verbesserungspotential. Auch ist man bzgl. der Betriebsqualität auf den angrenzenden Strecken, die noch nicht fertig ausgebaut sind, skeptisch.

Dreimal am Tag in knapp vier Stunden von Berlin nach München und umgekehrt, ansonsten in viereinhalb Stunden – das ist eine Ansage der Deutschen Bahn, die auf der Strecke zukünftig der stärkste Verkehrsträger sein will. Beim Fahrgastverband PRO BAHN sieht man hier auch starkes Potential. „Damit ist man vergleichbar schnell wie das Flugzeug, kann aber die Zeit durchgehend nutzen,“ argumentiert der Ehrenvorsitzende von PRO BAHN Karl-Peter Naumann. „Falls der Berliner Großflughafen BER jemals eröffnet wird, dürfte dessen abgelegene Lage noch mehr Reisende zur Bahn bringen.“

Wo Licht ist, ist aber auch oft Schatten. So konnte der Anschluss der Regionen nicht immer gut sichergestellt werden. Im Knoten Erfurt ist die Infrastruktur nicht richtig ausgelegt worden, so dass die ursprünglich geplanten Expresszüge in die Thüringische Fläche die Anschlüsse auf den ICE gerade so verpassen. Auch die Anschlüsse Schwabens und Ostbayerns im Knoten Nürnberg sind zu lange. „Hier wird falsch geplant,“ erklärt Lukas Iffländer, Vorstandsmitglied des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Es wird erst eine Infrastruktur hingestellt, und die DB soll dann irgendwie darauf einen Fahrplan basteln. Richtig wäre es, sich vorher den Fahrplan zu überlegen und danach die Infrastruktur passend auszulegen. Dies fordern wir in Form des Deutschlandtakts umzusetzen. Dafür muss dieser unbedingt in die Koalitionsvereinbarungen.“

Auch ist entgegen der Hochglanzbroschüren die Strecke noch lange nicht fertig. Der Knoten Halle ist noch im Umbau, genau wie die Strecke von dort nach Bitterfeld noch nicht auf die Zielgeschwindigkeit gebracht wurde. Wegen des fehlenden Ausbaus südlich Bambergs muss der ICE mehrmals täglich die Stadt, die Ober- und Unterfranken an die Schnellfahrstrecke anbindet, auslassen. In der Stunde schaut die Region in die Röhre. Wegen noch fehlender Gleise zwischen Forchheim und Baiersdorf müssen die Nürnberger S-Bahnen sogar mehrmals Halte auslassen. In Bamberg weiß man noch nicht mal, wie die Strecke genau verlaufen soll. „Dass eine Schnellstrecke in Betrieb geht, ohne dass die anschließenden Strecken passen, zeigt dass es der Politik leider vor allem darum geht, mit viel Pomp Bänder bei Einweihungen zu durchschneiden und nicht um einen stabilen Bahnbetrieb,“ moniert Iffländer. „Dies führt zur kuriosen Situation, dass man wegen der ausstehende Bauarbeiten, mehrere Wochen im Jahr die!
neue Strecke nicht nutzen werden kann und über eine längere Strecke umgeleitet wird.“

Pressemeldung Pro Bahn

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